Forever Still – Breathe In Colours

Reißt mich nicht wirklich vom Hocker

Artist: Forever Still

Herkunft: Kopenhagen, Dänemark

Album: Breathe In Colours

Spiellänge: 45:04 Minuten

Genre: Alternative Rock, Alternative Metal

Release: 29.03.2019

Label: Nuclear Blast

Link: https://www.facebook.com/Foreverstill/

Bandmitglieder:

Gesang – Maja Shining
alle Instrumente – Mikkel Haastrup
Gitarre (live) – Partsch

Tracklist:

  1. Rewind
  2. Fight!
  3. Breathe In Colours
  4. Is It Gone?
  5. Survive
  6. Do Your Worst
  7. Pieces
  8. Rising Over You
  9. Say Your Goodbyes
  10. Embrace The Tide
  11. Is It Gone? (Acoustic Version)
  12. Perfect Day

Es ist ja schon irgendwie seltsam; sobald eine Frau am Mikrofon steht, bin ich bei einer Band, die ich noch nicht kenne, erst mal ein wenig skeptischer. Da gibt’s nämlich nicht viel, was ich wirklich gern höre bzw. nicht viele Sängerinnen/Shouterinnen/Growlerinnen, die mich wirklich überzeugen können. Ist das schon Zickenterror? 😀  Wie auch immer, Maja konnte mich überzeugen, als Forever Still irgendwie in meinem Newsfeed aufpoppten und um Aufmerksamkeit baten. Am 29.03. erschien über Nuclear Blast das neue Album Breathe In Colours. Es ist der Nachfolger des 2016er-Debüts Tied Down und kommt mit 12 Songs auf eine Spielzeit von einer dreiviertel Stunde. Eigentlich sind es ja elf Songs, denn Is It Gone? kommt in zwei Versionen daher. Das Thema, mit dem sich Breathe In Colours beschäftigt, ist leider verdammt realistisch, es geht nämlich um den drohenden ökologischen Zusammenbruch der Welt, auf der wir alle noch leben. Auf Breathe In Colours flieht die Menschheit in den Cyberspace, um der realen Welt zu entkommen.

So eine Flucht würde im Film wahrscheinlich hochspannend und mit sämtlichen Emotionen, zu denen Menschen so fähig sind, dargestellt. Forever Still schaffen das auf Breathe In Colours musikalisch nicht wirklich. Es gibt im Grunde zwei Typen von Songs: Die im Mid- bzw. Uptempo gehaltenen, rockigeren Nummern, wie gleich Rewind, das folgende Fight! – das mich streckenweise musikalisch tatsächlich ein wenig an Disturbed erinnert – oder auch Survive und Do Your Worst, und dann sind da die (Power-)Balladen. Davon sind gleich sechs auf dem Album versammelt, was insgesamt sieben Balladen ausmacht, denn das zusätzlich in akustischer Version eingespielte Is It Gone? ist auch eine Ballade. Los geht der (Power-) Balladenreigen gleich mit dem Titeltrack Breathe In Colours. Der kommt ziemlich wuchtig daher, das folgende Is It Gone? nimmt dann aber schon mächtig Dampf aus dem Kessel.

In den rockigen Songs kann Maja sich dann gesangstechnisch richtig schön austoben und auch mal ins Mikro schreien, während die Instrumentenfraktion mit tiefer gestimmten Gitarren und einigen kurzen Doublebase-Attacken für den nötigen Druck sorgt. Bei den Balladen fällt das mit dem Schreien schon mal weg, von einem kurzen Ausflug im Titeltrack mal abgesehen, so passiert also nicht viel, und das muss man mögen. Ansonsten wird der Finger wohl, wie bei mir sehr häufig, über der Skip-Taste schweben. Bei der Vielzahl an Balladen geht die Flucht der Menschheit in den Cyberspace wohl eher nicht so gut aus, denn selbst der letzte Song Perfect Day ist… richtig, eine Ballade. Der Song stammt im Original übrigens von Lou Reed und fand sich auf seinem 1972er Album Transformer. Der Song endet mit dem heute wie schon damals gültigen Satz „You’re going to reap just what you sow“. Wir werden es hoffentlich nicht mehr erleben, wenn der endgültige Zusammenbruch unserer Erde gekommen ist…

Zum ersten Song, Rewind, gibt es hier das Video:

 

Das Video zum Titeltrack Breathe In Colours könnt Ihr Euch hier anschauen:

Fazit
Mit Rewind hatten mich Forever Still ja ziemlich schnell gekriegt, aber sich das ganze Album vom ersten bis zum letzten Ton anzuhören, fand ich schon ziemlich anstrengend. Es gibt sicherlich auch Sänger/Shouter/Growler, die ich auf Dauer nicht ertragen kann, aber die Tonlage, in der sich Maja überwiegend bewegt, ist nun so gar nicht meine. Wer Frauengesang à la Evancescence, Within Temptation oder auch Delain mag, wird hier schon mal gut bedient. Die Songs kommen zunächst mal ziemlich abwechslungsreich daher, irgendwann verfällt man dann aber leider in Wiederholungen. Es gibt entweder Ballade oder die etwas härtere Gangart mit tiefer gestimmten Gitarren. Abgesehen davon, dass Balladen sowieso eher nicht meins sind, aber damit kann man bei mir keinen Blumentopf gewinnen.

Anspieltipps: Rewind, Fight!, Survive und Do Your Worst
Heike L.7
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7
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