Smith/Kotzen – Smith/Kotzen

Legenden unter sich!

Artist: Smith/Kotzen

Herkunft: UK, USA

Album: Smith/Kotzen

Spiellänge: 47:29 Minuten

Genre: Blues Rock, Classic Rock, Hard Rock, Rock

Release: 26.03.2021

Label: BMG

Link: https://www.smithkotzen.com/

Bandmitglieder:

Gesang, Gitarre – Adrian Smith
Gesang, Gitarre – Richie Kotzen

+ Gäste

Tracklist:

  1. Taking My Chances
  2. Running
  3. Scars
  4. Some People
  5. Glory Road
  6. Solar Fire
  7. You Don’t Know Me
  8. I Wanna Stay
  9. ‚Til Tomorrow

Teilzeit-Nachbarn und Vollzeit-Freunde – diesen Begriff habe ich mir gleich im Zusammenhang von Smith/Kotzen abgespeichert. In diesen Tagen erscheint das Debütalbum der beiden Musiker, die in der Szene bereits einen weichen Thron an der Spitze des Musikbusiness besitzen. Adrian Smith, der mittlerweile gerne Zeit in LA verbringt und ansonsten seit Jahren für Iron Maiden in die Saiten greift, hat mit Richie, wie gerade schon anklingen lassen, einen Freund gefunden, mit dem der Lockdown der letzten Monate wohl deutlich erträglicher war. Seit 1989 veröffentlicht Richie Kotzen regelmäßig Soloalben und spielte z.B. bei den Rockgrößen wie Poison und Mr. Big. Bei diesem nicht gleichen Duett gewinnt, wenn man es so sagen möchte, die Rockvielfalt des Amerikaners und britische Heavy Metal Riffs gibt es nur selten. Über BMG kann man den breiten Rock Kosmos aus Blues, Classic und Hard Rock auf neun Auskopplungen genießen. In fast 50 Minuten laufen Headbangballaden, schnellere Soli und gesanglich ergreifende Passagen.

Gestartet wird mit Taking My Chances recht kraftvoll, bis in einen klassischen Ablauf abgebogen wird. Losgelöst vom Maiden Korsett macht Herr Smith einen sehr frischen Eindruck und das mit 64 Jahren. Über zehn Jahre jünger ist Richie, der Jungspund in der Zwei-Mann-Kombo. Während das Paar gemeinsam schreibt, produziert und sich Gitarren und Vocals teilt, spielt Richie auf dem Album auch Bass und Schlagzeug. Einflüsse von außen gab es zusätzlich, wer würde dem Gespann nicht unter die Arme greifen wollen?
Das Album erscheint am Freitag als Digipack-CD, schwarze 12”-Vinyl mit geprägtem Sleeve, Limited-Edition-Coloured-12” als Vinyl mit rot  und natürlich digital.
Technisch lassen beide rein gar nichts anbrennen. Für meinen Geschmack hätte man noch weiter in den Heavy Metal eindringen dürfen, das wiederum ist Meckern auf hohem Niveau und schließlich dürfen die beiden Musiker immer noch selber entscheiden, worauf sie Lust haben. Die Lyrics und Vocals machen Spaß und treiben die dunklen Wolken flink über den Horizont hinfort. Scars darf man als einen der prägnantesten Höhepunkte noch mal in den Fokus rücken. Die sechs Minuten werden wie kaum ein anderer Titel von beiden Interpreten mit gleichem Einsatz und Herzblut performt. Der als Single erschienene Hit hat das Potenzial zum Rocksong des Jahres. Groovige Abgründe tun sich mit Some People auf. Locker leicht und mit dem schönen Drive nehmen Smith/Kotzen weiter Fahrt auf. Auf ähnlichem Level arbeiten sie Glory Road ab, der im Gegensatz zum Vorgänger noch Harmoniebedachter agiert.

Let´s go, mehr als die Hälfte haben wir vom Debüt schon hinter uns, da gibt es was fürs klassische Rockherz. Solar Fire verkörpert die späten 70er und greift in die Trickkiste der anfänglichen 80er. Der Sound ist klar wie auf der ganzen Platte und die Produktion (als wäre es eine Überraschung) kann man ohne Weiteres vorzeigen. Die längste Nummer hört auf den Namen You Don’t Know Me und könnte von einer Bruce Dickinson Soloscheibe stammen, wenn man die Gesangsfarbe des Briten ausklammert. Zeit für eine weitere Ballade bleibt mit I Wanna Stay. Andächtig aufgezogen, verabschieden sich die beiden Künstler zurück in den LA Lockdown und machen Platz für das eigentliche Finale. Deutlich dunkler als die anderen Tracks agiert ‚Til Tomorrow und bringt den einen oder anderen düsteren Gedanken mit in die letzten Klänge.

Smith/Kotzen – Smith/Kotzen
Fazit
Smith und Kozen haben Rock versprochen und genau dieses mit diversen Facetten abgeliefert. Das Ergebnis ist ein breites, spannendes Album des Genres mit vielen, kleinen Momenten, die im Kopf bleiben und einer heißen Nummer namens Scars. Diesen Titel solltet ihr euch merken und der dürfte in diesem Jahr noch steil nach oben gehen. Ein Anwärter für den Rocksong des Jahres, wie ich im Bericht schon erwähnt habe. Ansonsten kann man dem Debüt viel Positives abgewinnen. Gut, für einen eingefleischten Maiden Fan dürfte es etwas mehr heavy sein, aber die Rockkulisse ist ganz großes Kino.

Anspieltipps: Taking My Chances und Scars
René W.
8.5
Leser Bewertung6 Bewertungen
6.4
8.5
Punkte
Podcast
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