Ravenspell – Obsidian King

12.03.2026 – Heavy Metal, Speed Metal – Fighter Records – 40:17 Minuten

Heavy Metal aus Kanada ist spätestens seit Riot City und Skull Fist bezüglich neuer Bands ein hochinteressantes Thema. Ravenspell kommen aus Quebec und haben Leute wie Alisander The Seer an den Vocals, Corvax Crowhammer am Bass oder Volpale The Ravenous am Schlagwerk. Hinter den Künstlernamen verstecken sich Musiker, die unter anderem bei den Black-Thrashern Beholder aktiv sind. Damit wären wir auch beim musikalischen Spektrum. Obsidian King kommt mit einer dunklen Attitüde um die Ecke.

Obsidian King kommt mit einer dunklen Attitüde

Die spitzen Schreie zum Anfang von God The Watcher lassen Assoziationen in Richtung der bekannten kanadischen Metaller zu. Im weiteren Verlauf mischen sich schnelles Gitarrenspiel mit Ansätzen, die eher an Mercyful Fate und King Diamond erinnern, nur ohne Falsettgesang. Das nachfolgende Onwards We March setzt aufs Tempo und knüpft an seinen Vorgänger an, wobei die königlichen Einflüsse durch düsteres Gitarrenspiel ersetzt werden.

Horror verspricht bereits der Einstieg zu Book Of Death. Im Verlauf kommt ein sauberer, leicht epischer, Headbanger zum Vorschein, der gradlinig mit düsterer Mimik vorwärtsstampft. Das darauffolgende Warriors 9 To 5 – was für ein überragender Songtitel – bleibt düster, eigentlich fast schwarz, und überzeugt mit episch eingängigen Klängen, trotz seiner in Teilen unorthodoxen Melodieführung. Das Ding ist ein Tipp für Menschen, die auf eher kauziges, obskures Metall stehen. 

Der Titeltrack holt anfänglich den Raben raus, bleibt aber im weiteren Verlauf im Schatten seines Vorgängers, ohne dass ein schwacher Song zu notieren wäre. Die Vocals könnten jedoch etwas mehr Dampf vertragen. Den Dampf liefert der knapp dreiminütige Hellstorm, mit dem es eine Art Black-Speed-Metal auf die Ohren gibt.

Aber ganz durch mit den Besonderheiten sind Ravenspell noch nicht. Raise Hell, Relentless und der Tempobolzer Battleaxe Apocalypse ordnen sich im Kontext der Scheibe ein, sind aber insgesamt weniger spektakulär. Attila ragt mit einer knapp achtminütigen Laufzeit bereits von den Eckdaten hervor. Nach circa 100 Introsekunden wälzt sich der Hunnenkönig episch-doomig in Richtung Scheibenende und setzt nochmals ein Ausrufezeichen.

Hier geht es für weitere Informationen zu RavenspellObsidian King in unserem Time For Metal Release-Kalender.

Ravenspell – Obsidian King
Fazit zu Obsidian King
Ravenspell legen mit ihrer Debüt-LP Obsidian King interessanten Stoff für die Undergroundfreaks des Old-School-Metal auf den Tisch. Nicht alle Nummern sind packend. Aber Sachen wie Warriors 9 To 5 und der Abschluss Attila sind starke Tracks, die Potenzial für mehr aufzeigen. Dass Speed Metal und epischer Doom auf der Platte zu finden sind, zeigt die noch nicht finale Ausrichtung der Truppe. Ein erster Schritt ist gemacht. Der Schritt ist nicht perfekt, aber gutklassig und macht Appetit auf den Nachfolger, wobei das Pendel gerne stärker in Richtung Epic Doom und Epic Metal ausschlagen darf.

Anspieltipps: Book Of Death, Warriors 9 To 5 und Attila
Jürgen F.
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