Glorious Depravity – Death Never Sleeps

07.11.2025 – Death Metal – Transcending Obscurity Recods – 34:02 Minuten

Das amerikanische Quintett von Glorious Depravity ballert seit dem Jahre 2018 herum und ist auch im verflixten siebten Jahr noch in derselben Besetzung unterwegs. Dies ist für das Songwriting natürlich sehr förderlich. Allerdings spielen alle Member noch in anderen Bands, wie z. B. bei Woe, Unrest, Gravesend, Belus oder Pyrrhon. Alles Combos, die man als geneigter Undergroundfreak durchaus kennen dürfte und die ein Beweis dafür sind, wie gut die amerikanische Szene mittlerweile wieder aufgestellt ist. Ich rede natürlich von der extremeren Sorte, aber das ist ja schon klar, ansonsten würdet ihr das hier ja nicht lesen. Und eine Band, die sich nach einem Song von Ripping Corpse benannt hat, ein Logo von Mark Riddick verwendet und ein Cover von Dan Seagrave zum Besten gibt, weckt mein Interesse sowieso. 2020 erschien das erste Album und ich vermute, dass es aufgrund der Tätigkeiten in den anderen Bands fünf Jahre gedauert hat, bis Album Nummer zwei namens Death Never Sleeps erscheinen konnte, mithilfe des indischen Labels Transcending Obscurity Records.

Slaughter The Gerontocrats führt uns dann ein in die Welt der fünf Amerikaner. Ohne Intro oder sonstigen Firlefanz, gleich volle Attacke. Ausruhen kann man sich ja auch woanders. Death Metal der amerikanischen alten Schule ist angesagt und bei der von mir geschriebenen Einleitung war das ja auch klar. Hinzu kommen Elemente aus dem Thrash Metal. Nach einem Schlagzeugwirbel zu Beginn ballert man schon einmal ordentlich herum, liefert gelungenes Riffing ab und geht vom schnellen Midtempo in einen fetten Groove herüber, um dann wieder Fahrt aufzunehmen. Dabei agiert man nicht in der Hyperspeed-Geschwindigkeit, hat dieses aber auch nicht nötig. Der nachfolgende Part arbeitet immer wieder mit einer Tempoverschärfung, gezielt gesetzten Growls und Screams am Ende. Jo, das schockt und geht gut ins Ohr. Kurze Zeit später erfolgt natürlich ein Solo und spätestens jetzt hört man, dass die Burschen nicht erst seit gestern ihre Instrumente bedienen. Technisch einwandfrei und wild. Break, Gitarre vorweg und ein langer, fieser Schrei bringen den geneigten Zuhörer eine gelunge Portion Brutalität, Tempo ganz raus, schon beinahe Geslamme, wieder Tempo hoch, kleines Solo, noch einmal Geknüppel am Ende und fertig ist der gelungene Einstand

Gelungenes Songwriting und eine ziemlich fette Produktion

Auch beim nachfolgenden Song Stripmined Flesh Extractor hat man das Gefühl, dass man sich ziemlich viele Gedanken beim Songwriting gemacht hat. Besonders wenn thrashiges Riffing auf Death-Metal-Drumming trifft, klingt es hervorragend oder wenn man melodische Leads, wie man sie von Monstrosity oder Morbid Angel kennt, auf die Menschheit loslässt, und diese dann schön wegballert. Man hat sich gerade so schön warmgehört und hat am Anfang das Gefühl, der Song wäre ein wenig zu lang und dann ist der Song mit drei Minuten ruckzuck vorbei. Ich mag es, wenn ich überrascht werde.

Mit den Aufnahmen und der Abmischung von Joe Cincotta (Suffocation, Obituary) und dem Mastering von Ryan Williams (The Black Dahlia Murder) hat man sich echt selber einen großen Gefallen gemacht, denn die Produktion drückt ungemein und klingt dazu noch richtig düster. Das passt sehr geil zum Gesamtkonzept.

Die erste Hälfte am Stampfen, die zweite Hälfte am Ballern

Mit Sulphrous Winds (Howling Through Christendom) hat man einen Song am Start, der beim Death-Metal-Fan aufgrund der Leadarbeit sofort hängenbleibt. Wieder solche Morbid Angel / Monstrosity Riffs. Herrlich. Aber auch das Drumming erledigt gelungene Arbeit und nimmt zur rechten Zeit Fahrt auf oder verschleppt das Tempo so, dass es drückt und knallt. Nach einem Solo wird es schnell, technisch und wild und dann auf einmal ist schon Schluss. Ziemlich krass.

Irgendwie hat man das Gefühl, dass man das Album in zwei Hälften aufgeteilt hat, denn die Geschwindigkeit nimmt im Laufe des Albums immer mehr zu. Sie bleiben sich aber treu und es artet niemals aus, wie zum Beispiel beim Song Scourged By The Wings Of The Fell Destroyer.

Auch das straight-in-the-face-Gemetzel von The Devouring Dust geht gut in meine Gehörgänge besonders die Gitarrenarbeit. Ich mag eben diese melodischen, langgezogenen Elemente, die dann niedergeballert werden. Hinzu kommen die geilen Growls und Screams, ein Solo und groovige Momente, die den Spannungsbogen aufrechterhalten.

Geile Vocals und fette Groover

Nicht nur bei dem zuletzt genannten Song oder bei dem drückenden und treibenden Song Carnage At The Margins ist die Gesangsleistung von Doug Moore zu erwähnen. Diese kräftigen und dunklen Growls stehen im Vordergrund, aber immer wieder baut er Screams mit ein, die absolut fies und erschütternd klingen. Der von ihnen druckvoll in Szene gesetzte Groove hat auch absolut was. Dieser blitzt immer wieder auf und kann einen durchaus zerstören, so wie bei Necrobotic Enslavement oder dem Rausschmeißer Death Never Sleeps. Und nach knappen 34 Minuten ist der Spaß vorbei und man kann ohne Bedenken die Repeattaste drücken.

Hier geht es für weitere Informationen zu Glorious Depravity – Death Never Sleeps in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Glorious Depravity – Death Never Sleeps
Fazit zu Death Never Sleeps
Auf ihrem zweiten Album verfeinern die Amerikaner von Glorious Depravity ihr Songwriting und dürfen sich so richtig austoben und Material verwenden, welches nicht in ihren Hauptbands zum Tragen kommt. Die alte amerikanische Death-Metal-Schule, gepaart mit thrashigem Riffing, geilen Growls, fiesen Screams, groovigen Elementen, saftigen Riffs, überwiegend gelungenen Soli und einer fetten und dunklen Produktion führt zu Songs, die nicht nur Fans von Bands wie Morbid Angel, Monstrosity, Deicide oder Sinister begeistern können. Kein Überalbum, aber mehr als nur solide. Death Metal lebt!

Anspieltipps: Sulphrous Winds (Howling Through Christendom) und The Devouring Dust
Michael E.
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