Reanimated – Vomit The Plague (EP)

Deicide lassen grüßen

Artist: Reanimated

Herkunft: Kassel

Album: Vomit The Plague (EP)

Spiellänge: 19:57 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 22.02.2025

Label: Eigenproduktion

Links: https://reanimatedofficial.bandcamp.com/album/vomit-the-plague
https://www.facebook.com/ReanimatedDomination

Bandmitglieder:

Gesang – Mike
Gitarre – Alex
Gitarre – Jörg
Bass – Benny
Schlagzeug – André

Tracklist:

  1. Rebirth
  2. Infant Decapitation
  3. Vomit The Plague
  4. The Extinction
  5. Flesh Collector

Mit 2022 gegründet, ist Reanimated eine recht junge Band, die aber aus Musikern besteht, deren bisheriger Lebenslauf schon einiges aufzeigt. So scheint sich ein Teil von der Band Dark Horizon zu kennen. Wer jetzt mehr über die Band Reanimated erfahren möchte: Das wird schwierig, da Infos im Netz eher rar gesät sind.

Musikalisch bewegt sich das Quintett im Death Metal und orientiert sich ganz klassisch an den frühen und mittleren 90er-Jahren. Dabei ist die Ausrichtung eher amerikanisch gehalten und erinnert an eine Mischung aus Deicide und Morbid Angel. Vor allem die Vocals lassen durch das tiefe Gegröle an Glen Benton erinnern, was mir persönlich das Herz ein wenig aufgehen lässt. Der Mix der Platte ist hingegen etwas muffig und macht den Anschein, auf Krampf tief zu sein (besonders bei Riffs, die sich in den oberen Bünden abspielen). Je nach Anlage variiert das auch stark. Es lohnt sich also, unterschiedliche Abspielgeräte auszuprobieren, um für sich das Beste zu finden.

Denn mal ein Ohr auf die Platte zu werfen, lohnt sich, da die Mischung aus beiden genannten Bands eine interessante Kombination ist. Um es kurz zu machen: Für Deicide zu mystisch und für Morbid Angel zu brutal. Reanimated bewegen sich also irgendwo dazwischen und können trotzdem einen interessanten Ansatz fahren. Vor allem die zweite Hälfte der EP mit The Extinction und Flesh Collector ist ganz cool und schafft es, mal aufhorchen zu lassen. Auch wenn der Intro-Part von The Extinction eeeeeeecht laaaaang ist, um Stimmung aufzubauen und mit den guten alten ballistischen Geräuschen sowie Fliegeralarm-Sirenen nicht gerade innovativ ist, wird aber der Song ab Minute 2:15 auf einmal sehr interessant. Erstens legen alle los, womit ich nicht direkt gerechnet habe, und dann kommt da ein Song um die Ecke, der sich vom Songwriting her deutlich vom Rest abhebt: Hier mal eine kleine Pause im Riff, da ein Solo und dann eine Melodie auf der Gitarre sorgen für ein stimmungsvolles Bild. Ja, lädt an dieser Stelle sogar zum Kopfnicken ein.

Ich würde sogar behaupten, wenn Reanimated mal mutig sind und Parts ausprobieren, kommen ihre Stärken richtig raus und die Songs entfalten sich richtig. Leider ist dieser Mut nicht komplett in den Sound eingeflossen. Denn wie schon gesagt, klingt die Platte mal mehr, mal weniger dumpf und die Bassdrum verschwimmt im Mix. Schade, denn wenn auch der Bass bei dem Titelgeber der Platte ein Bass-Intro hat, fehlt mir für meinen Geschmack hier ein bisschen was Dreckiges. Eine Zerre oder Ähnliches hätte dem Basssound bestimmt gutgetan.

Reanimated – Vomit The Plague (EP)
Fazit
Ich bin hier hin- und hergerissen: Auf der einen Seite holen mich gerade die letzten beiden Songs ab und lassen erahnen, wo die Band hinwill. Auf der anderen Seite könnte der Sound entweder noch mutiger sein, also experimenteller im Mix und Mastering. Wie schon gesagt, ganz interessant, allerdings hat man vieles davon schon mal gehört und so 100%ig holt es mich nicht ab. Ich würde trotzdem sagen, wenn man Bock auf den bunten Death-Metal-Mix hat, lohnt es sich, hier mal reinzuhören. Ich bin zumindest gespannt, wie es bei der Band in Zukunft weitergeht, und würde mich freuen, die Fünf mal live zu hören.

Anspieltipps: The Extinction, Flesh Collector
Christian 'Lommer' W.
7.5
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