Artist: Neal Morse
Herkunft: Nashville, Tennessee, USA
Album: Sola Gratia
Spiellänge: 65:46 Minuten
Genre: Progressive Rock
Release: 18.09.2020
Label: Inside Out Music
Links: https://de-de.facebook.com/nealmorse/
https://www.nealmorse.com/
Bandmitglieder:
Gesang, Keyboard, Gitarre – Neal Morse
Bassgitarre – Randy George
Schlagzeug – Mike Portnoy
Gastmusiker:
Gitarre – Eric Gillette
Keyboard – Bill Hubauer
Tracklist:
- Preface
- Overture
- In The Name Of The Lord
- Ballyhoo (The Chosen Ones)
- March Of The Pharisees
- Building A Wall
- Sola Intermezzo
- Overflow
- Warmer Than The Sunshine
- Never Change
- Seemingly Sincere
- The Light On The Road To Damascus
- The Glory Of The Lord
- Now I Can See/The Great Commission
Es gibt wenige Musiker wie Neal Morse, die ich bezüglich ihres technischen Könnens absolut schätze, jedoch die Outputs sehr oft nicht meinen Geschmacksnerv treffen. Neal liefert eigentlich ständig neue Studio- oder Livewerke, früher mit Spock’s Beard oder Transatlantic, aktuell mit Flying Colors und eben auch als Solokünstler. Seine Mitstreiter sind eigentlich die üblichen Verdächtigen mit Mike Portnoy (ex-Dream Theater) und Randy George, welche bereits auf diversen Neal Morse Alben mitwirkten. Die Solowerke von Neal behandeln in der Regel christliche Themen, so auch auf Sola Gratia. Hier geht es um den Apostel Paul und die Christenverfolgung, welches der lyrische Stoff für das Konzeptalbum ist. Die Idee zu dem Werk entstand im Januar 2020 auf einer Cruise von Australien nach Neuseeland. Das Album wurde virtuell im April 2020 am Hochpunkt des Corona-Lockdowns, in Kollaboration mit Mike Portnoy (Drums) und Randy George (Bass) aufgenommen: „Es ist das erste Album, welches wir getrennt voneinander aufgenommen haben. Ich habe die Basis-Tracks an die beiden verschickt und habe sie gefragt, ob sie einige Dinge abändern möchten. Aber sie sagten nur ‚Nein, es ist klasse so‘. Also spielten sie einfach ihren Teil dazu ein und schickten ihre Parts rüber. Einerseits war es keine einfache Art und Weise ein Album zu machen, andererseits stellt die Erstellung eines Albums einen immer vor unerwartete Herausforderungen.“
Die Werke von Neal zünden bei mir in der Regel langsam oder gar nicht. Nach dem Intro Preface kommen mit Overture progressive Töne aus den Boxen, welche sich bei In The Name Of The Lord noch steigern, vor allem im Härtegrad. Hoppla, für eine Neal Morse Scheibe eigentlich schon fast ein Katapultstart. Ballyhoo (The Chosen Ones) beglückt den Hörer mit melodischem Rock, March Of The Pharisees ist ein progressives, 100 Sekunden Interlude für Building A Wall, welches rockig um die Ecke kommt und recht gradlinig – für Neal Morse überraschend gradlinig nach dem progressiven Vorspiel. Sola Intermezzo ist der nächste Stilbruch, es wird nun wieder instrumental progressiv für 130 Sekunden, bevor es mit Overflow zunächst balladesk weitergeht und sehr lange benötigt, bis sich ein Spannungsbogen auftut, welcher schnell wieder abflacht. So eine Nummer ist eigentlich ein klassischer Neal Morse Opener. Warmer Than The Sunshine knüpft an seinen Vorgänger an, wird aber nach ca. 100 Sekunden progressiv. Als man sich so langsam eingehört hat, ist der Track auch schon vorbei und geht in Never Change über. Wer nun glaubt, dass der Spannungsbogen weitergezogen wird, der macht die Rechnung ohne Neal Morse. Das Tempo wird wieder herausgenommen, die Nummer schleppt sich knapp acht Minuten durch mein Büro und erinnert etwas an Pink Floyd, allerdings nur erinnert – dazu fehlt einfach das intensive Gitarrenspiel. Im Gilmour angehauchten Sound geht es weiter mit Seemingly Sincere, welcher mit mehr als neuneinhalb Minuten der Longplayer auf dem Langeisen ist. Für mich eine der besseren Nummern, der zweite Teil entfernt sich etwas vom Gilmour Sound und liefert einige interessante progressive Passagen. The Light On The Road To Damascus greift klanglich zunächst auf Never Change zurück, liefert aber im hinteren Teil recht bombastischen progressiven Sound. Now I Can See/The Great Commission begleitet den Hörer mit ruhigen Pianoklängen über mehr als zwei Minuten in Richtung Ende. Etwas mehr Speed wird noch aufgenommen und der hintere Teil erinnert kurzzeitig wieder an Roger Waters und Co. – aber leider erinnert er nur daran und dass auch nur kurzzeitig – Pianoklänge gibt es zum guten Schluss.




