Die Dänen von Shadowspawn sind definitiv keine Unbekannten mehr im Zirkus des extremen Musikbereichs. Das Album Blasphemica aus dem Jahre 2023 konnte mich durchaus überzeugen, und das ist ja auch kein Wunder, denn die vier Zeitgenossen sind ja alle keine Unbekannten mehr in der Szene und sind natürlich auch noch in anderen Combos unterwegs. Überwiegend tobt man sich noch bei der Band Bloodborn Machine aus. Shadowspawn sind seit dem Jahre 2012 unterwegs und bringen jetzt über das Label Via Nocturna ihr viertes Album namens Cadaver Dogs heraus.
Der Tanz der Schatten beginnt mit dem Song Spiral Of Torment und die dänischen Recken nehmen uns erst einmal auf eine verspielte und dunkelromantische Reise mit. Langsam und atmosphärisch klingen die ersten Sekunden. Man baut den Song ein wenig auf, behält diese melodische Handhabung bei, wird aber immer druckvoller. Aber man bleibt dabei immer dunkel, finster und eben atmosphärisch. Das Riffing geht gut ins Ohr und das Drumming baut einen ordentlichen Rhythmus auf. Ich dachte am Anfang, es sei eben nur der Einstieg in den Song, aber dem ist nicht so. Ich persönlich finde es schade. Ist definitiv nicht schlecht, aber irgendwie fehlt mir da etwas. Im Grunde passt alles, auch die aggressiven Vocals. Alles okay. Die melodischen Momente sind echt gut, aber irgendwie fliegen diese 4:30 Minuten an mir vorbei, bohren sich aber nicht unbedingt fest.
Man soll ja ein Buch nicht nach den ersten Seiten oder nach seinem Umschlag beurteilen, aber auch nicht die letzten Seiten zuerst lesen, um zu erfahren, wer der Mörder ist. Also werde ich jetzt auch direkt mit dem nächsten Song weitermachen, welcher auf den Titel The Apostate hört. Diesen recht melodischen und finsteren Weg behalten die Burschen bei, und das ist auch gut so, ansonsten mischen sie Death Metal und Thrash Metal zu einer schönen brachialen Einheit. Der Song geht nur knappe drei Minuten und kommt einem noch kürzer vor. Dieses spricht ja für einen guten Song. Mit guten Riffs ausgestattet, schreitet man treibend vorwärts und holt dann kurz vor Ende den Knüppel heraus – und genau so muss es sein. Das läuft gut zusammen und macht Laune.
Den Härtegrad erhöht man bei Devil’s Breath Retribution ordentlich, und dann gefallen sie mir schnell. Härtegrad bedeutet nicht, dass es ein Blastbeat-Gewitter gibt, sondern dass sich hier Atmosphäre, Death Metal und Thrash Metal zu einer gelungenen Einheit verschmelzen und man zur rechten Zeit das Tempo anzieht bzw. am rechten Platz die atmosphärischen Stilmittel so einsetzt, dass sie gut zur Wirkung kommen, wie z. B. das gut eingebaute und funktionierende Solo. Danach nimmt man wieder Fahrt auf und baut den Song erneut gut auf. Starke Riffs sind definitiv an Bord.
Ein Rhythmus, bei dem man mitmuss
Mit technischem Gitarrenspiel, welches aber im old schooligen Sektor anzusiedeln ist und somit nicht besonders übertrieben wird, legt man bei Cadaver Dogs ordentlich los und knattert auch hier eine ordentliche Mischung aus Death Metal und Thrash Metal in die Botanik. Der Namensgeber des Albums lebt von einem zermalmenden Riff, welches absolut fruchtet und hängenbleibt und öfter wiederholt wird. Die Wiederholung hält sich aber in Grenzen, sodass es zu keiner Zeit nervig wird. Es gibt ja solche Songs, da haut die Band ein kongeniales Riff heraus und wiederholt und wiederholt es, und dann wird es nervig und das Riff verliert an Würze. Dieses ist hier definitiv nicht der Fall. Auch ansonsten ist der Song sehr geil und ansprechend. Schön schnell und treibend, und die technischen Skills werden gekonnt mit eingebaut und stehen nicht im Vordergrund, sodass man den Flow nie aus den Augen verliert und eine geile Dynamik entsteht. Ein Rhythmus, bei dem man mitmuss. Geiles Solo ist auch am Start. Passt
In diesem Sinne: We Are all Ones – Cadaver Dogs.
Grundsolides Album
Die Band hatte, hat und wird immer ihre eigene Original-Handschrift haben und eigene Ideen verarbeiten. Die dänische Schattenbrut lässt sich von Bands wie Asphyx, Benediction, Bolt Thrower, Pestilence, Malevolent Creation, Demolition Hammer, Cancer, Mercyless oder Dead Head inspirieren, kupfert aber nicht ab und versucht, ihren eigenen Weg zu finden. Der gute, massive und transparente Sound von Kelvin Dam unterstützt ihr Vorhaben dabei. Das Songwriting ist leider an einigen Stellen nicht so wirksam, wie ich es mir gewünscht hätte, aber das Album ist sehr grundsolide und macht an sehr vielen Stellen Spaß.
Hier geht es für weitere Informationen zu Shadowspawn – Cadaver Dogs in unserem Time For Metal Release-Kalender.



