Heads For The Dead – Never Ending Night Of Terror

Neue Soundtracks für splashige Gute-Nacht-Geschichten

Artist: Heads For The Dead

Herkunft: International

Album: Never Ending Night Of Terror

Spiellänge: 41:50 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 10.10.2025

Label: Pulverised Records

Link: https://www.facebook.com/headsforthedead/

Bandmitglieder:

Gesang – Ralf Hauber
Gitarre – Matt Molitti
Gitarre, Keyboards, Effekte und Bassgitarre – Jonny Pettersson
Schlagzeug – van Daniele

Tracklist:

1. The Vastness Of Time
2. Death Mask
3. Phantasmagoria
4. In Disgust We Trust
5. Never Ending Night Of Terror
6. Give Me Life
7. The Harvester
8. The Shape Of Light Bleeds Black
9. To The Very Last
10. Witchkrieg

Wenn eine Zusammenarbeit gut fruchtet, auch über die Grenzen der Republiken hinaus, sollte man diese auch weiterführen. Man muss sich ja nicht, so wie früher, in versifften und stinkenden Proberäumen einschließen, um neues Material zu kredenzen. Heads For The Dead, ein internationales. Projekt, wurde im Jahre 2017 gegründet und ist recht fleißig unterwegs. Bis 2022 brachte man drei Alben heraus und 2023 ließ man noch eine EP folgen. Zur aktuellen Besetzung der Horror-Death-Metal-Band gehören neben den Gründungsmitgliedern Jonny Pettersson (Wombbath) und Ralf Hauber (Revel in Flesh und Rotpit) Matt Moliti von Sentient Horror. Letzterer hat dann seinen Bandkollegen. Evan Daniele neu mit ins Boot geholt.

Alle Songs sind von Jonny Petterson geschrieben, alle Texte kommen von Ralf Hauber. Alles also beim Alten, so soll es sein. Ralfs Vorlieben sind ja Slasher-Filme und diese werden dann natürlich auch thematisiert. Das Coverartwork ist von Solomacello. Auf geht’s.

The City Of The Dead, The Living Dead“ – Frauenstimme und ein tiefes Argh mit einer Uptempoattacke, die jetzt schon so was von altbacken klingt, dass es an allen Ecken und Kanten nur so trieft. So ist der Start in das Album, so legt man beim Song The Vastness Of Time los. Wer die Protagonisten und/oder die Vorgängeralben erkennt, weiß, was ihn erwartet. Death Metal der alten Schule, der stark vom Horror beeinflusst wurde. Diese Trademarks hört man eben schon nach einigen Sekunden und dieses interessante Konzept wird natürlich gnadenlos durchgezogen. Nicht nur bei diesem Song, sondern auf dem ganzen Album. Das ist so sicher wie das Amen in der Küche oder so. Nach dem treibenden Beginn folgt ein drückender Midtempopart, der dann mit gruseligen Keys begleitet wird, man erhöht das Tempo, verschleppt es wieder und haut dann ein feines, recht melodisches Solo heraus, um dann wieder im aggressiven Midtempo zu agieren. Break, Ralf growlt, die Gitarren gesellen sich dazu. Es folgt ein Solo und am Ende des Parts wird dann geballert. Herrlich, und dann natürlich noch einmal zurück zum groovenden Midtempopart. Die Keys dürfen im Hintergrund noch einmal ran und weiter geht es im galoppierenden Tempo. Am Ende noch einmal dieses melodische Solo und fertig ist ein mehr als gelungener Opener.

Auch Death Mask kommt natürlich am Anfang mit einem horrorlastigen Szenario. Dieser gruselige Part wird dann weiter ausgebaut, um einen groovenden Midtempomoment zu erzeugen. Sehr fein. Kleines Break und Attacke. Ja, meine Damen und Herren der schaurigen Unterhaltung, das schockt. Tempo raus und ab in den Groove. Wenn dann der Ralf dazu sein Stimmchen erhebt, erzeugt das Ganze eine ganz bedrohliche Kulisse. Ein wildes Solo dazu und zurück zu dem Part. Dann lässt man wieder die melodische Seite sprechen und verwendet auch wieder Keys dazu, knattert aber darauf dann ein schnelles Schlagzeug. Hier passiert wirklich viel, denn man nimmt das Tempo wieder raus, liefert einen schaurigen Moment, mit Growls und Screams, um dann wieder anzugreifen. Straight forward und mit doppeltem Gesang startet man die nächste Attacke, um dann den groovigen Sektor zu wiederholen. Herrlich, und der Gruselpart mit Keys und schnellen Drums darf auch noch einmal ran.

Und ja, man darf sagen, dass Necrophagia durchaus eine Inspiration von ihnen sein dürften, und ich bin der Meinung, dass dieses Album bisher das Beste von ihnen ist, denn es hat einen gewissen Härtegrad, welcher mir gefällt. Dabei wechselt man immer schon den Rhythmus und auch die Geschwindigkeit, wie zum Beispiel beim Song Phantasmagoria. Herrlich. Wenn dann eine Uftata erklingt, bin ich natürlich sofort mit im Boot, das ist klar. Aber eben auch diese im Hintergrund eingesetzten Gruseleffekte klingen fett und machen eben Laune. Man beschränkt sich nicht darauf, sondern baut diese geschickt mit ein. Der fette Gesamtsound erledigt dann den Rest.

Freunde des old schooligen Death Metals und des Horrors müssen hier zuschlagen. Die alte Schule wurde wieder aufgebaut und pünktlich zum Schulbeginn lassen sie die Ranzen scheppern, so wie bei In Disgust We Trust. Ein in die Fresse gehender Knüppelpart wird mit einem wirren und wilden Solo kombiniert und wiederholt, am Ende noch eine Sprachsequenz und nach einhundert Sekunden ist Schluss. Danke dafür!

Und natürlich muss man den Namensgeber des Albums noch erwähnen, das ist ja klar. Never Ending Night Of Terror geht dann auch ein wenig länger. Knappe sieben Minuten, wobei der gruselige Instrumentalteil zu Beginn ja schon sechzig Sekunden dauert. Dann erklingen die Growls und man bewegt sich langsam auf das Universum zu und treibt auch erst einmal so weiter sein Unwesen. Man erhöht das Tempo ein wenig und das Wesen vor der Anlage muss seinen Kopf automatisch bewegen. Die fehlende Geschwindigkeit wird einfach durch bösartiges Riffing wettgemacht. Dann erfolgt ein Mittelpart, der schaurig klingt. Eine cleane Gitarre begleitet frischen Friedhofswind. Ein Wechsel in ein melodisches Solo erfolgt und ab dafür. Ist mir persönlich ein wenig zu lang. Man wechselt dann aber wieder in den druckvollen Midtempopart. Insgesamt vielleicht ein wenig zu viel des Guten.

Der Rausschmeißer Witchkrieg ist eine Hommage an die italienische Progrock-Band Goblin, welche für ihre Filmmusik bekannt wurde. Den Song an sich kenne ich nicht und ich hätte auch nicht erraten, dass es sich um ein Cover handelt, denn es klingt nach einem typischen Heads For The Dead Song. Also alles richtig gemacht.

Heads For The Dead – Never Ending Night Of Terror
Fazit
Heads For The Dead kombinieren erneut Old School Death Metal mit dem Thema Horror. Dabei belassen sie es nicht, den Bereich des Horrors textlich zu gestalten, sondern bauen diesen auch beim Songwriting mit ein. Dabei entsteht eine gewisse cineastische Musik, die es einfach in sich hat und Laune bereitet, denn man vermischt diese Einflüsse so geschickt, dass es in keine Richtung langweilig wird. Gelungene Rhythmus- und Geschwindigkeitswechsel tauchen überall auf, und wer die Vorgängeralben kennt, wird feststellen, dass sie im Grund bei der Härte noch eine Schippe draufgelegt haben. Groove und Uptempo geben sich die Klinke in die Hand. Hinzu die cineastische Brutalität, der geile growlige Gesang von Frontman Ralf, zudem der fette Sound, und fertig ist ein echt geiles Death-Metal-Album, welches nicht nur Freunde von Necrophagia begeistern sollte,

Anspieltipps: The Vastness Of Time und Phantasmagoria
Michael E.
8.9
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