Testament – Titans Of Creation

Intensiver und abwechslungsreicher Thrash aus der Bay Area

Artist: Testament

Herkunft: Bay Area/San Francisco, USA

Album: Titans Of Creation

Spiellänge: 61:22 Minuten

Genre: Thrash Metal

Release: 03.04.2020

Label: Nuclear Blast Records

Link: www.testamentlegions.us
https://de-de.facebook.com/testamentlegions/
www.nuclearblast.de/testament

Bandmitglieder:

Gesang – Chuck Billy
Gitarre – Eric Peterson
Gitarre – Alex Skolnick
Bassgitarre – Steve DiGiorgio
Schlagzeug – Gene Hoglan

Tracklist:

  1. Children Of The Next Level
  2. WW III
  3. Dream Deceiver
  4. Night Of The Witch
  5. City Of Angels
  6. Ishtars Gate
  7. Symptoms
  8. False Prophet
  9. The Healers
  10. Code Of Hammurabi
  11. Curse Of Osiris
  12. Catacombs

Testament waren im Februar und März gemeinsam mit Exodus und Death Angel in Europa unterwegs. Ich hatte das Glück, die drei von der Bay Area in Hamburg sehen zu dürfen. Das war noch vor Corona. Zwischenzeitlich gab es weniger gute News. Chuck und seine Frau Tiffany haben sich den Virus eingefangen (News hier), wie auch diverse Tourmitglieder und Musiker anderer Bands (Will Caroll, Death Angel erwischte es besonders übel). Das letzte Statement von Chuck war sehr positiv. Je mehr Tage vergehen, desto besser geht es Chuck und seiner Frau. Das freut uns sehr und wir hoffen, Chuck und Co. bald wieder live on Stage irgendwo in Germany sehen zu dürfen.

Seit 1983 (zunächst als Legacy, mit dem Einstieg von Chuck Billy 1986 als Testament) liefern Testament Longplayer aus der Bay Area. So nannte sich das Debütalbum auch The Legacy im Jahre 1986. Um die Jahrtausendwende sah es alles andere als gut aus mit Chuck. Er erkrankte an einem seltenen Tumor im Brustbereich. Nach mehreren OPs und Chemotherapien ist er seit 2003 geheilt. Im August 2001 gab es ein Benefiz Konzert (u.a. mit Exodus, Anthrax, Heathen und S.O.D.), wo die Bands zugunsten der erkrankten Kollegen (neben Chuck Billy noch Death Sänger Chuck Schuldiner) spielten. So verbinden Bands wie Exodus und Testament mehr als nur der Wohnort und die Musik. Steve „Zetro“ Souza war auch der erste Sänger von The Legacy/Testament und vertrat Chuck während seiner Krankheit am Mikrofon.

Nun also in 2020 das Studiowerk Nummer 13 der Thrasher aus der Bay Area. Die Vorproduktion und die ersten Aufnahmeprozesse wurde mit Juan Urteaga von Trident Studios umgesetzt. Andy Sneap übernahm anschließend die Optimierung und das Mischen.

Der Opener Children Of The Next Level kann vom ersten Takt überzeugen. Chuck und die Gitarren liefern das, was man von Testament erwartet. Ein guter Nackenbrecher, der zum Headbangen einlädt. WW III bietet noch etwas mehr Tempo als beim Opener, der Refrain und die Gitarren ballern sich ihren Weg und sorgen für einen sauberen, schnellen Track. Dream Deceiver hat vom Refrain schon fast einen Hymencharakter. Das Ding muss auf jede Setlist und dürfte live ein Renner sein. Die Drums klingen mir etwas zu clean auf der Scheibe, aber hier wird auf hohem Niveau gemeckert. Night Of The Witch befand sich bereits auf der Setlist im Februar und wurde als Single vorab veröffentlicht. Chuck knurrt mal ein wenig, dazu wird es von den Gitarren auch mal etwas angeschwärzt. Testament liefern eine gelungene Abwechslung, ohne die typischen Trademarks zu verlassen. City Of Angels sorgt für ganz neue Töne zum Einstieg. Sehr rund und harmonisch geht es los, schon quasi im melodischen Hardrock Style. Der Refrain bleibt so und die Nummer wird nur von Chucks Stimme mit Tempo ausgestattet. Es gibt auch mal das eine oder andere Gitarrensolo im 80er/90er Jahre Look. Mutiges Ding, ich kann dem Track aber etwas abgewinnen. Das wird aber nicht bei jedem Thrasher oder Testament Fan so sein. Ishtars Gate macht mit der Abwechselung weiter. Groovig dann und wann mit starkem Bass unterlegt, insgesamt aber treibt Chuck den Track mit seiner Stimme nach vorne. Der Rhythmus dreht sich ein paarmal und macht den Titel spannend. Das Quintett probiert einiges aus und liefert nicht nur „auf Nummer sicher“ ab. Das trifft durchaus meinen Geschmacksnerv. Symptoms leitet Alex mit intensiver Gitarrenarbeit ein. Refrain und Gesang geben dem Ganzen einen sauberen Impuls, dazu im zweiten Teil nochmals ein Gitarrensolo. Passt. Bei False Prophet und The Healers fällt mir zunächst das etwas zu cleane Schlagzeug auf. Ansonsten typischer Testament Sound. Code Of Hammurabi beginnt mit einem Bassintro und hebt sich so schon mal etwas von den beiden Nummern davor ab. Refrain, Sound und Co. überzeugen voll und ganz. Auch die Nummer wäre etwas für einen Live-Gig. Alleine die Gitarren würde ich gerne mal live on Stage sehen und hören. Als Vorletztes gibt’s Curse Of Osiris. Gute drei Minuten Vollgas. Dazu eine leichte schwarzmetallische Einstreuung bzgl. Gitarren und Gesang von Eric Petersen. Langweilig ist das Werk auf keinen Fall. Catacombe ist der Rausschmeißer und eine Art gut zweiminütiges Outro.

Testament – Titans Of Creation
Fazit
Titans Of Creation ist ein abwechslungsreiches, intensives Thrash Metal Album. Testament liefern hier nicht nur 08/15 Nummern, sondern probieren sich aus und entdecken ganz neue Spielwiesen. Ein absolut gelungenes Werk. Es gibt keinen Track, der nach unten durchfällt. Einzig der cleane Sound dann und wann kommt bei mir nicht so an. Aber ich meckere gerne auf hohem Niveau. Für Menschen, die den Bay Area Bands etwas abgewinnen können, eine klare Empfehlung.

Anspieltipps: Dream Deceiver, Children Of The Next Level und Code Of Hammurabi
Jürgen F.
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9
Punkte
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