Kansas – The Absence Of Presence

Das alte Eisen hat noch was im Köcher

Artist: Kansas

Herkunft: Topeka, Kansas, USA

Album: The Absence Of Presence

Spiellänge: 47:42 Minuten

Genre: Progressive Rock, Art Rock, Classic Rock, Symphonic Progressive Rock

Release: 17.07.2020

Label: Inside Out Music

Links: https://www.kansasband.com/
https://de-de.facebook.com/KansasBand/

Bandmitglieder:

Gesang und Keyboard – Ronnie Platt
Gitarre – Richard Williams
Gitarre – Zak Rizvi
Gitarre und Violine – David Ragsdale
Bassgitarre und Gesang – Billy Greer
Keyboard – Tom Brislin
Schlagzeug – Phil Ehart

Tracklist:

  1. The Absence Of Presence
  2. Throwing Mountains
  3. Jets Overhead
  4. Propulsion 1
  5. Memories Down The Line
  6. Circus Of Illusion
  7. Animals On The Roof
  8. Never
  9. The Song The River Sang

Muss man zu der Band Kansas bzgl. der Geschichte eigentlich etwas schreiben? Seit 50 Jahren (bereits 1970 existierte eine achtköpfige Vorläuferband) sind die Herren auf den Bühnen dieser Welt zu finden. Ihre größten Erfolge feierte die Band jedoch nach ihrer Neugründung im Jahre 1972. Der für mich eher langweilige Song Dust In The Wind (Point Of Know Return, 1977) ist der bekannteste Track der Herren und neben Carry On Wayward Son (Leftoverture, 1976) gehört er zu den Markenzeichen der Bandgeschichte. Die dazugehörigen Alben, Point Of Know Return und Leftoverture, erhielten mehrfach Platin. Kansas brachten mehr als 15 Mio. Tonträger an den Menschen und ihre Kompositionen integrieren klassische Elemente und Instrumente, wie z.B. eine Geige. Gründungsmitglied und Leadsänger Steve Walsh verließ die Band 2014 nach 40 Jahren und Ronnie Platt übernahm das Mikro. Mit Richard Williams und Phil Ehart sind noch zwei Gründungsmitglieder in der aktuellen Bandbesetzung zu finden. The Absence Of Presence ist das 16. Studioalbum von Kansas. Für den Herbst 2020 war auch eine Tour durch Europa mit einigen Gigs in Deutschland geplant. Wie erwartet ist die Tour mittlerweile auf Herbst 2021 verschoben worden.

Was gibt es an Musik auf dem Langeisen? Der Eröffnungstrack und Titelsong liefert gleich mal die Kansas Trademarks der neueren Zeit und füllt die Abwesenheit mit Präsenz (was ja zur momentanen Zeit sehr gut passt). Melodischer Klassikrock mit progressiven Elementen und klassischen Instrumenten sowie dem typischen Kansas Bombastsound empfangen uns auf Werk Nummer 16. Es bleibt melodisch bei Throwing Mountains, jedoch wird es von der Saitenfraktion deutlich progressiver und geht schon fast in die Richtung von Dream Theater. Ganz starke Nummer. Jets Overhead begrüßt uns mit Pianoklängen, welche nach ca. 30 Sekunden von Gitarren und Gesang abgelöst werden. Vom metallischen Ausflug des Vorgängers geht es nun in den klassischen progressiven Rock, gut zugänglich und technisch auf höchstem Level. Propulsion 1 ist ein instrumentales progressives Interlude für Memories Down The Line, welcher via Piano und Gesang von Ronnie Platt eröffnet wird. Zu einem Kansas Werk gehört eine Rockballade, welche hier thematisch Distanz und Generationentrennung verarbeitet. Circus Of Illusion begibt sich auf den Pfad des progressiven Rock zurück. Für Kansas der Neuzeit schon fast etwas sperrig dürfen hier Saiten und Drums etwas mehr den Ton angeben und so klingt es fast wie eine kleine Zeitreise in die 70er. Die Tiere auf dem Dach bringen im Kern klassischen Melodic Rock mit sich, inkl. einer längeren progressiven Midtempo Passage. Never beglückt den Hörer mit einer Runde Stadionrock zwischen Mid- und Uptempo und ist für mich der langweiligste Titel auf dem Album. Es geht zum Rausschmeißer The Song The River Sang. Es wird wieder schneller mit Keyboard und Gitarre und die Stimme ist eine andere als bisher. Tom Brislin übernimmt das Mikro und liefert uns einen vielseitigen, technisch anspruchsvollen progressiven Rocktrack, welcher für mich im letzten Drittel seine primären Stärken hat.

Kansas – The Absence Of Presence
Fazit
Auf The Absence Of Presence zeigen Kansas ihre technischen und kompositorischen Fähigkeiten. Textlich ist man beim Zahn der Zeit und liefert auch mal einen Spagat mit Ansätzen vergangener Tage. Abwechslungsreich, mal verträumt und mal dynamisch, mal melodisch und mal progressiv zeigen die Herren, dass sie noch lange nicht zum alten Eisen gehören, und liefern sogar mal metallische Klänge. Nicht alle Nummern auf dem Werk sind Highlights, aber es gibt wenig Tracks (für meinen Geschmack einen) die langweilen. Für Freunde von progressivem als auch klassischem Rock ein klarer Tipp.

Anspieltipps: Throwing Mountains, Circus Of Illusion und The Song The River Sang
Jürgen F.
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