Artist: Harakiri For The Sky

Orgin: Wien, Österreich

Genre: Post-Black Metal, Black Metal

Label: Art Of Propaganda

Link: https://de-de.facebook.com/HarakiriForTheSky/

Bandmember:

Gesang – J.J. (Michael V. Wahntraum)
Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboard – M.S. (Matthias Sollak)

Harakiri For The Sky beginnen das Jahr 2018 goldrichtig, nämlich mit ihrem vierten Album, welches den Namen Arson trägt und am 16. Februar Premiere feierte. Und falls jemand dennoch bisher nicht weiß, um wen es sich handelt: Harakiri For The Sky ist tatsächlich nur ein Zwei-Mann-Projekt, werden doch alle Rollen von J.J., der den Gesang liefert, und M.S. erfüllt – und ja, Matthias/M.S. liefert den ganzen Rest, also alle Instrumente. Ziemliches Multitalent also und dennoch ist dies ein Wissen, welches wohl nur auf dem Papier sonderlich auffällt. J.J. war nun so freundlich uns vom Time For Metal Team Rede und Antwort zur neuen Platte zu stehen.

Time For Metal / Anabel S.:

Hi J.J., erst einmal danke, dass du dir die Zeit für meine Fragen nimmst.
Der Name eurer Band kommt ja von dir und hat mit dem Gefühl der Ohnmacht zu tun. War es einfach der erste bzw. einzige passende Begriff oder hast du einen tieferen Bezug zu Japan?

Harakiri For The Sky / J.J.:

Naja, ich habe schon etwas länger darüber nachgedacht. Ausschlaggebend war dann eine Schallplatte der Band Snöras, auf welcher sich der Titel Harakiri For The Sky And The Trees befand. Von diesem Zeitpunkt an schwirrte mir dieser Begriff im Kopf herum. Als es dann um die Namensgebung ging, habe ich M.S. 3-4 Vorschläge unterbreitet, von welchen ihm Harakiri For The Sky schließlich am besten gefiel. Einen speziellen Bezug zu Japan gibt es aber nicht. Ich weiß, dass Titel wie Jhator oder Aokigahara, sowie der Bandname auf einen Bezug zu Asien hinweisen, aber das ist eher Zufall. Wenn wir Glück haben, werden wir jedoch noch dieses Jahr in Japan ein paar Konzerte geben.

Time For Metal / Anabel S.:

Euer letztes Album III: Trauma wurde 2016 veröffentlicht. Wie war der Entstehungsprozess für Arson? Habt ihr ein allgemeines Konzept wie ihr an neue Alben herangeht?

Harakiri For The Sky / J.J.:

Jeder von uns beiden arbeitet erst mal für sich alleine. M.S. schreibt am liebsten Songs, wenn er besoffen ist oder sich in irgendeinem anderen Rauschzustand befindet. Bei mir ist das ähnlich. Ich habe immer ein Notizbuch dabei, wo ich meine Ideen skizziere. Wenn es schließlich zu den Texten kommt, habe ich im Normalfall schon erste Inspirationsquellen, auf die ich zurückgreifen kann. Manchmal fließt aber auch alles wie von selbst. Den Text von Tomb Omnia etwa habe ich im ersten Entwurf in nicht mal einer halben Stunde skizziert, da ich die Geschichte ja bereits kannte. M.S. skizziert seine Ideen ebenfalls, und wenn er die ersten Songs fertig hat, setzen wir uns zusammen und gehen die Songs gemeinsam durch. Danach schreibe ich die Texte und passe sie an den Song an. So läuft das bei uns, jeder ist für seinen Teil zuständig.

Time For Metal / Anabel S.:

M.S. übernimmt alle Instrumente der Band. Wie kam es, dass Harakiri For The Sky zu einer Duo-Besetzung wurde? Habt ihr es von Anfang an so gewollt?

Harakiri For The Sky / J.J.:

Wir haben zuvor schon gemeinsam in Bands gespielt. Eines Abends haben wir uns gemeinsam betrunken und Woods of Desolation und einige andere Bands dieser Art gehört. Wir kamen zu dem Schluss, dass es geil wäre, gemeinsam eine Band mit ähnlichem Stil aus der Taufe zu heben. Es war von Anfang an klar, dass wir die Rollen aufteilen und jeder für seinen Part alleine zuständig sein wird. Ich bin Texter, er der Songwriter.

Time For Metal / Anabel S.:

Post-Black-Metal scheint eine immer stärker werdende Relevanz zu finden. Worin seht ihr die Gründe, was Post-Black-Metal in der heutigen Zeit so attraktiv macht für Zuhörer?

Harakiri For The Sky / J.J.:

Ich denke, das hat viel damit zu tun, dass im Post Black Metal alle Eigenschaften moderner Rock und Metal Genres vereint sind. Man findet Einflüsse aus dem Post Punk, dem Post Rock, Hardcore, Sludge und vor allem, wie der Name eben schon, sagt dem Black Metal. Zudem gibt es wenige Musikgenres mit einem derartigen Tiefgang und Facettenreichtum wie den Post Black Metal. Es werden Sachen behandelt, in die man sich auch als Außenstehender gut hineinversetzen kann. Diese Kombination mit musikalischer Tiefsinnigkeit ist nahezu unschlagbar. Das Problem ist aber leider wie bei allen Sachen, dass alles, das angesagt ist, irgendwann uninteressant und scheiße wird. Post Black Metal hält sich jetzt aber schon ziemlich lange, ohne scheiße zu werden, also wer weiß, vielleicht läuft der Hase diesmal anders.

Time For Metal / Anabel S.:

Eure neue Platte kommt nun im Februar raus. Wieso habt ihr euch für den Titel Arson entschieden und was bzw. welche Idee versteckt sich hinter dem Artwork?

Harakiri For The Sky / J.J.:

Ich denke, das Artwork spricht in diesem Fall für sich selbst und muss nicht länger erklärt werden. Der Titel Arson rührt davon, dass wir mit diesem Album einiges niederreißen mussten, sowohl musikalisch als auch lyrisch. Gewisse Themen mussten ihren Abschluss finden. Man muss erst alles niederbrennen, bevor der ausgemergelte Boden neue Früchte tragen kann. Da ist die Metapher dahinter.

Time For Metal / Anabel S.:

Ich persönlich liebe ja You Are The Scars. Habt ihr einen Lieblingstrack auf der Platte?

Harakiri For The Sky / J.J.:

Ich glaube, musikalisch ist das für mich The Graves We’ve Dug. Textlich sicherlich Void Omnia, da ich zu dem Text den meisten Bezug habe und ich so untrennbar mit seiner Geschichte verbunden bin. Soweit ich weiß ist You Are The Scars jedoch auch ein Lieblingstrack von M.S.

Time For Metal / Anabel S.:

J.J., als Texter für Harakiri For The Sky, wie sehr nimmt dich der Schreibprozess von solchen eher düsteren Themen ein? Ist es manchmal schwer, sich von dieser „Gedankenwelt“ loszulösen?

Harakiri For The Sky / J.J.:

Naja, es ist nicht so, dass ich erst in eine eigene Gedankenwelt eintauchen muss, da ich mich nur hinsetze und an Texten arbeite, wenn ich auch in Stimmung dafür bin. Es kann jedoch passieren, dass mich die Arbeit an den Texten noch schwermütiger macht, das passiert, ist aber eben ein Teil des Ganzen. Ich trage diese Themen eigentlich immer mit mir herum, ich lasse sie nur nicht immer zu.

Time For Metal / Anabel S.:

Hört ihr privat auch eher düstere Musik und seid ihr dabei auch nur im Metal Bereich unterwegs? Habt ihr eine Lieblingsband?

Harakiri For The Sky / J.J.:

Ich höre eigentlich nur trübsinnige Musik, ja. Alles zwischen Indie Rock, Hardcore und Black Metal, aber in jedem Fall melancholisch und schwermütig. Eine meiner Lieblingsbands sind dabei sicherlich Oathbreaker und Modern Life is War. Was 2018 betrifft, so bin ich am meisten auf die neuen Alben von Møl, Wiegedood, Deafheaven und Nothing gespannt. M.S. Musikgeschmack ist ähnlich breit gefächert wie mein eigener, obwohl er sicherlich weit mehr Hip-Hop hört, als ich es z.B. tue.

Time For Metal / Anabel S.:

Die kommenden Monate seid ihr dann auch auf Tour, sowohl für Konzerte als auch Festivals. Was spielt ihr lieber: Festival oder Konzert?

Harakiri For The Sky / J.J.:

Das kommt drauf an. Ich mag beides mal mehr mal weniger. Ich bin nicht der große Fan von langen Touren, da mich das mental doch immer sehr fordert, aber es ist eben Teil des Business. Festivals können sehr geil sein, da man so manchmal mit Bands spielt, mit denen man sonst nie spielen würde. Man hat so die Gelegenheit große Bands live zu sehen und das für lau. Leider bin ich nicht so der „Mann des Volkes“, weshalb mir die vielen Leute auf Festivals dann schon auch manchmal zu viel werden, von daher sind mir normale Konzerte dann doch lieber.

Time For Metal / Anabel S.:

Und die letzte Frage: Eure 5 Dinge für die einsame Insel?

Harakiri For The Sky / J.J.:

Ich denke, ich würde jede Menge Magic Mushrooms, eine Akustikgitarre, ein Notizbuch, ein Feuerzeug und meinen Laptop mitnehmen. Angenommen es gibt auf der Insel auch Strom 😉

Time For Metal / Anabel S.:

Danke für das Beantworten und für das neue Album.

Harakiri For The Sky / J.J.:

Ich habe zu danken.

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