Forgetting The Memories – Vemod

Mit dem Messer zwischen den Zähnen auch im dritten Anlauf nicht zu stoppen

Artist: Forgetting The Memories

Herkunft: Stockholm, Schweden

Album: Vemod

Spiellänge: 46:20 Minuten

Genre: Metalcore, Deathcore, Extreme Metal, Metal

Release: 24.09.2021

Label: Long Branch Records

Link: https://www.facebook.com/Forgettingthememories

Bandmitglieder:

Gesang – Bastian Kempe
Gitarre – Gustav Holst
Gitarre – Adrian Lyxell
Bassgitarre, Gesang – Lukas Löken Olsson
Schlagzeug – Johan Blomberg

Tracklist:

  1. Beneath The Creek
  2. The Solstice Rebirth
  3. The Lake
  4. A Voice In The Static
  5. Mask Ov Lies
  6. Cowards Tongue
  7. From Soot
  8. Cursed Earth
  9. Komma Skall
  10. Trauma

Dieser Tage wurde das dritte schwedische Death und Metalcore Geschoss Vemod der Schweden Forgetting The Memories veröffentlicht. In über einer Dreiviertelstunde treiben sie die kleinen quiekenden Schweinchen mit bösartigen Salven durchs Dorf. Erneut erschien die Veröffentlichung des fünfköpfigen skandinavischen Bombenkommandos über Long Branch Records. Die Cleangesänge gehen in den Hintergrund und brechen immer wieder aus den basslastigen Riffs aus. Die sonst so kernigen Growls springen in tiefe Atmosphären und lassen die kalte Gischt wie frisches Blut auf die Stirn spritzen. Das Duett von Bastian Kempe mit Lukas Löken Olsson funktioniert wunderbar und nach dem sehr gelungenen Output Known Darkness werden sie dem deutlich gesteigerten Interesse in den neuen zehn Songs ohne Probleme gerecht.

Die Leinen des Katapultes werden durch Beneath The Creek gekappt. Sausend fliegen die brennenden Geschosse in die feindliche Stadtmauer und lassen diese bis in die Tiefen erzittern. Mit dem vollen Einsatz für headbang-taugliche Attacken drehen die Jungs ordentlich auf. Melodisch, mit tiefen Bassschlägen als Motivator jeden einzelnen Stein aus der Festung zu schlagen, ist das Artwork im Vergleich mit dem gebotenen Liedgut fast schon zu harmlos. Mit dem ersten Cleanvocal-Einsatz kommt maximal die Frage auf, ob die bissigen harten Growls nicht auch alleine gereicht hätten. Die Antwort kann man schon auf ja drehen, auf der anderen Seite liegt es auch auf der Hand, mit frischen Gesangsfarben die gewünschte Breite herzustellen, was ohne Abstriche gelingt. Für Freunde des Extreme Metal dürfte die Entscheidung jedoch das Interesse an Forgetting The Memories deutlich reduzieren. Auf Höhepunkte muss man nicht lange warten, nach dem eh schon guten Start wartet an Position drei The Lake. Der See glitzert im Mondschein und beinhaltet trotz der Schönheit mehr Gefahren, als man zunächst denken würde. Feuer frei, deep down und ab dafür. Der Track hat alles, was man für eine stimmungsvolle Dampfwalze braucht. Die gekeiften Lyrics verschmelzen förmlich mit den drückenden Melodien, die dem Widersacher keine Chance zum Atmen lassen. Drei, vier Dauerschleifen bei The Lake gehen ohne Probleme klar, schließlich dauert eine Sequenz auch nur fünf Minuten. Weiter im Programm folgen A Voice In The Static und Mask Ov Lies. Brachiale Hooks, schmerzhafte Nierenschläge am laufenden Band und das Ziel, ohne Skrupel bis zum letzten Widerstand vorzudringen, macht Vemod zu einer Killermaschine. Mit dem Schalk im Nacken oder dem Weißen im Auge ist die völlige Zerstörung vorprogrammiert. Zum Ende drehen Forgetting The Memories etwas ab und servieren Cursed Earth, das an Geschwindigkeit abnimmt und dennoch keinen Knochen auf dem anderen lässt. Warum der letzte Track Trauma mit Komma Skall noch ein Intro erhält, kann ich hier nicht beantworten. Für meinen Geschmack wurde dadurch kurz vorm Finale unnötig die sonst permanent regierende Power rausgenommen. Aus der Komfortzone sprintet Trauma, um ein letztes Mal mit beiden Händen auf der Brust die Frequenz des Herzschlages einzufangen. In diesem Takt brennen Forgetting The Memories letzte Zweifel nieder, schließlich gelingt ihnen mit dem dritten Studioalbum gleich der nächste Paukenschlag.

Forgetting The Memories – Vemod
Fazit
Super konsequent, was die Schweden auf Vemod vom Zaun brechen. Das Konzept stimmt, trotz ähnlicher Aufhänger haben alle Songs einen eigenen Charakter und bilden einen gemeinsamen großen Angriff gegen jeden Deathcore Verweigerer. Die nur punktuellen Metalcore Einflüsse gefallen mir persönlich sehr gut und der tödliche Schwerpunkt zieht die Rammböcke vor alle Tore der Stadt. Der Übermacht kann keiner entrinnen, aber hört doch am besten selber mal rein. Aber Vorsicht: Es wird tief geschossen!

Anspieltipps: The Lake und Trauma
Franziska W.
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