Sadism – The Satanic Key Elements

Heldenverehrung auf chilenische Art

Artist: Sadism

Herkunft: Chile

Album: The Satanic Key Elements

Spiellänge: 47:30 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 27.12.2020

Label: Toxic Records

Link: https://www.facebook.com/sadismofficial?fref=ts

Bandmitglieder:

Gesang – Ricardo Roberts
Gitarre – Gabriel Hidago
Bassgitarre – Juan Edo Moore
Schlagzeug – Juan Pablo Donoso

Tracklist:

  1. Darkness Descends (Dark Angel Cover)
  2. Light Of The End (Sacrifice Cover)
  3. Ravenous Medicine (Voivod Cover)
  4. Flag Of Hate (Kreator Cover)
  5. Pain Killer (Hallows Eve Cover)
  6. From The Past Comes The Storm (Sepultura Cover)
  7. Eternal Ban (Destruction Cover)
  8. Skeletons In The Closet (Infernäl Mäjesty Cover)
  9. Abstract War (Assassin Cover)
  10. Desecration Of Souls (Mercyful Fate Cover)

Die Burschen sind auch noch aktiv? In den Neunzigern bin ich mit ihnen in Berührung gekommen und seitdem habe ich ihr Schaffen verfolgt, da, wenn auch nicht mehr so krass, Death Metal aus Chile eben doch noch irgendwie ein Schattendasein in der globalen Metalwelt fristet. Die letzten drei Alben sind irgendwie an mir vorbeigegangen. Mittlerweile haben die Burschen acht Alben am Start. Wow. 1988 wurden sie gegründet und von dem Quartett sind noch drei Gründungsmitglieder am Start. Lediglich im Jahre 2012 kam ein neuer Gitarrist hinzu. Hat man auch nicht mehr so oft. Für das neunte Album hat sich die Combo etwas Besonderes einfallen lassen. Ein komplettes Coveralbum.

Über Sinn und Unsinn solch eines Albums kann man streiten, denn viele hätten sicherlich lieber gerne neues Material von der Band gehört. So geht es mir auch. Einen Coversong finde ich okay. Besonders live funktioniert so etwas ja immer ganz gut. Ein ganzes Album? Muss dass sein? Dieses muss jeder für sich selber entscheiden, aber wenn jemand so etwas machen kann oder darf, dann ja wohl eine Band, die seit über 30 Jahren dabei ist, das steht fest. Von daher finde ich es mehr als okay.

Okay, kommen wir zur Songauswahl. Die Band hat sich Combos ausgesucht, die zwar bekannt sind, aber auch recht früh aktiv waren und die Band selber beeinflusst haben auf ihren Weg – so hat man sich Songs ausgesucht, die alle zwischen 1984 und 1988 aufgenommen wurden. Der damalige Thrash Metal hat ja viele überzeugt, mit extremerem Metal anzufangen, so eben auch die Chilenen von Sadism. Eine echt Hommage an Bands wie Dark Angel, Kreator, Destruction, Hallow’s Eve etc.

Und somit macht das Album für mich persönlich auch Sinn und ich mag es, obwohl man natürlich an die Originale natürlich nicht herankommt. Voivod zu covern ist auch schon eine Leistung, keine Frage.

Natürlich ist der Sound etwas kräftiger, trotzdem wurde er schön auf alt getrimmt und bringt einem die gute alte Zeit etwas näher.

Als Bonus sind viele chilenische Gastmusiker mit dabei. Dieses ist auch ein Zeichen dafür, dass sich die Band sehr viele Gedanken im Vorfeld gemacht hat. Bei Flag Of Hate von Kreator ist dann Claudio Illanes von Undercroft / Warpath zu hören. Ein Chilene, der mittlerweile in Deutschland lebt und im Jahre 2020 noch auf einem von mir organisierten Konzert in Emden rumturnte. So klein ist die Welt.

Bei Voivods Ravenous Medicine darf sich Igor Leiva austoben. Der Gitarrist von Apilla Ardiente und Poema Arcanvs ist ein riesiger Fan von Voivod und durfte sein Können hier unter Beweis stellen. Ein Klassiker aus dem Jahre 1987 (Killing Technology)

Atomic Agressors Enrique Zuñiga Finger sind bei Dark Angels Darkness Descend zu hören.

Musikalisch bedient man sich dann des Death Metals der alten Schule, das ist klar. Der Meister an den Drums ist eine reine Maschine und besonders die Doublebass Attacken klingen sehr fett.

Die deathigen und thrashigen Vocals von Ricard Roberts passen absolut und zum Glück versucht er erst gar nicht, seine Stimme dem jeweiligen Song anzupassen. Klingt auch so sehr old schoolig.

Zudem hat man sich noch ein kleines Schmankerl ausgedacht. Die Burschen haben das Logo verwendet, welches auf dem Debütdemo Perdition Of Souls (1989) verwendet wurde.

Ursprünglich sollte das Album im Juni erscheinen, aber aufgrund der Pandemie hat sich der Termin verschoben.

Sadism – The Satanic Key Elements
Fazit
Wenn man über 30 Jahre dabei ist, dann darf man auch ein Coveralbum herausbringen. Die Chilenen von Sadism haben sich sehr viel Gedanken im Vorfeld gemacht, und so ist die Band- und Songauswahl sehr schlüssig, es befinden sich einige chilenische Gastmusiker auf dem Album, die selber einen Bezug zu den gecoverten Bands haben und man verwendet das alte Logo aus dem Jahre 1989. Alte Thrash Metal Songs im old schooligen Death Metal Gewand. Kommt gut.

Anspieltipps: Darkness Descends (Dark Angel Cover) und Skeletons In The Closet (Infernäl Mäjesty Cover)
Michael E.
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