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Feretro – The Mortuary Destiny Of Flesh

Chilenen mit einer Hommage an Death und Asphyx

Artist: Feretro

Herkunft: Chile

Album: The Mortuary Destiny Of Flesh

Spiellänge: 37:16 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 06.09.2025

Label: Nihilistic Holocaust

Link: https://feretro.bandcamp.com/album/promo

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Pedro Veloso
Gitarre – Mauricio Barrios
Bassgitarre – Rodrigo Balzasar
Schlagzeug – Felipe Soto

Tracklist:

1. Twilight Of Life
2. Towards Perishment
3. The Ancient Horror
4. In Agony
5. The Hour Of Death
6. Time To Die
7. Death’s Cycle
8. Flesh For Worms
9. Epitaph

Feretro stammen aus Chile und obwohl dort sicherlich auch eine gute extreme Szene herrscht, schaffen es viele Bands nicht, ihre Veröffentlichungen auch in Europa zu platzieren. Gerade aus Santiago kommen so einige Krawallkapellen. Zum Glück gibt es ja so kleine Undergroundlabels, die es möglich machen, dass auch wir Notiz von solchen Bands nehmen. Nihilistic Holocaust ist solch ein Label. Der gute Gabriel haut seit Jahren immer wieder coole Undergroundperlen auf den Markt. Meinen Respekt hat er sich dafür definitiv verdient. Die vier Burschen stammen nicht aus Santiago, sondern aus Huepil und sind seit 2005 am Start. Nach fünf Demos, zwei EPs und einer Split mit Silure (Frankreich) kommt nun endlich das Debütalbum heraus.

Los geht es mit einem old schooligen Intro (Twilight Of Light), so wie man es aus den Neunzigern kennt. Ein wenig bedrohlich, ein wenig schaurig und ein wenig romantisch.

Und es bleibt old schoolig. Death Metal der alten Schule, welcher ziemlich geil produziert ist, kommt aus den Boxen gekrochen. Hätte ich so nicht erwartet. Da unterlag ich mal wieder einem Irrtum. Gerade die im Midtempo drückenden Groover sind ziemlich geil, wenn auch nicht neu. Der Opener macht mal so richtig Spaß, denn neben diesem Groover gibt es eben Uptempoparts der alten Schule mit entsprechenden Uftata-Momenten. Sehr geil. Dann wird man sogar ein wenig doomig, bleibt aber immer aggressiv. Die Vocals sind schön tief und fiese Screams gesellen sich dazu. Yepp, ziemlich fettes Teil. Wie schon erwähnt. Das hat man sicherlich schon einmal gehört, aber die Kombination macht es ja aus, und Towards Perishment, so der Name des Openers, ist einfach nur ein geiler Old-School-Death-Metal-Song.

The Ancient Horror legt dann ziemlich doomig los und das langsame Tempo, in Verbindung mit den tiefen Growls und der schaurigen Melodie, hat absolut was. Es erfolgt ein Break und man geht wieder in die Death-Metal-Schiene. Uptempo und dann in einen drückenden Midtempo-Part, der so ziemlich an die Band Death erinnert, aber am Ende mit Tremolo-Riffing gut verändert wird. Ein drückender Groove erfolgt und zwingt den Zuhörer zum Bangen. Nun klingen sie ein wenig wie Bolt Thrower. Man kann hören, dass sie Fans der eigenen Musik sind und ihren Vorbildern Tribut zollen. Der geile doomige Part (Grüße gehen in Richtung Asphyx raus) darf auch noch einmal ran und das ist auch gut so. Langsam und entschlossen schreitet man vorwärts. Diese tragische Melodie kommt absolut gut. Wieder ein leckerer Song der Chilenen. 

Wenn man etwas bemängeln möchte, ist es eben, dass man sehr viele Erinnerung bei dem Zuhörer weckt. Vieles klingt eben wie aufgewärmt, so auch das Riffing beim nachfolgenden Song In Agony. Trotzdem baut man immer wieder Tempowechsel mit ein und auch hier holt man den doomigen Schlaghammer heraus und lässt diesen kreisen. Das macht definitiv Spaß und Lust auf mehr, wird aber ganz schön ausgeschlachtet. Aber dann erfolgt natürlich ein Break, die Gitarren spielen vor und es wird kurz geknüppelt. Noch einmal betonen die Gitarren einzeln und es wird langsam gezockt. Erneutes Break, Gitarren wieder vorweg und wieder Attacke. Dieses melodische Lead sitzt und schockt und wird erst einmal gut ausgenutzt, aber auch der schon beinahe hypnotische Part klingt ziemlich geil. Und so beendet man den Spaß. 

Auch The Hour Of Death verarbeitet diese Thematik aus Death Metal und doomigen Klängen. Der doomige Anfang ist ziemlich lang und man bleibt eigentlich die ganze Zeit im gleichen Tempo. Man verarbeitet ein Hauptriff, welches ziemlich gut ist, aber meines Erachtens viel zu lang vorgetragen wird. Nach über drei Minuten setzt der Gesang erst ein und dann wird am Ende auch noch gescreamt. Hm, ist mir dann doch zu lang, der Spaß.

Da gefällt mir das etwas Death-lastige Time To Die wieder wesentlich besser, denn hier stimmt die Mischung wieder aus Riffing und Ballereinheit des Drummers. Überwiegend im old schooligen Death-Metal-Bereich ist man unterwegs, und das steht ihnen sehr gut zu Gesicht. Die im Midtempo präsentierte Passage kommt absolut fett. Dann wieder den Knüppel aus dem Sack holen und das Tempo minimieren. Kann man so machen. Langsame, melodische Einsprengsel und am Ende noch einmal Vollgas geben. Natürlich auf eine altbackene Art und Weise. Diese Wechsel des Tempos erinnern mich persönlich ein wenig an Skeletal Remains. Überwiegend ist Song aber recht fix.

Die Songs ähneln sich alle ein wenig, machen aber dem Zuhörer Spaß, und man spürt quasi die Liebe der Protagonisten zum old schooligen Death Metal. 

Feretro – The Mortuary Destiny Of Flesh
Fazit
Die Chilenen von Feretro sind seit 20 Jahren dabei und haben es jetzt endlich geschafft, nach einigen Demos ihr erstes Full-Length herauszubringen, welches hoffentlich nicht das letzte sein wird. Die Burschen sind ziemlich im old schooligen Death Metal verhaftet und ehren mit ihren Songs Bands wie Death, Pestilence, Morgoth und Asphyx. Klar, das Rad erfindet man nicht neu, aber diese Mischung aus doomigen Passagen, Midtempo-Groove und Uptempo-Passagen klingt schon richtig fett. Die Vocals sind schön growlig. Ab und zu wird auch ein Scream hinzugefügt. Die Produktion ist drückend und schön auf alte Schule getrimmt, aber absolut nachvollziehbar. Freunde der alten Schule können definitiv zuschlagen.

Anspieltipps: Towards Perishment und The Ancient Horror
Michael E.
7.9
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