Artist: Drawn And Quartered
Herkunft: USA
Album: Lord Of Two Horns
Spiellänge: 33:09 Minuten
Genre: Death Metal
Release: 27.06.2025
Label: Nuclear Winter Records
Link: https://www.facebook.com/drawnandquartered
Bandmitglieder:
Gesang und Bassgitarre – Herb Burke
Gitarre – Kelly Kuciemba
Gitarre – Brandon Corsair
Schlagzeug – Simon Dorfman
Tracklist:
1. Black Castle Butcher
2. Zealous Depopulation
3. Lord Of Two Horns
4. Into The Mouth Of The Dead
5. Three Rivers Of Poison (Blasphemous Persecution)
6. Grimoire Of Blood
7. The Devil’s Work Is Never Done
8. Mass Grave Curse
Es gibt sie, diese Bands, die für die Szene und den Underground wichtig sind, aber irgendwie nie wirklich vorankommen. Bei Drawn And Quartered handelt es sich meines Erachtens um solch eine. 1992 unter dem Banner Plague Bearer gestartet, änderte man den Namen 1994 um. Interessanterweise erschien 2023 das Debütalbum von Plague Bearer, aber ich glaube, da wurden alte Demos noch einmal neu eingespielt. Egal. Seit 1994 also unter dem Banner DOQ unterwegs, brachte man im Zeitraum 1998 bis 2007 fünf Alben heraus. Danach ließ man sich ein wenig Zeit. 2012, 2018 und 2021 erschienen die nächste drei und nun also Album Nummer neun. Alle Alben, so sehe ich es zumindest, hatten starkes Material und eine recht hohe Qualität und man ist sich immer selber treu geblieben. Aber wie gesagt, so richtig groß geworden sind sie nicht. Zumindest haben sie mit Nuclear Winter Records (u.a. Dead Congration oder Teitanblood) ein Label an der Hand, welches weltweit agiert. Das Grundgerüst aus Basser und Sänger Herb und Gitarrist Kelly (auch beide bei Plaguebearer) zockt seit 1994 zusammen und Drummer Simon ist seit 2013 mit dabei. Im Jahre 2021 kam ein neuer Gitarrist (Brandon) dazu. Ab ging es in den Proberaum und das Resultat liegt nun auf meinem Reviewertisch.
Während andere Zeitgenossen ihre Alben erst einmal sinnig beginnen bzw. mit einem Intro eine Einleitung darbieten, um ein gewisses Feeling zu erzeugen oder um eine musikalische Vernichtung anzukündigen, legen sich Drawn And Quartered mit Black Castle Butcher gleich voll ins Zeug und blasten drauflos, als gäbe es keinen Morgen. Wenn sich irgendjemand gefragt hat, welch eine Musikrichtung die Amerikaner einschlagen, ja, dem wird diese Frage nach einigen Sekunden schnell beantwortet, denn auch die kraftvollen tiefen Vocals setzen gleich mit ein, der Bass brummt und man bekommt ein schönes Dauerfeuer um die Ohren geballert. Dass mir das gefällt, muss ich nicht zweimal sagen. Die Art und Weise, wie die Burschen von DAQ an die Sache rangehen, hat mir schon immer gefallen. Hier gibt es Death Metal. Aus und basta. Schnell, präzise, dreckig und gemein. Die Riffs sind kraftvoll, der Gesang schnell und guttural und man hat das Gefühl, dass Drummer Simon keinen Bock auf irgendwelche Pausen hat. Der knüppelt überwiegend durch, bringt aber immer wieder kurze Akzent mit hinein. Nach circa sechzig Sekunden erfolgt dann ein Break und groovige Töne werden eingeschlagen. Diese werden natürlich auch dynamisch von Simon begleitet. Ein Solo erfolgt, aber man merkt, die Burschen haben Hummeln im Hintern und so erfolgt die nächste Attacke mit anschließendem Solo. Simon hat da aber keine Lust drauf und ballert einfach weiter herrlich. Dann ein melodisches Riff. Sehr geil. Hier spielt er nur druckvoll, aber auch wieder sehr treibend. So muss das. Das ist alles alte Schule hier, so wie ich es mag, denn am Ende wird noch einmal das fette Riff herausgeholt und der Vorschlaghammer erledigt dann wieder den Rest. Ein großartiger Einstieg in ein Album, zumindest für Puristen.
Weiter geht es mit Zealous Depopulation und wieder donnern die Drums wie eine gute geölte Maschine aus den Boxen. Ein langgezogenes und eindringliches Riff begleitet diesen Vernichtungsschlag. Dann heulte die Gitarre auf und weiter geht es. Pausen sind Glückssache. Am Ende des Parts gibt es eine kurze Verschleppung, aber ansonsten knüppelt man sich sach- und fachgerecht durch das Universum. Die Gitarre klingt dann höher, aber die Drums gehen weiter. Das Riffing wird ein wenig technischer und vertrackter, aber durch die gleichbleibenden aggressiven Schlagzeugattacken bleibt man im Flow und das Ganze ist eine reine Death-Metal-Zerstörung.
Und weiter geht die wilde Reise mit dem Namensgeber des Albums, Lord Of Two Horns. Wer hätte gedacht, dass man gleich mit Salven zu Beginn bombardiert wird. Okay, hat man die beiden Vorgänger noch im Ohr, liegt diese Vermutung sehr nahe, gar keine Frage. Ich mag dieses Old School Death Metal Riffing und das Geblaste der Drums dazu. Hinzu kommen diese fiesen, aber geilen tiefen Vocals von Herb Burke. Dann tatsächlich mal ein wenig Groove und eine Tempoverschleppung. So geht es eine Weile hin und her und dieses tut zur Abwechslung ganz gut. Das Riffing, gerade im Bereich der langsameren Momente, ist echt stark. Hinzu kommen diese Doublebass-Attacken, die schleppend und tödlich vorgetragen werden. Die Gitarre haut dann ein melodisches Riff heraus, welches wieder niedergeknüppelt wird. Nun agiert man teilweise im Midtempo und haut dann ein fettes und beinahe schon hypnotisches Solo heraus. Ja, gerne, da bin ich dabei. Geil ist, wenn sie ein Riff verwenden und Simon dieses mit drei verschiedenen Geschwindigkeiten bedient. Natürlich gibt es dann noch einen richtigen Blastbeat-Angriff, im Wechsel mit der aggressiven Doublebass. Dann sägt die Gitarre noch einmal, heult auf und es werden wieder zwei Geschwindigkeiten bedient.
Und so geht es immer weiter. Klaro, kann man sagen, dass eventuell ein wenig die Abwechslung fehlt, betrachtet man das Album im Ganzen und hört es in einem Stück durch. Dieses war schon immer ein klein wenig das Manko von Drawn And Quartered. Auch hat man keinen richtigen Hit dabei, aber das ist mir völlig Latte. Die Burschen zocken einfach nur geilen und brutalen Old School Death Metal und bleiben sich und der Anhängerschaft treu. Hier und da tauchen auch immer wieder kleine technische Spielereien mit auf, wie z.B. beim Song Into The Mouth Of The Dead. Einfach nur ein gutes Album.




