Artist: Speckmann Project
Herkunft: Tschechei / Schweden
Album: Fiends Of Emptiness
Spiellänge: 35:38 Minuten
Genre: Death Metal
Release: 22.04.2022
Label: Emanzipation Productions
Link: https://emanzipation.bandcamp.com/album/fiends-of-emptiness
Bandmitglieder:
Gesang – Paul Speckmann
Alle Instrumente – Rogga Johansson
Tracklist:
- Absolute Power
- Indifferent
- A Sick Carnival
- Destroy The Weak
- The Stall
- The Corporate Twisted Control
- Fiends Of Emptiness
- The Victims In Silence Lay
- The So-Called Tyrants
- A Diabolical Sense Of Proportions
- Canceled
- Then The Calm Before The Storm
- Through Darkness
Den Mann mit dem langen Bart muss man ja nun wirklich keinem mehr vorstellen. Mr. Death Metal Paul Speckmann, der mittlerweile seit Jahrzehnten in der Tschechei lebt, hat die Szene ordentlich mitgeprägt. Da er mit Deathstrike, Abomination und Master in den Achtzigern und Neunzigern anscheinend nicht ausgelastet war, nahm er das Zepter 1991 selbst in die Hand und schrieb einige Songs, die unter dem Namen Speckmann Project erschienen sind. Da er die Geschichte nicht alleine einspielen konnte, schnappt er sich den Abomination Drummer und den Burnt Offering /Master Gitarristen, um das beste Ergebnis erzielen zu können.
Paul ist seit Langem im Geschäft, tourt noch ordentlich mit seiner Band Master und hat zusätzlich das eine oder andere Projekt am Laufen. Jetzt hat er sich dazu entschlossen, nach dreißig Jahren Speckmann Project wieder zum Leben zu erwecken. Dabei wurde die Musik von seinem Buddy Rogga Johansson geschrieben. Paul übernahm den Gesang und schrieb die Lyrics. Diese scheinen sehr wichtig für Paul zu sein. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum das Material nicht unter Johansson & Speckmann veröffentlicht wurde. Es geht aber auch um die Aufmerksamkeit. Die beiden haben unter Johansson & Speckmann viele gute Sachen veröffentlicht, aber die Fangemeinde hat dieses nicht so richtig wahrgenommen. Vielleicht bietet der Name Speckmann alleine da mehr Möglichkeiten.
Dass Rogga aber weiß, wie Songs geschrieben werden, ist ja bekannt und für seinen Spezi Paul hat er sich natürlich besonders ins Zeug gelegt. Dass hier alles passt, hört man gleich beim Opener Absolute Power. Wilde Gitarrenklänge erklingen und läuten das old schoolige Massaker ein. Es folgt der typische Speckmann Gesang, die Uftata dreht durch, wie immer. Hinzu kommen punkige Klänge. Kommt ganz gut und der Song marschiert bangfreundlich durch das Wohnzimmer. Kurzes Break, kleiner Groove mit Stakkatoriff und betonendem Gesang. Ganz alte Schule wird hier geboten.
Auch Indifferent geht in diese Richtung. Old schooliger Death Metal trifft auf punkige Attitüde. Die Vocals von Speckmann passen natürlich absolut dazu. Man greift an, bleibt einfach und strukturiert und beschränkt sich auf das Wesentliche. Dann holt Rogga ein wildes Solo aus der Westentasche, welches es echt in sich hat. Man bleibt unter drei Minuten und das ist auch gut so.
Es ist eben so, wie es ist. Sowohl Speckmann als auch Johansson haben mich noch nie wirklich enttäuscht und so ist es auch dieses Mal. Klaro, hat man dieses alles in dieser oder ähnlicher Art und Weise schon mehrfach gehört, aber was solls, wenn das System eben flutscht und gut funktioniert. Und dieses kann man mit Fug und Recht behaupten.
Der Namensgeber Fiends Of Emptiness ist auch so ein Beispiel für die Einfachheit und Direktheit. Recht giftige Riffs werden angeboten, das Tempo nicht so hoch, dafür drückt das Ganze unheimlich. Der Song lebt von dem Riffing und vor allem von dem Gesang. Fette Midtemponummer mit recht rapidem und schnellem Ende. Geht gut in die Gehörgänge.
Mit Sprechgesang und hohen Gitarrentönen startet man bei Canceled. Der Song geht auch gut ins Mark. Schön aggressiv, schmutzig und straight forward. Hier wird nichts Neues geboten, aber der Song macht einfach nur Spaß. Das Drumming versprüht sehr viel Power und Energie und treibt den Song unheimlich nach vorne. Hier gibt es, bis auf einige Sekunden, nur eine Richtung – geradeaus. Hier gibt es die volle Dröhnung. Ich mag diese old schooligen schnellen Parts. Hier wird nicht Wert auf Technik oder Riffästhetik gelegt. Hier geht es darum, einen Death Metal Song hart und direkt zu gestalten. Und dieses ist mehr als geglückt, absolut.
Hier gibt es wieder einmal dreizehn Granaten aus dem Hause Speckmann und Johansson. So mögen wir es, so kann es bleiben. Es fehlen die Übersongs, aber das ganze Album hat Dampf, versprüht unheimlich viel Energie und Power. Anti-Religion, Anti-Regierung und einfach nur der Glaube an sich selbst und das Vertrauen in die eigenen Instinkte – darum geht es Paul. Gelungene Geschichte, nur der Sound nervt ein wenig.




