Dustopia – The Endless Equinox

Gibt es eine Steigerung zu "progressiv"?

Artist: Dustopia

Herkunft: Gießen, Deutschland

Album: The Endless Equinox

Spiellänge: 30:51 Minuten

Genre: Progressive Death Metal

Release: 29.03.2019

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/Dustopia/

Bandmitglieder:

Gitarren und Gesang – Marcel Pfeiffer
Gitarren und Gesang – Marcel Marx
Bassgitarre – Christopher Theiß
Schlagzeug – Johannes Conrad

Tracklist:

  1. Prelude
  2. Equinox
  3. Tyranno
  4. Grand Visions
  5. Celestial Architect

 

Es passiert nicht oft, dass eine Reviewanfrage per mail direkt in meinem Postfach landet, aber die Jungs von Dustopia sind diesen Weg gegangen und das war, so viel kann ich gleich schon sagen, auch gut so. Nächstes Jahr kann das zehnjährige Bandjubiläum begangen werden, denn Dustopia wurde im Jahr 2010 gegründet. Nach einem Demo-Album und einer EP legen sie jetzt ihr neustes Werk vor. The Endless Equinox heißt es und kommt bei einem Intro und vier Songs auf knapp 31 Minuten Spielzeit.

Das knapp einminütige Prelude könnte leicht in die Irre führen, es ist nämlich sehr ruhig gehalten, kommt nur mit akustischer Gitarre und Klavier daher. Aber gleich die ersten Takte von Equinox zeigen dann die Marschrichtung des Albums auf. Zunächst mal bin ich positiv überrascht über den tollen Klargesang, der sehr lässig und unangestrengt daherkommt und immer wieder von den tollen Growls begleitet wird bzw. sich mit diesen abwechselt. Ich dachte ja zugegebenermaßen, dass hier ein Keyboard zu hören ist, das Playthrough-Video hat mich dann aber eines Besseren belehrt, denn die beiden Marcels tappen sich mit der gleichen Begeisterung, mit der sie den Gesang beisteuern, durch große Strecken des Songs. Aber nicht nur sie beherrschen die verschiedensten Spielarten auf ihren Instrumenten, auch Christopher und Johannes sind natürlich gut vorbereitet ins Studio gegangen.

Wie schon auf ihrer EP Echoes From The Future aus 2016 nehmen Dustopia auch auf The Endless Equinox den Hörer auf einen wahren Höllenritt mit. In 2016 kränkelte es noch ein wenig am Gesang, der klang teilweise ein wenig uninspiriert, aber das ist jetzt überhaupt kein Thema mehr. Damals wie heute filetieren Dustopia mit Hochgenuss den fleischigen Brocken namens Death Metal und drapieren die feinen Stücke auf dem Teller, dass es ein wahrer Augen-, ääh sorry, Ohrenschmaus ist. Da wechseln sich wüste Blastbeat-Parts mit sehr melodischen Sequenzen ab, das Gaspedal wird bis zum Boden durchgetreten und einen Moment später die Handbremse gezogen, der Kopf verfällt streckenweise fast automatisch in den Headbanger-Modus, um Sekunden später im gemächlichen Takt von links nach rechts und wieder zurück zu wiegen. Dabei werden nicht nur die Songs immer länger, sondern tatsächlich auch immer noch ein wenig mehr abgedreht. Selbst beim wiederholten Hören kann ich mir an manchen Stellen ein Grinsen nicht verkneifen über die Möglichkeiten, die Dustopia alle ergriffen und in die Songs eingebaut haben. Wenn es noch eine Steigerung von progressiv gibt, dann ist sie hier zu hören.

Ich hatte es bereits erwähnt, hier kommt das Playthrough-Video zu Equinox:

Fazit
Fazit: Noch so eine Underground-Band, die definitiv mehr Beachtung verdient hätte. Dass sie in dem schon dicht besiedelten Feld des Progressive Death Metal tatsächlich noch einen Platz gefunden haben, an dem noch nicht allzu viele andere Bands aufgeschlagen sind – mir fällt zumindest spontan keine ein, die man ansatzweise als Referenz nennen könnte – ist schon bemerkenswert. Da kann ich dem, was die Jungs in ihrer Bandinfo schreiben, dann auch uneingeschränkt zustimmen: "Der Stil lässt sich grob zwischen Opeth, Gojira, Mastodon und Machine Head einordnen, wobei diese nur als periphere Einflussgrößen dienen, denn Eigenständigkeit wird von DUSTOPIA großgeschrieben."

Anspieltipps: alles
Heike L.9.5
Leser Bewertung2 Bewertungen8.5
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