Messticator – Total Mastery

13.03.2026 - Death Metal / Thrash Metal - Testimony Records - 53:09 Minuten

Aus der schönen Hansestadt Hamburg kommen ja in den letzten Jahren richtig viele geile Kapellen und man scheint eine funktionierende Szene zu haben. Bands wie Endseeker, Maximize Bestiality, Devastator, Morbitory, Cannibal Death oder die Senkrechtstarter von Rise Of Kronos. Aus diesem Kosmos stammt auch die Formation Messticator, welche sich im Jahre 2019 gründete. Drei Jahre später folgte dann das Debüt namens Forthcoming Revelation, welches in Eigenregie erschien. Es folgte ein Jahr später eine Slayer-Cover-EP mit dem glorreichen Namen Season Of The Abryss. Allein dafür haben sie einen Plattenvertrag verdient. Diesen haben sie auch bekommen und nun arbeitet man mit Testimony Records zusammen. Album Nummer zwei hört auf den Titel Total Mastery und liegt mir nun vor.

Mit einer diabolischen Stimme geht man sehr subtil und bösartig sprachlich zu Beginn bei The Pit Awaits… zu Werke. Dann startet man langsam ins Rennen, wechselt ins langsame Midtempo und geht wieder schleppend zu Boden. Dann Break, Drumschläge, Blastbeats und ein schön thrashiges Riffing in der Kombination mit fettem Uptempo und wieder den Blastbeats. Ein nahtloser Wechsel in den Song The Pitslayer. Kurz Break, Gitarre vorweg, Blastbeats und wieder Uptempo, bevor man dann einen groovigen und drückenden Midtempopart aus dem Hut zaubert. Schönes Ding. Ein melodisches Riff erklingt und wird niedergeknüppelt, wird aber dann kurze Zeit später als eine atmosphärische Brücke verwendet, um die nächste Attacke einzuläuten. Gitarre wieder vorweg und wieder drauflos. Hier geht es nun zwischen Geballer und Blast hin und her. Klingt alles sehr geil und eigenständig, zumal nicht nur durchgeknüppelt wird. Man nimmt das Tempo wieder heraus, erschafft erneut diesen atmosphärischen Moment, wie ich ihn mal nennen möchte, um dann den melodischen Sektor wieder anzubieten. Zwischendurch ein langsamer Part und der Sänger brüllt: He, He, He. Das wird live sicher sehr gut funktionieren, da bin ich mir ganz sicher. Schleppend und groovend geht es dann zu Ende, könnte man meinen, aber es gibt noch eine kurze Tempoverschärfung in Form einer Geschwindigkeitsattacke, und erst dann reitet man in den verdienten Untergang. Ob das Lied über wartende Pitbulls handelt, glaube ich nicht, würde aber ja zum norddeutschen Humor passen. Da ich ja auch einer bin, darf ich das wohl schreiben. Würde natürlich nicht passen, denn die Burschen gehen alles andere als humorvoll an die Sache. Gelungener Einstieg, kann man nicht anders sagen. Gefällt mir.

Nein, textlich geht es um die Frage, was wäre, wenn es tatsächlich ein Wesen gäbe, größer als alle Menschen, das über uns herrscht, richtet und bestraft. Dieses Konzept, welches Fragen aufwirft und recht düster ausfällt, wurde verwendet,

Weiter mit der musikalischen Ausrichtung des Albums. High Ground kommt druckvoll und zerstörend aus den Boxen. Das liegt natürlich am Songmaterial, aber auch am sehr druckvollen Sound. Tim Höcke hat das Album im Die Wellenschmiede Studio gemischt und gemastert. Der Sound rückt das Material in eine kraftvolle Richtung. Schockt und macht Laune. Beim Song selber wird erst einmal eingefädet und dann donnert das Drumming brachial. Kleiner Blast zu Beginn. Melodische Weitergabe im Uptempo und wieder Blast und dann geht es ab in den Groove. Interessant sind diese Tempowechsel innerhalb eines Parts und die messerscharfen Riffs. Immer wieder werden melodische Elemente ins Gitarrenspiel mit eingebracht, aber auch druckvolle und groovige Passagen erreichen den Hörkanal. Aber zu sehr darf man sich nicht ausruhen, denn der Blastbeat will ja auch gehört werden. Auch der Bassist hat seine Daseinsberechtigung und darf ein Solo beisteuern. Hier geht es hin und her, auf und ab. Es passiert sehr viel, trotzdem hat man den roten Faden immer im Blick.

Bei One-Shot-Kill drückt der Bass auch am Anfang ordentlich, aber das scheint eine ausgemachte Sache zu sein, denn auf dem ganzen Album ist es so. Langsam bewegt man sich vorwärts und bereitet den Hörer auf die nächste Attacke vor. Auch hier geht es tempomäßig wieder hin und her und auch mit Obertönen wird gearbeitet. So richtig zur Ruhe kommt man nie, und das ist auch gut so. Das Ganze ist aber absolut weit davon entfernt, nach Chaos zu klingen. Ein melodisches Solo und ein druckvoller Doublebass-Groove unterstützen das Vorhaben, den geneigten Zuhörer zu zerstören. Dann erfolgt der Refrainpart mit One-Shot-Kill und nach einer kurzen Verschnaufpause am Ende wieder eine absolute Geballerattacke.

Bloodsport wurde schon als Single ausgekoppelt und mit einem growligen Bloodsport startet man auch ins Rennen. Der Part wird danach wiederholt und man darf sich dabei ruhig bewegen. Ein fetter Midtempo-Groove und ab geht die wilde Reise. Hier ist man für die Verhältnisse von Messticator eher ruhig und chillig unterwegs, zumindest was die Geschwindigkeit betrifft. Ansonsten drückt und zwickt das Teil ordentlich und scheppert an allen Ecken und Kanten. Zwischendurch überlegt man sich dann doch noch einmal, das Tempo zu erhöhen. Das Songwriting klingt absolut lecker und hat Hand und Fuß. Groovig und vernichtend bahnt man sich am Ende dann den Weg, und zack, ist die Pflasterung weg.

The Tyrant’s Scepter wurde ebenfalls vorher veröffentlicht und beinhaltet dann eben noch einmal alles das, wofür die Band steht. Der Song ist vielleicht der Höhepunkt des Albums, aber das muss ja jeder für sich entscheiden. Ich mag diese Ankündigung zu Beginn eines Songs, wenn Gitarre und Drums getrennt voneinander agieren und man weiß, gleich gibt es Haue. Es folgt dann ein geiler Uptempo-Part und so geht es wie gewohnt hin und her. Absolut schmackhaft. Wie eine Rasierklinge agieren die Riffs, die Geschwindigkeit ist schön schnell, inklusive Blastbeats. Der Rest wird dann durch die hängenbleibende Melodie und die knallharten Hooks erledigt. Hinzu kommen eben dann noch die geilen und kraftvollen Vocals und die beinharte Produktion. Passt schon, aber so etwas von.

Hier geht es für weitere Informationen zu Messticator – Total Mastery in unserem Time For Metal Release-Kalender

Messticator – Total Mastery
Fazit zu Total Mastery
Die Hamburger von Messticator geben auf ihrem zweiten Album absolut Vollgas und hinterlassen musikalisch gesehen keine Gefangenen. Euch erwartet ein Death-Metal-Brocken, der von einem gewaltig geilen Sound lebt, aber sich nicht hinter diesem zu verstecken braucht. Messerscharfe Riffs werden mit brutalen Schlagzeugklängen kombiniert. Mit scharfer Klinge geht man zu Werke und selbst der Bass hat genügend Spielraum, um zu glänzen. Die abwechslungsreichen und kraftvollen Vocals dazu und fertig ist das Betonmischwerk. Der Aufbau der Songs lebt sowohl von Tempo- als auch von Rhythmuswechseln und das Zuhören macht einfach nur Spaß. Melodien und Hooks gesellen sich frohlockend dazu, sodass man von einem geilen thrashigen Death-Metal-Album sprechen kann.

Anspieltipps: The Pitslayer und The Tyrant’s Scepter
Michael E.
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