Metalwalk und Afterwalk Party am 04.08.2018 in Krefeld

“Metalwalk und Afterwalk Party am 04.08.2018 in Krefeld“

Eventname: Metalwalk & Afterwalk Party

Bands: Gloryful (beim Metalwalk auf dem Metalwalk-Truck), Mediøkrist, Corporal Shred & Soldiers of Rock (bei der Afterwalk Party)

Ort:
Metalwalk ab Krefeld Hauptbahnhof, Afterwalk Party in der KuFa Krefeld

Datum: 04.08.2018

Kosten: gratis

Genres: Heavy Metal, Power Metal, Metalcore, Thrash Metal, Metal, Rock

Links: https://www.metalwalk.de/ (Metalwalk), https://www.facebook.com/events/438985319880468/ (Afterwalk Party)

 

 

Die Hitzewelle, die Deutschland schon seit gefühlten Ewigkeiten erfasst hat, macht natürlich auch an diesem Samstag keine Pause. Bei Temperaturen kurz vor Backofen mache ich mich also auf nach Krefeld. Erfreulicherweise haben sich aber außer mir auch noch viele andere Metalheads nicht abhalten lassen, und so stehen am Treffpunkt Krefeld Hauptbahnhof bereits diverse Grüppchen um den schon bereitstehenden Metaltruck. Den besteigen gleich die Jungs von Gloryful, vorher gibt es aber noch eine kleine Ansprache, gefolgt von einem lebendigen Beweis, dass wir uns um den Nachwuchs im Metal keine Sorgen machen müssen. Jetzt zeigen nämlich erst mal zwei sehr junge Männer, um nicht zu sagen Jungs, was sie jetzt schon an Gitarre und Drums so drauf haben. Da ich zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Truck stehe, kann ich von dort aus gut beobachten, dass diese Einlage den Zuschauern richtig gut gefällt und auch eine Menge Respekt hervorruft. Dann ist es aber Zeit, Gloryful legen los, der Truck setzt sich in Bewegung, gefolgt von gut gelaunten Metalheads.

Metalwalk – 2018 08 04

Auf wie vielen Bühnen Gloryful schon gespielt haben, wissen sie wahrscheinlich selbst nicht, ein fahrender Truck war aber wohl eher noch nicht dabei. Das tut dem Bewegungsdrang von Sänger Johnny, Gitarrist Jens und Basser Daniel überhaupt keinen Abbruch, die nach drei Seiten offene „Bühne“ des Aufliegers bietet im wahrsten Sinne des Wortes eine Menge Spielraum. Basser Daniel hüpft sogar während der Fahrt vom Truck und läuft eine Weile gemeinsam mit den Metalheads. Das, obwohl er, wie Johnny erklärt, gerade unter einem Hexenschuss leidet. Respekt also dafür! Gitarrist Adrian und – natürlich – Drummer Hartmut verlassen ihre Plätze nicht, so kommt es also nicht zum großen Durcheinander. Neben mir sind noch weitere Mitfahrer auf dem Auflieger, da muss man sich schon genau überlegen, wo man steht. Songtechnisch können Gloryful mit drei Alben in der Hand natürlich aus dem Vollen schöpfen, und Johnny kündigt zur Freude der Fans dann auch an, dass im kommenden Jahr ein neues Album erscheinen soll.

Gloryful @ Metalwalk – 2018 08 04

Wie auch schon bei früheren Metalwalks werden am Streckenverlauf viele Fenster geöffnet – manche auch nachdrücklich geschlossen – und es zeigen sich fröhliche Gesichter, da wird aus den verschiedenen Wohnungen gewunken oder auch die Pommesgabel gezeigt. Das zieht sich auch bis zum Ende des Metalwalk durch, auch noch kurz, bevor der Truck zur KuFa abbiegt, bleiben Menschen auf den Gehwegen stehen, zücken ihre Handys oder schauen sich einfach nur den Aufzug an, der sich weiter im Schrittempo dem Ende des Walks entgegenbewegt.

Metalwalk – 2018 08 04

An der KuFa selbst werden wir schon von den Bands erwartet, die gleich bei der Afterwalk Party auftreten werden. Draußen am „Beach“ gibt es zwei Essensbuden – an einer davon habe ich den leckersten Hamburger seit langem gegessen – und einen DJ, der die nach und nach eintreffenden Fans musikalisch weiter bedient. Netterweise wird auch immer angekündigt, dass gleich Band XYZ startet, als erstes sind heute Mediøkrist dran.

Die sehe ich heute zum dritten Mal, und wenn ich in der Sprache der sechs Jungs bleiben würde, würde ich jetzt von einem gerade mal durchschnittlichen Auftritt sprechen, den man genau so schnell vergessen hat, wie er vorbei war 😛 Aber ich muss Euch enttäuschen Jungs, das war wieder mal erste Sahne. Ihr habt ja die Hütte voll gekriegt und die Metalwalker noch einmal zu ordentlich Bewegung und zu exzessiven Moshpits animieren können, das war schon großes Kino. Auch auf der Bühne gibt es natürlich ordentlich Bewegung, wobei der ansonsten immer nur herumwuselnde Basser Julian in der rechten Ecke ziemlich feststeckt. Den dadurch entstehenden Freiraum nutzen die beiden Shouter Phil und Patrick dann natürlich gern, und können bei Songs wie Katharsis oder Hypokrisie den einen oder anderen Anwesenden auch zum lautstarken Mitsingen animieren. Und man kann ja auch zu recht gesellschaftskritischen Texten durchaus einfach mal richtig abgehen!

Mediokrist @ Metalwalk 2018 08 04

Gar nichts mit Metalcore am Hut haben Corporal Shred aus Essen. Jetzt gibt es was für die Old School Fans, nämlich rassigen Thrash Metal. Eigentlich eher nicht so meins, aber die vier Männer wissen natürlich, wie sie uns kriegen. In 2013 gegründet und noch in der Ursprungsformation zusammen, zeigt sich das natürlich auch auf der Bühne. Wie Sänger und Gitarrist Maddin erzählt, ist Basser Etsche gerade vor einigen Tagen aus dem Krankenhaus gekommen, dass er jetzt schon wieder auf der Bühne steht, ist natürlich einen extra Applaus wert. Kurz und knackig sind die Songs, in den Soli dürfen sich Maddin und Patze sehr intensiv ihren Gitarren widmen, während Etsche am Bass und Basti an den Drums die Tracks gnadenlos vorwärtstreiben. Das Album Dressed in Blood ist zwar „schon“ aus 2016, aber Songs wie Status Quo oder der Titeltrack Dressed In Blood gehen natürlich immer. Das ist schon ein gnadenloser Test für die Nackenmuskeln, und nach der klasse Show sind nicht nur die Männer von Corporal Shred schweißgebadet.

Corporal Shred @ Metalwalk 2018 08 04

Auf die letzte Band des Abends, Soldiers Of Rock, bin ich sehr gespannt. Letztes Jahr spielten sie ja noch während des Metalwalk auf dem ersten Truck, und ich habe sie immer nur im Vorbeifahren kurz erlebt. Heute und hier also Coverversionen von Rockklassikern aus so ziemlich allen Dekaden. Dazu mehr oder weniger stilecht gekleidet präsentiert sich Sänger Klaus in weißem Feinripp-Unterhemd und Adidas-Trainingshose, die Saitenfraktion ist komplett „perrückt“, wie die Soldiers Of Rock es selbst auf ihrer Facebook-Seite schreiben. Los geht es also die Zeitreise durch die Welt des Rock und Metal, vor Nichts und Niemandem wird Halt gemacht. Egal, ob Balls To The Wall (Accept), Rock The Night (Europe), Holy Diver (Dio), Out In The Fields (Gary Moore), We’re Not Gonna Take It (Twisted Sister) oder Fight For Your Right To Party (Beastie Boys), es wird aus fast allen Kehlen lautstark mitgesungen. Und sogar den Song Don’t Pay The Ferryman kennen hier doch erstaunlich viele, und als Klaus uns nach dem Song fragt, von wem der denn wohl stamme, kommt die Antwort Chris de Burgh dann auch wie aus der Pistole geschossen von vielen der Anwesenden. Ich fand das Original ja schon klasse, aber diese Rockversion toppt sie tatsächlich noch! Für zwei Songs gibt es dann auch ein Wiedersehen mit dem Jungen – dessen Namen ich mir sträflicherweise nicht notiert hatte – der schon vor dem Metalwalk mit seiner Gitarre gezeigt hatte, dass der Nachwuchs im Metal schon lange aktiv ist. Keine Spur von Nervosität zeigt er, als er gemeinsam mit der restlichen Saitenfraktion da oben auf der Bühne steht. Die Show kann er sich später noch einmal anschauen, seine Oma steht nämlich begeistert vor der Bühne und filmt mit ihrem Handy 😀 Aber auch diese äußerst unterhaltsame Show ist dann nach zwei Zugaben vorbei, jetzt gibt es, wie es Sänger Klaus ausdrückt, noch Musik aus der Konserve. Den möchte ich auch noch besonders erwähnen, gesangstechnisch war das 1A, mich hat er streckenweise, insbesondere in den höheren Stimmlagen, ein wenig an Samuel Nyman von Manimal erinnert.

Soldiers Of Rock @ Metalwalk 2018 08 04

Die anstehende Party gebe ich mir allerdings nicht mehr, die meisten meiner Bekannten stehen sowieso schon draußen. Also noch die große Abschiedsrunde gedreht und ab nach Hause.

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