Ranger – Speed & Violence

“Welcome To The Danger Zone“

Artist: Ranger

Herkunft: Helsinki, Finnland

Album: Speed & Violence

Spiellänge: 37:00 Min.

Genre: Speed Metal

Release: 25.11.2016

Label: Spinefarm Records

Link: https://www.facebook.com/rangerheavymetal

Produktion: Petrax Studio, Hollola, Finnland, von Juuso Pakkanen

Bandmitglieder:

Gesang & Bass – Dimi Pontiac
Gitarre – Mikael
Gitarre – Ville
Drums – Miko

Tracklist:

  1. Intro
  2. Speed & Violence
  3. Without Warning
  4. Demon Wind
  5. Lethal Force
  6. Satanic Panic
  7. Evil Barrier
  8. Night Slasher
  9. Shock Troops
  10. Last Breath

Speed & Violence – selten hat ein Album-Titel besser zusammengefasst, was sich auf der zugehörigen Platte versteckt. Roher, furchtloser und energiegeladener Speed Metal mit viel Oldschool Thrash und punkiger Attitüde.

Die Finnen von Ranger wurden 2009 in Helsinki gegründet, und während die Anfäge eher schleppend verliefen, erlebt die Band spätestens seit dem Demo Knights Of Darkness einen kometenhaften Aufstieg. Ihr Debütalbum Where Evil Dwells (2015) ist kaum ein Jahr alt, und schon machen sie mit Speed & Violence einen großen Schritt nach vorne. Der Sound ist im Vergleich zum Vorgänger ein ganzes Stück roher und aggressiver, die Vocals rotziger und das Gesamtpaket provokanter. Untermalt werden die Songs von einer Analog-Produktion, die nicht einmal vor dreißig Jahren als hochwertig gegolten hätte. Was im Regelfall ein großer Minuspunkt wäre, passt hier einfach hervorragend. Während der Vorgänger sich mit der Retro-Produktion noch zurückgehalten hat, entfalten Ranger mit diesem Sound ihr ganzes Potential. Die Drums klingen hohl, die Gitarren sind nicht wirklich präsent, aber trotzdem allgegenwärtig, und die Vocals sind eher dünn gehalten, was in Anbetracht der hohen Stimmlage von Sänger Dimi Pontiac vielleicht von Vorteil ist.

Die tonale Darbietung arbeitet Hand in Hand mit der musikalischen Umsetzung auf Speed & Violence. Schnelle und treibende Rythmen werden mit pfeilschnellen Gitarrenriffs gepaart, die hier und da von sehr melodischen Lead-Parts unterbrochen werden. Mit den hohen und kreischenden Vocals ergibt sich ein Klangbild, das wie ein Kind aus Slayer, 80er Underground-Thrash und Rainbow erscheint, und Ranger machen nur selten Anstalten, davon abzuweichen. Zwar gibt es hier und da längere Instrumental-Parts und Gitarren-Soli, die dem Hard Rock vergangener Tage huldigen, aber verweichlicht oder langsam wirkt die Platte an keiner Stelle. Sogar das ruhige Instrumental Evil Barrier fügt sich nahtlos in das Werk ein.

Trotz wahnwitziger Solo-Duelle und Riff-Salven ist die Songstruktur eher simpel gehalten, ohne dabei stupide zu wirken. Damit knüpft sie perfekt an die lyrischen Thematiken der Band an: Gewalt, Rücksichtslosigkeit und Mörder. Ranger geben zwar an, dass sich Songwriter Dimi Pontiac von Horror-Filmen inspirieren lässt, und mit diesem Vorwissen lassen sich auch einige Textstellen darauf beziehen, auf den ersten Blick haben die Texte allerdings nur ein Ziel: Schockieren und die musikalische Rohheit von Ranger aufgreifen und verstärken. Die billige und trashige Atmosphäre ist die Kirsche auf der Sahnehaube, die Speed & Violence abrundet – obwohl sie sich da ein hartes Duell mit dem Album-Artwork liefern muss. Ranger beschreiben ihre Musik nicht umsonst als Skull Splitting Metal.

Fazit: 80’s Vibe bis zum Anschlag, schnelle Riffs, wahnwitzige Soli, punkige Attitüde, pure Energie und ein irrer Sänger – welchem Speed- und Thrash-Fan schlägt da nicht das Herz höher? Wer nicht überzeugt ist, schaut sich bitte einfach das Album-Cover an.

Anspieltipps: Speed & Violence, Demon Wind, Night Slasher, Last Breath
Carsten B.
9.3
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