Marty Friedman – Tokyo Jukebox 3

Flitzefinger covert japanische Popsongs

Artist: Marty Friedman

Herkunft: Washington D.C., Amerika

Album: Tokyo Jukebox 3

Spiellänge: 52:00 Minuten

Genre: Hard Rock, Instrumental, Modern Metal

Release: 16.04.2021

Label: Mascot Label Group / The Players Club

Linkhttps://www.martyfriedman.com/

Bandmitglieder:

Gitarre – Marty Friedman

Tracklist:

  1. Makenaide
  2. Senbonzakura
  3. Gurenge
  4. Kaze Ga Fuitteiro
  5. Echo
  6. The Perfect World (Feat. Arufakyun)
  7. U.S.A.
  8. Shukumei
  9. Ikuze Kaitou-Shoujo
  10. Sazanka
  11. Time Goes By
  12. Japan Heritage

Wer den Namen Marty Friedman liest oder hört, der wird das sofort mit ausufernden Gitarren, Soli und natürlich auch mit Megadeth in Verbindung bringen. Marty Friedman begann seine erfolgreiche Karriere 1986 mit Cacophony, nachdem er in einigen kleineren Bands tätig war. Mit der Formation brachte er zwei erfolgreiche Alben heraus und so lag es nahe, nach dem Wechsel zu Megadeth, den dort gespielten Stil auf das Songwriting der Thrash Legenden zu adaptieren. Daraus entstanden dann so wegweisende Thrash Alben wie Rust In Piece oder Countdown To Extinction, die ihm und der Band Weltruhm einbrachten. Nach der Trennung ist Marty als Solokünstler unterwegs und hat da bereits einige Alben veröffentlicht. Im Jahre 2009 hat er das erste Album der Serie Tokyo Jukebox veröffentlicht. 2011 erschien Teil zwei und nun also liegt Nummer drei vor mir. Bei der Serie handelt es sich um japanische Coversongs, die von Herrn Friedman umarrangiert wurden. Auch diesmal sind es Popsongs, denen er einen metallischen Touch verleiht. Dieses Unterfangen gestaltet sich in seiner Wahlheimat Japan außerordentlich schwierig, da hier viele juristische Hürden überwunden werden müssen.

Auf der Platte finden sich 12 Tracks, die in guten 52 Minuten das Spektrum des Ausnahmegitarristen widerspiegeln. Das muss man mögen und sich auch auf diese Art der Musik einlassen. Bis auf den Track The Perfect World, bei dem Sängerin Arufakyun unterstützt, handelt es sich ausnahmslos um Instrumentals, die mal mehr, mal weniger gefühlvoll präsentiert werden. Mit Makeneide geht es los. Da ich diese Songs auch aus dem Japanischen nicht kenne, muss ich das einfach mal so als gegeben hinnehmen. Die Breaks im Song verwirren mich dann doch und auch die Instrumentalisierung bereitet mir Kopfweh. Aber da es sich um japanische Popsongs handelt, ist das in dem Land bestimmt kultig. Es gibt aber auch ein paar gute Melodiebögen, die zusammen mit dem sonstigen Gefrickel aber nicht so recht passen wollen. Der zweite Track gestaltet sich ähnlich. Senbonzakura ist ein Song von Kurousa-P., wurde mit der Vocaloid Software eingespielt und schien 2011 stark angesagt gewesen zu sein. Das erschließt sich mir allerdings in der Friedman-Version auch nicht wirklich, aber es geht ja wohl vorrangig um Umgestaltung und über die Gitarrensoli, die ohne Zweifel gelungen sein mögen. Ich bin aber bereits nach einer Minute raus. Weiter geht es mit ähnlich gelagerten Songs. On es nun Gurenge oder Shukumei ist, macht kaum einen Unterschied. Viel Gitarrenspiel, das den Klampfenpuristen gefallen wird. Auffallend ist das oftmals gelungene Bassspiel, das ich aufgrund fehlender Information keinem Musiker zuordnen kann, aber das pumpt ordentlich und setzt Akzente. Wer sonst noch als Begleitmusiker dabei ist, kann ich ebenfalls nicht sagen. Nun noch mal zu Marty. Als Gitarrenkünstler ist er über jeden Zweifel erhaben und wird bestimmt dem einen oder anderen Tränen vergießend machen. Sein virtuoses und melodiöses Spiel ist demzufolge nach das Herausragende auf dieser Scheibe. Es gibt aber auch tolle Songs und so einer ist Echo, bei dem ich dann mit der Kunst warm werde. Das gefällt mir gut. Ebenso verhält es sich mit The Perfect World denn mit Gesang setzt die Musik ganz andere Synapsen in Bewegung und das klingt dann richtig gut. Mit U.S.A. kommt noch mal ein gefühlvoller Friedman um die Ecke und auch Sazanka ist noch mal mit großen Melodien gesegnet und überzeugt auch. Time Goes By geht auch noch gut und zeigt mal wieder, dass der eine oder andere gute Song dabei ist. Der letzte Track, Japan Heritage, ist ein typischer japanischer Song und ist gleichzeitig eines meiner Highlights. Da ist Melodie, Gefühl, und nicht nur schnell schnell…. .

Marty Friedman – Tokyo Jukebox 3
Fazit
Für mich hätte es eine EP sein können. Auf der einen Seite wären The Perfect World und Japan Heritage und auf der anderen Sazanka, Time Goes By und Echo. Natürlich gibt es ausreichend Fans des Gitarristen und auch bestimmt Tausende, die mit der Art und Weise zurechtkommen. Ich tue mich da mehr als nur schwer und wären da nicht die benannten Tracks, dann wäre ich weit unter 'ner 5 Punkte-Bewertung gelandet. So rettet die von mir auserkorene EP die vergebenen Punkte.

Anspieltipps: The Perfect World, Japan Heritage und Sazanka
Kay L.
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Punkte
Podcast
Leise War Gestern... - Der Time For Metal Podcast
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