Krypticy – The Non-Return

Todesmörtel bringt den Palast von Malaga zum Wackeln

Artist: Krypticy

Herkunft: Spanien

Album: The Non-Return

Spiellänge: 36:13 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 22.07.2024

Label: Violence In The Veins

Link: https://www.facebook.com/Krypticy/

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Alex Warriror
Gitarre – Sergio Álvarez
Bassgitarre – Thomas Schenk
Schlagzeug – Pancho

Tracklist:

1. Infected Pharaoh
2. Hypatia’s Heresy
3. Texas Chainsaw Massacre
4. The Void
5. The Water Street Butcher
6. UGH!
7. Krypticy
8. Virgins Recently Fucked Sacrifice

Die Spanier von Krypticy sind in dieser Konstellation seit dem Jahre 2019 zusammen und scheinen jetzt ein Fundament gefunden zu haben, auf welchem man aufbauen kann. Die aus Malaga stammende Formation hat bis dato eine EP und ein Album herausgebracht. Das Debüt namens Hideous Being erschien im Jahre 2020 in Eigenregie. Mittlerweile ist man beim Label Violence In The Veins gelandet und präsentiert uns nun sein zweites Werk.

Langsam und basslastig startet man das Rennen und lässt kurze Zeit später die Gitarre heulend und traurig für sich sprechen. Die Drums betonen langsam das Geschehen und man hat das Gefühl, dass dies der Anfang einer wunderbaren Geschichte ist. Dann einzelne Tom-Schläge und das Startsignal scheint ertönt zu sein. Die Geschwindigkeit ändert sich schnell. Es gibt nun die volle Attacke und Gevatter Gesangsmensch holt seine Growls heraus. So schreitet man voran. Weiter und weiter, bis man dann zum groovigen Part kommt. Hier arbeitet man kurz mit zwei Stimmen. Auch diesen arbeitet man aus, spielt ihn ein wenig länger und beendet ihn mit ein Ääh. Das wiederum leitet das coole Solo ein. Auch dieses ist ein wenig länger, geht aber gnadenlos in einen Knüppelpart über. Ja, sehr schöne Abwechslung, zumal noch man noch einmal kurz das Tempo herunterfährt, um dann erneut relativ lang prügelt. Nun hat man das Gefühl, der Song ist zu Ende, aber Infected Pharaoh hat noch nicht genug. Kurzerhand reduziert man noch einmal ganz geil, bevor es dann zur Schlussattacke kommt. Aufgrund der Länge der Parts hätte man das Teil sicherlich auch auf vier Minuten reduzieren können (nun geht er fünf), aber ansonsten ist er sehr abwechslungsreich und gerade die Riffs bei den schnellen Passagen sind mal so richtig fett.

Schön treibend und immer nach vorne geht es auch beim nachfolgenden Glanzstück namens Hypatia’s Heresy. Nachdem es am Anfang eine kleine Aufwärmrunde gab, bedienen sie den Hörer exzellent. Seit fast 40 Jahren stehe ich darauf. Die Gitarre schrabbelt im Stakkatostil vor, kurzes Break und dann auf die Glocke. Keine Ahnung, wie oft ich das schon gehört habe, aber ich finde es immer wieder geil. Diese Ankündigungen und dann der Untergang – fetzt. Der Part nach der Ankündigung muss natürlich geil sein und das ist er in diesem Falle auch. Die Finger flitzen über das Griffbrett und die Drums prügeln alles nieder. Nach einer kurzen Weile gibt es dann den tiefen, aggressiven Gesang, der sehr schnell vorgetragen wird. Kurzes Break und Wiederholung des Parts. Break und ein langes Riff wird kurz geboten. Langsam, um dann wieder den Knüppelpart zu präsentieren. Das Riff davor wird wieder hervorgeholt und der Gesang gedoppelt. Logischerweise darf das Solo nicht fehlen. Wo wären wir denn? Und nun folgt ein Slampart. Da hätte ich nicht mit gerechnet. Kraftvoll. Fetzt. Geht in einen coolen Groover herüber und wird technisch anspruchsvoll serviert. Ein langer Schrei, ein langer Knüppelpart folgt und dabei spielt eine Klampfe ein Solo. Der Part mit dem doppelten Gesang folgt noch einmal. Sehr geil. Besonders das abwechslungsreiche Drumming hat eine gewisse Note.

Wobei es wohl bei dem Song Texas Chainsaw Massacre textlich geht? Schwer zu beantworten, hehe, musikalisch führen sie diesen abwechslungsreichen Stil natürlich auch hier fort.

Dann wollen wir uns mal noch mit dem Song beschäftigen, der nach der Band benannt wurde. Die Rede ist natürlich von Krypticy. Logo. Ich muss sagen, das hat alles Hand und Fuß, was uns die Spanier hier anbieten. Teilweise sind das dann, wie auch in diesem Song, zu viele Informationen, aber die schocken irgendwie alle. Das Tempo wird schon hochgehalten, aber man baut immer wieder Breaks mit ein und geile Tempoverschleppungen, die dann zur rechten Zeit kommen und drücken ohne Ende. Technisch haben die Burschen auch ordentlich was auf dem Kasten und überwiegend gelingt es den Burschen auch, diese Fähigkeiten in gutes Songwriting umzumünzen. Der Song flutscht nicht so direkt ins Ohr wie die ersten beiden angesprochenen, hat es aber faustdick hinter den Ohren und meine Gehörmuscheln können es sehr gut ertragen.

Das Tempo ist sehr hoch und das Ganze sehr intensiv und hektisch. Man wird quasi überrollt, aber man baut immer wieder geile Midtempoparts mit ein, die dann fruchten ohne Ende, wie z.B. bei Virgins Recently Fucked Sacrifice. Hier darf zum Beispiel mal kurz der Bass alleine spielen und man hat auch wieder einen fetten Groove dabei. Diese Stakkatoriffs schocken auch wie Sau, vor allem in der Kombination mit den treibenden Drums.

Krypticy – The Non-Return
Fazit
Die Spanier hauen auf ihrem zweiten Album ordentlich einen raus und bedienen überwiegend Freunde des älteren, schnelleren Death Metals, wie es Bands wie Deicide, Cannibal Corpse oder Vader auch gerne mal machen. Hinzu kommen einige Anleihen aus dem Schwedischen und immer wieder geile Ideen. Coole Breaks und groovige Passagen lockern das ansonsten sehr intensive Songwriting auf. Man geht sehr abwechslungsreich trotz der Geschwindigkeit zu Werke und hat die eine oder andere Überraschung parat. Die Parts sind mir an einiges Stellen zu lang gespielt und hier und da verliert man als Zuhörer den Fluss, aber das ist absolut zu vernachlässigen. Gutes Death Metal Gewitter.

Anspieltipps: Infected Pharaoh und Hypatia’s Heresy
Michael E.
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