Artist: Servants To The Tide
Herkunft: Hamburg
Album: Where Time Will Come To Die
Genre: Doom Metal, Epic Doom Metal, Epic Metal
Spiellänge: 50:19 Minuten
Release: 19.07.2024
Label: No Remorse Records
Link: https://servantstothetide.bandcamp.com/
Bandmitglieder:
Gesang – Stephan Wehrbein
Schlagzeug – Lucas Freise
Gitarre – Leonid Rubinstein
Bass – Sören Reinholdt
Gitarre – Katharina Großbongardt
Tracklist:
1. With Starlight We Ride
2. Sunrise In Eden
3. The Trial
4. White Wanderer
5. If The Stars Should Appear
6. Towards Zero
7. Where Time Will Come To Die
Wer sich im episch metallischen Underground tummelt, der kennt das griechische Label No Remorse Records. Viele Hoffnungsträger in Richtung klassischen und epischen Metals sind im Rooster zu finden. Servants To The Tide aus Hamburg sind bereits seit dem selbst betitelten Debüt bei dem bekannten und geschätzten Undergroundlabel und legen nun ihr zweites Werk Where Time Will Come To Die nach. Wer easy zu konsumierende Musik sucht, der ist bei dem Quintett falsch. Wer aber Musik sucht, die dich weiter als von der Bühne bis zum nächsten Bierstand trägt, sollte die Ohren spitzen.
Sieben Lieder mit Laufzeiten von drei bis zu mehr als zehn Minuten. Es geht um Epic Doom Metal, der gelegentlich zäh, oft melancholisch, aber immer spannend vorgetragen wird.
With Starlight We Ride macht den Anfang. Das Ding kommt schnell zum Punkt und lädt zum Headbangen ein. Die Melodie könnte auch von Atlantean Kodex stammen, doch der Gesang von Stephan Wehrbein ist deutlich kratziger als der von Markus Becker. Insgesamt ist die Nummer kantiger als die Sachen von den Epic-Metallern aus Süddeutschland. Die ersten Töne von Sunrise In Eden kommen episch daher, dann holen die Protagonisten die Melancholie hervor. In Richtung Refrain wird es wütender und das gute Stück steigert sich mit jeder Umdrehung. Der Refrain ist eingängig und dürfte auf Festivals wie dem Headbangers Open Air, Keep It True oder dem aktuell nicht mehr existierenden Hammers Of Doom bestens funktionieren.
Das eher kurze The Trial bewegt sich mehr in epischen Gefilden und der Name Candlemass geistert über den Plattenteller. Insgesamt sehr hörenswert, wo Gesang und Instrumente perfekt verschmelzen.
Ging es bisher noch locker durch die Nummern, wird es jetzt richtig melancholisch und doomig. White Wanderer läuft mehr als acht Minuten und startet langsam, getragen und minimalistisch. Das Ding walzt sich, mit Klavierklängen begleitet, vorwärts. Der Ausbruch erfolgt erst im hinteren Drittel. Gesang und Instrumente kommen wie eine musikalische Tristesse rüber, die sich zum Anfang von If The Stars Should Appear fortsetzt. Jetzt geht es aber nach gut zwei Minuten episch untermalt weiter, sodass If The Stars Should Appear und White Wanderer die Doomwalze mit knapp 20 Minuten von Where Time Will Come To Die bildet.
Das primär vom Klavier begleitete Towards Zero bildet so was wie ein Interlude oder eine Brücke zwischen der Doomwalze in der Mitte mit den epischen Klängen, die gemeinsam im Titelsong Where Time Will Come To Die münden. Das Klavier bleibt zunächst, wird aber von schweren Riffs begleitet. Servants To The Tide werden zum Ende wieder epischer, ohne den doomigen Pfad zu verlassen. Den Abschluss bildet die Klammer des Albums, wo der walzende Doom und das epische Metall miteinander spielen.




