Sutura – Dawn Of Cursed Souls

Schwedische Klänge aus der bergigen Region von Rio de Janeiro

Artist: Sutura

Herkunft: Brasilien

Album: Dawn Of Cursed Souls

Spiellänge: 38:19 Minuten

Genre: Death Metal, Black Metal

Release: 24.04.2021

Label: Awakening Records

Link: https://www.sutura.bandcamp.com/releases

Bandmitglieder:

Gesang und Gitarre – Luciano Gulvao
Gitarre – Nathan Azevedo
Bassgitarre – Erik Amorim
Schlagzeug – William „Delta X“ Toledo

Tracklist:

  1. Dawn Of Cursed Souls
  2. Sacramental Bleed
  3. Under The Black Mark
  4. Death’s Fathom
  5. Haunted By Old Ghost
  6. Where Shadows Of Death May Lie
  7. Chaos And Demise
  8. Suffering Cage
  9. Worms In Disguise

Aus Nova Friburgo, der bergigen Region von Rio de Janeiro, stammen Sutura. Die Einflüsse liegen vor allem in der skandinavischen und brasilianischen Extreme Metal Szene. Seit 2016 ist dieses Quartett nun am Wirbeln. Nach einer EP und einer Single verließ man 2019 die Berge und nahm das Debüt Clasta auf. Ein Jahr später folgte noch eine Single und nun also Album Nummer zwei.

Im Jahre 2017 haben sie ihre Musik noch als Black/Grind und Black/Core bezeichnet, aber das spiegelt den aktuellen Stand nicht wider. Das alte Material kenne ich allerdings auch nicht.

2019 trennte man sich vom alten Deathgrind Logo und auch musikalisch ging man mehr in die schwedische Death Metal Ecke. So richtig war der Weg noch nicht gefunden. Schwarze Anleihen blieben aber über und wurden verarbeitet.

2021 eröffnet sich also ein neues Kapitel im Buch vom Sutura und dieses liest sich ganz gut. Die Burschen verfeinern den Sound von Clasta und bieten eine gelungene Mischung aus altem Schweden Death Metal und Black Metal. Die Neunziger haben es ihnen angetan und dabei bedient man sich aus allen Lagern. Sowohl Stockholm-Zitate werden vorgelesen als auch Wörter aus der Göteborg-Bibel. Kommt ganz geil.

Diese bieten sie echt ganz unkompliziert an und durchaus abwechslungsreich, da sie auch Elemente aus dem Black Metal verarbeiten.

Under The Black Mark ist da ein sehr geiles Beispiel, gefällt mir sehr gut. Die vorhandene Melodie und das blackige Riffing sowie die tiefen als auch screamigen Vocals machen total Laune.

Besonders die Mischung aus Tempowechsel, dunkler Atmosphäre und melodischen Elementen macht den Reiz aus. Teilweise treten sie recht blackig auf, holen dann aber immer wieder geile Melodien aus der Tasche oder bieten richtig geile melodische Leads an, so wie man es z.B. bei Dawn Of Cursed Souls oder Sacramental Bleed hören kann. Eine Huldigung der alten Schweden-Garde.

Das verträumte Death’s Fathom als Zwischenintro hat sich auch irgendwie in meinen Kopf gebrannt. Ist eigentlich nichts Besonderes, liefert aber zwischendurch irgendwas Besinnliches und bereitet einen auf Haunted By Old Ghost vor. Hier bietet man auch diese Mischung. Stockholm Death Metal Parts werden mit blackigen Riffs kombiniert. Die Gitarrenläufe sind lang und werden ausgereizt. Überwiegend im schnellen Tempo unterwegs, kommt irgendwann ein Äh, dann wechselt man in einen langsamen blackigen Part und holt danach diese typische schwedische Melodie heraus. Sehr atmosphärisch. Danach wechselt man wieder ins Uptempo mit Uftata-Drumbetonung. Ein wildes Solo darf nicht fehlen, das ist klar.

Auch klar ist, dass man das eine oder andere Riff kennt und die Brasilianer die Musikwelt nicht revolutionieren werden. Aber sie schaffen es, dass man eine Nostalgieträne verliert.

Gerade wenn sie diese langsamen, atmosphärischen Parts rausholen, klingen sie echt lecker, so wie bei Where Shaodws Of Death May Lie. Dieser erklingt zu Beginn. Darauf folgt voll das geile melodische Riffing und der wilde Ritt durch die Berge Brasiliens geht los. Der Gesang wechselt hin und her, das Riffing ist einfach nur geil. Typisch schwedisch halt. Hinzu kommt ein feines Solo und kleine blackige Einsprengesel und schöne Tempowechsel.

 

Kommt schon alles irgendwie geil und erinnert mich total an die Neunziger. Eine Huldigung an das Sunlight Studio und an die Bands, die damals in den Neunzigern dort aufgenommen haben. Hinzu gesellen sich Ausflüge in den melodischen Black Metal. Schockt!

Sutura – Dawn Of Cursed Souls
Fazit
Old School Death Metal schwedischer Natur trifft auf Old School Black Metal. Der Sound klingt nach Neunziger und bietet auch Platz für Eigenständigkeit, aber ermöglicht der Band, den damaligen Helden zu huldigen. Dazu ein verhallter Gesang und fertig. Kommt gut.

Anspieltipps: Under The Black Mark
Michael E.
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