KadavriK – Bioluminscene

„Vollendung!“

Artist: KadavriK

Album: Bioluminescence (Doppel-CD)

Spiellänge: 83:86 Minuten insgesamt

Genre: Melodic Death Metal

Release: 26.08.2011

Label: Sonic Attack

Link: http://www.kadavrik.com/

Klingt wie: Ivenberg, Aeveron

Bandmitglieder:

Gesang/Gitarre – Niklas Preach
Gitarre – Chriss Boss
Bass – Oliver Rude
Keyboard – (Hateful) Han Of Hate
Schlagzeug – Frank The Tankl

Trackliste:

  1. CD 1
  2. Cryphobia
  3. Icecold Winter´s Grave
  4. Above The Weak
  5. The Voice Beside
  6. Dyster
  7. Thin&Frail
  8. Alive With Nothingness
  9. Baptized In Alcohol
  10. The Die Is Cast
  11. Wine Will Turn The Blood Again

 

  1. CD 2
  2. KadavriK Ascending
  3. Hope Springs Eternal
  4. Wherever My Path Leads
  5. Dead Body Testament
  6. From Your Breed
  7. Insight Down
  8. Krunk
  9. Random Reality
  10. On The Edge To Lose It All

Wer KadavriK schon einmal gehört hat, weiß, dass diese Band in keine Musikschiene passt. Ihr Fundament ist sicher symphonischer Black Metal und Melodic Death Metal, aber ihre ganze Tragweite können diese beiden Beschreibungen nicht erfassen. So überraschen sie mit Innovationslust und Kreativität sowie mit einer eigenen Musik, die mitreißt und Herzen erobert. Das Doppelalbum Bioluminescence zeigt das ganze Können der Band der letzten Jahre und bietet eine Kompaktscheibe mit Songs aus all ihren Veröffentlichungen. Zudem standen KadavriK schon oft als Support für Bands wie Kampfar oder auch Vader auf der Bühne und überzeugten mit ihrem Konzept. So startet die Band in eine neue Zukunft und unter einem neuen Label.

Cryphobia ist das Intro der ersten CD und beginnt mit Gewitter- und Regeneffekten sowie einem ruhigen Keyboard. Sehr stimmungsvoll beginnt diese Scheibe, auch wenn das Intro abrupt endet.

Kraftvoll und melodisch geht es mit Icecold Winter´s Grave weiter. Dunkle Gitarren, die durch das Keyboard unterstützt werden, bilden das Grundgerüst des Songs. Der rauchige Scream passt sich exakt der Musikführung an und wechselt auch im Song zu höheren Tonlagen. Ebenso ändert sich auch der Rhythmus und die ständigen Ups und Downs im Tempo bringen Bewegung und Lebendigkeit hinein. Der Spannungsbogen wird perfekt gehalten und hält den Hörer gefangen. Zeitweise wird auch das Keyboard sehr in Szene gesetzt und spielt kraftvolle Klänge. Demnach wurde ein sehr schöner Einstieg gefunden.

Symphonischer Black Metal wird mit Above The Weak geboten. Anfänglich ruhig und dunkel, wird es sofort sehr schnell und laut. Der hohe Scream wird im Refrain mit einen tiefen Growl unterstützt und so kommt ein mehrstimmiger Gesangspart zustande. Der dunkle Scream ergänzt hier hervorragend die Hauptstimme und bringt Unruhe und Aggression hinein. Melodisch, aber doch brutal wird hier gespielt. In ruhiger instrumentaler Abschnitt, der ein klares Keyboardspiel beinhaltet, findet ebenso seinen Platz. So wechselt der Song von ruhigen bis hin zu schnellen Abschnitten und bietet alle Kunst des Spielens auf. Pure Spielfreude und exzellente Instrumente geben dem Titel seinen Charakter.

Positiv und etwas sanfter geht es weiter. The Voice Beside beginnt mit einem Soundeffekt, der an Herzpochen erinnert und auch ein Uhrticken ist zu hören. Langsam steigert sich das Arrangement indem nach und nach die Instrumente einsetzen. Angeführt vom Keyboard, welches die Melodie liefert, setzt das Schlagzeug ein bis dann die Gitarren hinzukommen. Der Spannungsaufbau ist greifbar und erlangt seinen Höhepunkt mit Einsetzen des Screams. Dieser Song weist alle Spielweisen auf, die man finden kann. Lebendigkeit wird durch die Breaks herbeigeführt, kurze instrumentale Zwischenparts halten den Song im Fluss. Das perfekte Zusammenspiel aller Rockinstrumente gibt die letzte Note und macht gerade dieses Stück zu einem Meisterwerk. Vielseitigkeit und Kreativität sind hier auf höchstem Niveau zu finden. Der Song endet auch mit denselben Soundeffekten, die anfangs gewählt wurden.

Dazu passt exzellent das nächste Stück Dyster, welches rein instrumentaler Natur ist. So wird erneut das ganze Können der Band bewiesen. Sie erschaffen sich mit jedem Song neu und keiner klingt identisch. Eine meisterliche Leistung, die zu würdigen ist.

Die zweite CD soll auch nicht zu kurz kommen, darum schwenke ich jetzt rüber. Auch hier wurde wieder ein Intro an den Anfang gesetzt. KadavriK Ascending bedeutet „der Aufstieg KadavriKs“ und läutet die nächste Scheibe ein. Düstere Soundeffekte, dazu schnelles Riffing und Up-Tempo werden hier gespielt. Kurz und knackig endet das Stück in ruhigerer Machart.

Symphonischen Black Metal in höchster Form gibt es direkt mit dem zweiten Song. Hope Springs Eternal hat einen schnellen Gesangseinstieg, der in hohem Scream gehalten ist. Die Musikführung ist während der Strophen rasant, wird aber im instrumentalen Part ruhiger und melodischer. Wechsel bringen auch hier Lebendigkeit und Abwechslung. Der Song verändert sich ab der Mitte etwas und zeigt eine neue Variante. So gibt es also auch in den Stücken selber Stilbrüche, die gekonnt in Szene gesetzt und zudem noch großartig umgesetzt werden. Die Gitarren erhalten viel Augenmerk und sind vorrangig zu hören. Auffallend ist, dass es doch mehr Raum für die rein instrumentellen Parts gibt.

Auch wird es mit Wherever My Path Leads wieder melodisch. Harte, laute Riffs werden mit der vielseitigen Stimme ins rechte Licht gerückt und ergeben ein fließendes Stück. Durch das langsamere Tempo kommt die Stimme hervorragend zur Geltung. Dazu ist auch hier viel Platz für die Soli gelassen worden und so bekommt man ein ausgezeichnetes Gitarrenspiel zu hören. Der Song klingt leise aus und schafft einen weichen Abschluss.

Eine neue Facette bietet auch Krunk, welches mit Sprechgesang von einer Schallplatte beginnt und desweiteren an Zirkusmusik erinnert. Ein marschähnlicher Rhythmus wird gespielt, der von den Rockinstrumenten übernommen wird. Das Keyboard greift die Atmosphäre auf und die dunkle Gitarre beendet den instrumentalen Song. Laut und kraftvoll wird es dann erneut mit Random Reality. Melodic Death Metal in allerfeinster Spielart wird geboten. Dunkle Gitarren und der dunkle Scream bilden das Fundament, während das Keyboard die melodischen Klänge erzeugt. Tempowechsel geben auch hier Abwechslung und bringen Spaß. Unruhe hingegen bringen die Breaks hinein, die den Song stetig unterbrechen und neu aufleben lassen. Ein wirres Spiel zum Ende hin, welches in den Fluss zurückfindet, indem der Gesang erneut einsetzt. Ein kraftvolles Ende mit kurzen Soundeffekten wurde gewählt und perfekt umgesetzt.

Fazit: KadavriK sind eine einzigartige Band, die es tatsächlich schaffen, den Hörer über achtzig Minuten bei der Stange zu halten und immer neue Facetten preis geben. Melodic Death Metal gepaart mit symphonischem Black Metal und eigenen Ideen ergibt ein faszinierendes Klangerlebnis. Unterschiede zwischen beiden CDs sind erkennbar - so wird auf der ersten Platte eher Vollgas gegeben und ziemlich viel Stimme zum Einsatz gebracht, während auf der zweiten Scheibe, die instrumentalen Abschnitte größer sind und somit das Können bewiesen wird. Erfolge konnten sie ja bereits auch live verbuchen und ich persönlich hoffe, dass ich etwas dazu beitragen kann, dass noch viele Fans den Weg zu KadavriK finden. Anspieltipps: The Voice Beside, Hope Springs Eternal
Nadine S.
10
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Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast

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