Judas Priest – Firepower

“Nur der Kracher fehlt in einem spannenden Heavy Metal Album!“

Artist: Judas Priest

Herkunft: Birmingham, England

Album: Firepower

Spiellänge: 58:10 Minuten

Genre: Heavy Metal

Release: 09.03.2108

Label: Sony Music

Link: http://www.judaspriest.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Rob Halford
Gitarre – Richie Faulkner
Gitarre, Gesang – Glenn Tipton
Bassgitarre – Ian Hill
Schlagzeug – Scott Travis

Tracklist:

  1. Firepower
  2. Lightning Strike
  3. Evil Never Dies
  4. Never The Heroes
  5. Necromancer
  6. Children Of The Sun
  7. Guardians [Instrumental]
  8. Rising From Ruins
  9. Flame Thrower
  10. Spectre
  11. Traitors Gate
  12. No Surrender
  13. Lone Wolf
  14. Sea Of Red

Am Freitag war es so weit: Die Heavy Metal Welt musste einmal für fast eine Stunde den Atem anhalten. Nein, es ist keine Größe unserer liebsten Musik verstorben, sondern die Legende Judas Priest hat ihr neues Album Firepower nach vier Jahren Abstinenz veröffentlicht. In den letzten zehn Jahren kommen die Engländer nur auf zwei bzw. drei Alben, wenn man die Doppel CD Nostradamus aus dem Jahre 2008 dazu rechnet. Das letzte Album Redeemer Of Souls wird nach fast einem halben Jahrzehnt abgelöst. Mit fast einer Stunde Spielzeit.

Rocka Rolla, das Debüt, liegt tatsächlich schon 44 Jahre zurück – wenn diese Schnapszahl mal kein gutes Omen für Firepower ist. Genau die Hälfte dieser Zeitspanne fällt auf die Zeit von Painkiller bzw. Jugulator in den glorreichen Neunzigern. Doch auch in den Achtzigern standen die Briten bereits für ehrlichen Heavy Metal, den sie mit ihren Landsleuten Iron Maiden und Saxon um den Globus schickten. Wie bei vielen Formationen hatten auch Judas Priest schwere Jahre. Besetzungswechsel, interne Querelen und andere negative Punkte mussten überwunden werden. Mit Firepower geht es musikalisch wieder einen Schritt vorwärts – auch wenn Glenn Tipton bereits seit zehn Jahren an Parkinson leidet und der Krankheit jetzt doch Tribut zollen muss. Auf dem Silberling zockt er noch wie ein junger Gott. Ich denke, die Studioaufnahmen wurden nach seinem Zustand ausgewählt. Nun muss er für die Tour passen und lässt Andy Sneap seinen Part übernehmen.

Nach der vermeintlich schwächeren Phase in den letzten Jahren kommt das neue Werk mit dem Titeltrack Firepower vom Start gut weg. Aufgeblasene Kompositionen findet man keine und Herr Rob Halford kommt deutlich schneller auf den Punkt, wie man es noch auf Angel Of Retribution oder Demolition erleben durfte. Mit dem letzten Out Put Redeemer Of Souls konnte ich persönlich ganz gut leben. Im Nachhinein stiehlt das neue Material dem Album in vielen Belangen die Show. Nach den grandiosen Jahren in den späten Achtzigern und eben mit Painkiller und Jugulator kehren Judas Priest mit einem komplett stimmigen Langeisen zurück. Das Einzige, was fehlt, wären ein bzw. zwei prägnante Hymnen, die den Priest Fan zur Dauerschleife zwingen würden. Zum Headbangen eignen sich Lightning Strike, Never The Heroes oder der leicht mystische Children Of The Sun. Technisch in allen Belangen anspruchsvoll und passgenau in die bandtypische Wiege gelegt gibt es keinen Titel, wo man die Existenz mit einem Augenrollen quittiert. No Surrender hat nichts mit den Kollegen von Saxon zu tun. Läutet lautstark die Glocken, die das Finale in Form von Lone Wolf und Sea Of Red besiegeln.

Fazit: Eine super Heavy Metal Performance, die Lust auf mehr und vor allem auf die alten Klassiker macht. Das Einzige, was zum ganz großen Wurf fehlt, wäre ein Titel wie Turbo Lover oder Painkiller. Dafür gibt es keinen Leistungsabfall und alle Titel halten den Hörer nach Belieben an der Stange. Für Fans der Band ein Muss - alle anderen sollten mal die Ohren spitzen, was Rob Halford und Co. im Jahre 2018 zu bieten haben.

Anspieltipps: Firepower, Never The Heroes und Lone Wolf
Rene W.
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