Famishgod – Rotting Ceremony

Grüße aus den spanischen Katakomben

Artist: Famishgod

Herkunft: Spanien

Album: Rotting Ceremony

Spiellänge: 47:07 Minuten

Genre: Death Metal, Doom Metal

Release: 02.09.2021

Label: Xtreem Muisc

Link: https://famishgod.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Dave Rotten
Alle Instrumente – Pako Deimler

Tracklist:

  1. The Sun, The Death
  2. Ascension
  3. Fear Your Own Shadow
  4. Deep Fall
  5. Rotting Paradise
  6. Crystal Palace
  7. Earthly Slavery

Pako Deimler, der Mann hinter Famishgod, bedient alle Instrumente und ist ansonsten noch bei Bands wie Deimler, Dimension oder Itnuveth tätig. Er mag das Extreme und ist musikalisch im Thrash, im Death und im Black Metal unterwegs. Seit 2013 hat er nun das Projekt Famishgod am Start und um selber nicht singen zu müssen, hat er sich wahre spanische Prominenz ins Boot geholt. Dave Rotten von Avulsed und Xtreem Music hat den Part übernommen und mittlerweile ist man schon beim dritten Album angelangt.

Schleppend und mit hypnotischem Riffing geht es bei The Sun, The Death zur Sache. Der tiefe Kehlkopfgesang wurde mit Halleffekten verfeinert, passt aber total. Nach einer gewissen Zeit erhöht man das Tempo und wechselt ins Midtempo. Schnell wird man nie richtig, bedient sich aber einer gelungenen Melodie und dann ist irgendwie auch schon Schluss. Eine Mischung aus Doom, Atmosphere und Death Metal.

Auch Ascension geht diesen Weg. Sehr doomig, dreckig und atmosphärisch klingt man hier. Wieder kommt er zur kurzen Tempoverschärfung. Aber immer langsam. Fieser Gesang und eine Melodie werden mit eingebaut. Dann erfolgen Vorspieler und es wird schneller. Das melodische Lead läuft durch, die Vocals agieren als Höhlengespenst. Ein geiler Midtempopart erklingt und Dave growlt drüber. Alles sehr hypnotisch, besonders das folgende Riffing. Puh, schon ein wenig starker Tobak, aber irgendwie hat das Ganze was. Muss man sich drauf einlassen. Es erscheinen wieder die Vorspieler, aber es gibt keinen schnellen Part, sondern man wird wieder doomig. Aber richtig schön schaurig und traurig, so wie My Dying Bride zu ihren besten Zeiten. Der fiese Gesang erklingt wieder. Einzelne Gitarrentöne stehen im Vordergrund und Ende.

Fear Your Own Shadow klingt am Anfang so, wie man bei Ascension aufgehört hat. Dann wechselt man aber ins deathige Riffing und liefert wieder dieses beängstigende, hypnotische Riffing, gefolgt von einzelnen Tönen. Schon krass, ist mir auf Dauer aber zu viel. Der Einsatz aller Instrumente zu einer deathigen Suppe kommt dann wieder gut. Nach dem Vorspieler geht man in einen bangfähigen, langsamen Death Metal Part, der wieder von einem melodischen Lead getragen wird, um dann diese Einzeltöne wieder in den Vordergrund zu stellen. Der Gesang ist wieder einmal mehr nur zur Untermalung dabei. Der melodische Doom Part fetzt, kommt einem dann aber mittlerweile sehr bekannt vor. Die anschließende Tempoverschärfung bringt aber eine gewisse Abwechslung in die doch interessante Geschichte.

Der Sound bzw. die Produktion klingt mal richtig geil, man fühlt sich wie in einem musikalischen Horrorfilm. Nebelig und zerstörerisch. Passt!

Das restliche Material bietet natürlich ähnliche Kost, wobei ich den Songaufbau von Deep Fall ein wenig verwirrend finde. Dagegen ist der Song Rotting Paradise schön eingängig und geht gut ins Ohr. Hier kriecht man so richtig durch die Grüfte Spaniens und stampft alles nieder. Die morbide Melodie geht sofort in die Gehörgänge und verankert sich dort. Auch die Melodie bei Crystal Palace kann total überzeugen. Der ganze Song zieht einen sofort runter und offenbart so einige Abgründe.

Nur ein Song ist unter sechs Minuten. Earthly Slavery geht sogar fast neun Minuten. Das ist mir dann teilweise zu lang. Am Ende verliert diese okkulte Atmosphäre ein wenig an Reiz, auch durch die Länge des Songs, aber ansonsten fühlt man sich wie auf einem Friedhof. Der Nebel verdunkelt die Sicht und von Weitem hört man knackende und beängstigende Geräusche. Grüße aus den spanischen Katakomben.

Famishgod – Rotting Ceremony
Fazit
Langsamer und groovender Doom trifft auf harte und drückende Death Metal Riffs. Alles sehr monolithisch, spartanisch und düster. Der tiefe Kehlkopfgesang und die morbide und okkulte Grundstimmung erledigen den Rest. Das Album wartet mit echt geilen Melodien auf und hat einen düsteren Sound. Anchecken!

Anspieltipps: Ascension und Crystal Palace
Michael E.
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