Lords Of Chaos

Brennende Kirchen, saufende Metalheads und der brutale Schlag gegen die bröckelnden Festungen der Gesellschaft

Filmtitel: Lords Of Chaos

Sprachen: Deutsch, Englisch

Laufzeit: ca. 117 Minuten

Genre: Black Metal, Musik Film, Geschichte, Drama, Thriller

Release: 29.03.2019

Regie: Jonas Åkerlund

Produktion: Studio Hamburg

Schauspieler:

Rory Culkin – Euronymous
Emory Cohen – Varg
Jack Kilmer – Dead
Sky Ferreira – Ann-Marit
Valter Skarsgård – Faust
Anthony De La Torre – Hellhammer
Sam Coleman – Metalion
Jon Øigarden – Magne
Jonathan Barnwell – Necrobutcher
Gonzalez Ochsenknecht – Blackthorn Wilson
Charles Collier – Occultus Lucian
Gustaf Hammarsten – Finn
Anette Martinsen – Norwegian Newscaster
Antonio Mancino – Italian Newscaster
James Edwyn – Manheim
Jeana Sullivan – Euronymous‘ Mother
Andrew Lavelle – Fenriz

Wer kennt die Geschichte nicht, als es in den Neunzigern bei unseren Nachbarn in Norwegen durch die Black Metal Szene wild wurde. Selbst Fans anderer Metalgenres dürfte die grundsätzliche Story ein Begriff sein. Gewalt, brennende Kirchen und ein Mord, der bis heute fest im Genre verankert ist. Nun hat kein anderer als Jonas Åkerlund versucht, das Ganze in einem Film mit dem Titel Lords Of Chaos festzuhalten. Über das Studio Hamburg wurde die europäische Produktion vor wenigen Tagen veröffentlicht und ging selbst in die einschlägigen Medien, die ansonsten mit Metal nichts am Hut haben. Als der Musik Skandalfilm des Jahres wird er teilweise gehandelt, und da dürften die Augenbrauen bei der Black Metal Fraktion schnell nach oben schnellen. Wie dem auch sei, das Interesse über die Metalszene hinweg wurde durch die Umsetzung von Jonas Åkerlund geschürt, die auf Wahrheit und Lügen basiert.

Die Story von Lords Of Chaos:

Gewalt, Mord und brennende Kirchen kennzeichnen die norwegische Black-Metal-Szene der 1990er-Jahre. Im Mittelpunkt des „Chaos“ stehen Øystein „Euronymus“ Aarseth, Mitgründer der legendären Band Mayhem und selbst ernannter Erfinder des „wahren norwegischen Black Metals“ sowie Varg „Greven“ Vikernes, ein Bekannter und Bandkollege auf der Suche nach Anerkennung in den Black-Metal-Kreisen. Was als Freundschaft zwischen den beiden jungen Musikern beginnt, endet mit einem blutigen Mord und prägt die Szene bis heute.

Lords Of Chaos
Fazit
Mit Lords Of Chaos bringt Jonas Åkerlund die norwegische Black Metal Szene der neunziger Jahre wieder in aller Munde. Ich muss gestehen, bin etwas skeptisch. Das liegt als Erstes an der Tatsache, dass eine Buchverfilmung meistens nicht an das Niveau des Geschriebenen herankommt und zweitens natürlich die Umsetzung. Der schwedische Regisseur hat sein Werk als Kombination aus Horror-Krimi, Künstler-Biopic und einer schwarzen Komödie angelegt. Da bleibt die Frage, welche Zielgruppe soll erreicht werden? Wer mit der Materie bewandert ist, wird nicht gleich vor den Kopf gestoßen. Die Produktion wurde schon ansprechend gestaltet. Die Effekte, wenn man das überhaupt so nennen möchte, können positiv überraschen und auch die Schauspieler machen aus der Story keine Witzveranstaltungen. Alle, die mit dem Ganzen nichts am Hut haben, und eben nur einen Film sehen wollen, bekommen zumindest die ganze Härte um die Ohren gehauen, die in Norwegen vorgeherrscht hat. Als Black Metal Kuttenträger muss man über einige Sachen einfach hinwegsehen. Durch die einschlägige Mainstream Presse muss man zweifelsohne auf die Leistung von Gonzalez Ochsenknecht achten, der zum Glück keine gravierende Rolle einnimmt und den Status von Lords Of Chaos nach oben bzw. unten verändert. Um trotzdem noch mal auf ihn zurückzukommen: Er macht, wie alle seinen Kollegen, einen ordentlichen Job. Teils dramatisch, wüst und zum Glück nicht zu sehr poliert, macht Lords Of Chaos sogar Spaß. Völlig schockierend oder skandalös ist jedoch rein gar nichts - außer man ist vielleicht zart besaitet oder möchte der Vergangenheit nicht ins pechschwarze Auge blicken. Mit einem kalten Glas Gerstensaft oder Wein, lauten Mayhem-Klängen der ersten Stunde, kann man mit Freunden die gut zwei Stunden ohne Probleme konsumieren. Der Anspruch und die Erwartungen dürften bei allen brutal hoch sein, da muss man schon Abstriche machen. Reinsehen sollte man allemal, denn Jonas Åkerlund hat bei der Umsetzung ein geschicktes Händchen bewiesen.
René W.
8
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8.1
Pro
Contra
8
Punkte
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