Seasons – Memories & Ghosts (EP)

“Clean-Gesanglicher Fehltritt der Sonderklasse!“

Artist: Seasons

Album: Memories & Ghosts (EP)

Spiellänge: 23:30 Minuten

Genre: Hardcore / Metal

Release: 2011

Label: Eigenproduktion

Link: http://www.facebook.com/seasonsband

Tracklist:

  1. In Loving Memory
  2. Snowblind
  3. Tears Of The Innocent
  4. Vault
  5. Blind Trust
  6. Withered Leaves
seasons-memoriesandghost-cover

Aller guten Dinge sind drei, das dachten sich Seasons aus Siegen wohl, als sie, anstatt ihr erstes Full-Length-Album herauszubringen, eine dritte EP für die Öffentlichkeit bereit hielten. Seit der Gründung im Jahre 2009 wurde direkt im selben Jahr Ghost-Demo (2009) und ein Jahr später IAMFS-Demo (2010) für Freunde und erste Fans zum Reinhören bereitgestellt. Mit Memories & Ghosts wurde der Anspruch nun größer und nicht nur bekannte Musik-Konsumenten sollten angesprochen werden, ob das gelungen ist, lest ihr in den nächsten Zeilen.

Gestartet wird der Mix aus Hardcore, Metalcore und diversen Metal-inflüssen mit dem Song In Loving Memory, der durch harte Riffs, altbekannte Breaks und harte Shouts ganz manierliche Akzente setzen kann. Die Clean-Vocals, die zum Ende hin einsetzen, schlagen dem Fass jedoch den Boden raus. Der gesangliche Fehltritt in Form von Unvermögen im Gesang lässt dem Hörer die Fußnägel bis ans Kinn hochklappen. Schön ist wirklich was anderes.

Mit melodischen Facetten und leichten progressiven Einschlägen wird Snowblind deutlich anspruchsvoller als der noch recht müde Start in die sechs Song starke EP. Der grausame Clean-Gesang wird glücklicherweise weiter nach hinten gedrängt bzw. bekommt nur ganz geringe Möglichkeiten, in Erscheinung zu treten, was dem Track ein besseres Ansehen verpasst. Bei Tears Of The Innocent wird diesem gar ganz der Rücken gekehrt. Wie schnell doch so ein Lernprozess in nur einem Album vonstatten gehen kann. Grandios und gleichermaßen verunsichert, ob einem die schiefen Töne noch mal das Trommellell verderben werden, lauscht der Hörer den melodischen Rhythmen, die mit wohlklingenden Schlagzeugparts zu nackenbrechenden Headbang-Salven geformt werden. Wer sich jetzt fragt: „Tut er es wieder?“, dem muss gesagt sein: „Ja verdammte Axt, aber nur in kleinen dezenten Ansätzen, über die man einfach mal hinweghören kann bzw. muss!“

Nach diesen Lichtblicken erreicht Vault den Weg in die Boxen, wieder werden sehr stampfende, auf ihre Art und weise sehr interessant gestrickte, Beats auf den Hardcore-Fan losgelassen. Harte Shouts werden von tiefen Growls unterstütz und schaffen die Symbiose, die mit dem Clean Gesang derbe in die Hose gegangen ist. Im weiteren Verlauf, sprich den letzten zwei Stücken, wird der eingeschlagene Weg von Vault in ähnlichen Strickmustern, die wirklich besser im Gehör bleiben als die anfänglichen Werke, weiterverfochten.

pt
Fazit: Die ersten drei Kompositionen fallen durch echt bescheidenen Clean Gesang negativ auf - vor allem der erste Song, der besonders hart an der Grenze des Erträglichen heranreicht. Von Stück zu Stück werden sich Seasons ihrer Stärke, die ganz deutlich in abwechslungsreichen, harten Shouts liegt und nur noch selten verschandelt wird, bewusst. Für das erste Album, welches bald kommen sollte, hoffe ich für die Jungs nur, dass der Clean Gesang als klares No-Go von der Platte verschwindet! Anspieltipps: Vault
Rene W.
5
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