Lockdown – Unholy Ceremony Heretic (EP)

Positive Erscheinung im trüben Lockdown

Artist: Lockdown

Herkunft: Brasilien

Album: Unholy Ceremony Heretic (EP)

Spiellänge: 15:16 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 05.02.2021

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/lockdowndeathmetal

Bandmitglieder:

Gesang – João Gordo
Gitarre – Antonio Araújo
Bassgitarre – Rafael Yamada
Schlagzeug – Bruno Santin

Tracklist:

  1. Umbral
  2. Archangel
  3. Unholy Ceremony Heretic
  4. Mordor
  5. Hymn Of Hate
  6. Dezpreso
  7. Black Demons Reign

Welch passender Namen in dieser Zeit. Bei Lockdown handelt es sich um eine Death-Metal-Supergroup, die von João Gordo (Gesang, Ratos de Porão), Antonio Araújo (Gitarre, Korzus und Matanza Ritual), Rafael Yamada (Bass, Claustrofobia) und Bruno Santin (Schlagzeug, Endrah) gegründet wurde und wahrscheinlich ohne die Pandemie nie zustande gekommen wäre.

Nach der Veröffentlichung von drei Singles auf YouTube und diversen Streaming-Plattformen – die übrigens sehr gut ankamen – veröffentlichte das Quartett schließlich seine Debüt-EP namens Unholy Ceremony Heretic.

Sieben Pandemiestreiche werden angeboten, allerdings handelt es sich bei Umbral und Mordor lediglich je um ein Intro, sodass fünf Stücke übrig bleiben.

Nach einer kürzen Einleitung geht es bei Archangel sehr aggressiv zur Sache. Dabei klingt man technisch versiert, aber zu jeder Zeit direkt. Das Drumming ist richtig fett und drückt zu jeder Zeit, egal welche Geschwindigkeit sie gerade anschlagen. Feines Riffing, kann man nicht anders sagen. Bisschen vertrackt, aber man kommt zum Punkt. Das Tempo ist hoch, aber man wechselt es hin und her und so klingt man abwechslungsreich und bleibt interessant. Vor allem ist der Spaß nach knappen zwei Minuten vorbei und es wurde sehr viel ausgesagt. Doch, macht Laune. Schön brutal, intensiv und gut gesetzte Breakdowns.

Unholy Ceremony Heretic klingt noch abwechslungsreicher als sein Vorgänger. Nach dem ruhigen Beginn baut man einen langsamen Part auf und bearbeitet diesen mit kleinen Doublebassattacken. Kurzes Break, lang gezogenes Uargh und Uptempo. Die Growls sind saftig und verständlich. Passt genau zum Sound. Das Tempo wird wieder rausgenommen, man klingt ein wenig vertrackt, baut ein Solo mit ein und bedient sich dann wieder des Uptempos. Ja, klingt fett. Ein groovender Part, der auf technisch hohem Niveau vorgetragen wird, folgt und am Ende liefert sich ein alleinstehendes Gitarrenriff ein Duett mit versetzten Drumattacken.

Hymn Of Hate überrollt einen einfach. Straight in the face ist immer wieder geil und dieses Motto könnte beim Songwriting im Vordergrund gestanden haben. Das Drumming ist wieder einmal hervorragend. Es wird gegrowlt, es wird auf dem Takt gesungen und es wird gescreamt. Feines Geballer und nach 130 Sekunden ist Schluss. Fetzt! Repeattaste und noch einmal!

Desprezo wird im Midtempo vorgetragen, kommt mit zwei guten Riffs um die Ecke und die Doublebass bietet einen gewissen Aggressionslevel, aber ansonsten fehlt mir da ein wenig die Abwechslung – dachte ich so bei mir und zack, schon ändert sich der Song. Ein melodisches Riff erklingt, ein Solo folgt und dann noch ein Ballerpart. Am Ende ist doch wieder alles gut. Starker Rhythmus und es wird auf Portugiesisch gesungen.

Den Abschluss bildet dann Black Demons Reign. Hier holen sie noch einmal alles aus sich raus. Kurze Gitarrenvorspieler mit kombiniertem Drumgespiele. Gut, recht technisch. Auch der folgende Part ist sehr verspielt, wie der ganze Song. Schön vertrackt, aber beim groovenden Part ist man dann wieder straight. Alles sehr extrem und voller Tempowechsel. Bruno Santins Drumlines sind einfach nur geil.

Der Gitarrist Antonio Araújo, der der große kreative Kopf hinter dem Projekt ist, holt ein cooles Riff nach dem anderen raus. Aufgenommen wurde es komplett getrennt voneinander, sprich – jeder Musiker in seinem eigenen Zuhause oder in einem Studio.

Ich hoffe, dass die Band diese Zusammenkunft nicht nur als Projekt sieht, denn das Album macht echt Laune und bietet geilen Death Metal.

Lockdown – Unholy Ceremony Heretic (EP)
Fazit
In Zeiten des Lockdowns kommt eine Band wie Lockdown genau zur rechten Zeit. Die brasilianische All Star Combo zockt richtig guten und abwechslungsreichen Death Metal. Intensiv und brachial.

Anspieltipps: Archangel und Hymn Of Hate
Michael E.
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