Dream Ocean – The Missing Stone

24.09.2021 - Symphonic Metal - Saol - 53:45 Minuten

Durch eine erfolgreich durchgeführte Crowdfunding-Kampagne konnten die türkisch/deutsche Symphonic Metal Band Dream Ocean ihr zweites Studioalbum The Missing Stone aufnehmen und seit Ende September nicht nur allen Unterstützern in seiner ganzen Pracht vorstellen. In Eigenregie schmiedeten die drei Musiker einen wilden Cocktail aus bombastischen Metal Beats und himmlischen Symphonic Orgien, die man ohne Probleme Fans von Epica, Delian oder Tristania anbieten kann. Gesanglich passt Başak Ylva nicht nur wunderbar in das Trio, sondern erzeugt tolle Momente, die ein wenig sogar an Floor Jansen erinnern. Das Drumming hingegen fällt aus der Reihe. Offiziell agieren Dream Ocean ohne Schlagzeuger, was vermuten lässt, dass ein Computer die wuchtigen, jedoch oft sehr gleichen Einschläge beisteuert. Sollte das nicht so sein, ist der Mann hinter der Schießbude trotzdem der Schwachpunkt der Formation. Dem Druck der Gitarre von Sebastian Heuckmann und der Basssaiten, die Frederic Denuell in Schwung bringt, können die Doublebase und Toms nicht mithalten. Im Vordergrund steht Başak. Alle Augen werden nach dem kurzen Intro Nightmare (Intro) auf sie gerichtet. Der mentale Druck dürfte bei der Sängerin recht hoch für den einen oder anderen Stressmoment sorgen, den man ihr glücklicherweise nicht anmerkt. Sehr sortiert und professionell aufgestellt bringt sie ihre Gesangsfarben bei allen Nummern ohne Wackler ins Ziel. Dark Miracles zeigt den Weg auf. Weniger Trallala mehr Metal – dafür steht das internationale Projekt. Gute Kamelot Tage schwingen in den Kompositionen Pendulum Of Time oder Daydreamer mit. Das, was dem Genreliebhaber auf The Missing Stone angeboten wird, kann man nicht als magere Kosten abwinken. Kleinere, negative Aspekte wurden zwar bereits aufgezeigt, das Songwriting setzt dafür im Gegensatz immer wieder kleine Nadelstiche. 08/15 Symphonic Metal mit einer poppigen Mainstream Ader gibt es nicht aus den Händen von Dream Ocean. Die Stimmung liegt meist positiv auf dem Hörer und dürfte ruhig mal in progressivere Gefilde fallen. Dafür, dass beim Cover die Klischeekeule unnötigerweise weite Kreise zieht, lebt der Silberling von mutigen Moves und kleineren Spagaten zwischen melodischen und atmosphärischen Passagen, die alle harmonisch im Einklang zu allen Komponenten stehen. Den Mut, Frau Ylva auf dem zweiten Langeisen direkt ins Rampenlicht zu schieben, geht zu hundert Prozent auf. Luft nach oben bleibt nur in den bereits angesprochenen Punkten, die in der Zukunft bestimmt noch verbessert werden können.

HIER! geht es für weitere Informationen zu Dream OceanThe Missing Stone in unserem Time For Metal Releasekalender.

Dream Ocean – The Missing Stone
René W.
7.7
Leser Bewertung0 Bewertungen
0
7.7
Punkte
Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast

Where To Listen: