The Narrator – Dark Rails (EP)

Melodic Hardcore auf erstaunlich hohem Niveau

Artist: The Narrator

Herkunft: Essen, Deutschland

Album: Dark Rails (EP)

Spiellänge: 16:57 Minuten

Genre: Hardcore, Melodic Hardcore, Metalcore

Release: 27.09.2019

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/pg/thenarratorhc

Bandmitglieder:

Gesang – Fabi
Gitarre und Backgroundgesang – Tom
Gitarre – Jan
Bassgitarre und Backgroundgesang – Rob
Schlagzeug – Fritz

Tracklist:

  1. Palisades
  2. Rails
  3. Renegade (feat. Jay Kucera / Skywalker)
  4. Average
  5. Dark (feat. Christoph Koterzina / Callejon)

 

Nachdem ich gerade dieses Wochenende bei zwei Shows mit insgesamt fünf Bands war, von denen ich zwei noch nicht kannte, wundert es mich nicht, dass auch The Narrator bislang an mir vorbeigegangen sind, auch wenn es die Band schon seit knapp drei Jahren gibt und man bereits auf die Debüt-EP aus 2017 verweisen kann. Die Undergroundszene allein hier im Ruhrgebiet und auch drumherum ist tatsächlich so vital, dass Fans jedes Genres glücklich werden können. The Narrator locken eher die (Melodic) Hardcore-Fans vor die Boxen und die Bühnen, also wollen wir mal lauschen, was Dark Rails so kann.

Was nur drei Gitarrentöne so „anrichten“ können, erlebe ich gleich mal bei Palisades. Die klingen in meinem Hirn nämlich noch nach, als die Jungs schon fast nahtlos zu Rails rübergeglitten sind. Während Palisades als hardcore-lastiger Einsteiger ohne großen Schnickschnack noch ohne Clean Vocals daherkommt, gibt es bei Rails auch noch einige weitere Änderungen. Melodischer, trotzdem mit dem nötigen Wumms ausgestattet und auch sehr viel abwechslungsreicher kommt der Track um die Ecke. Den Breakdown dann ohne Umwege in eine schöne instrumentale, kurz mal in sphärische Gefilde abdriftende Bridge überzuleiten, ist ein genialer Schachzug. Zu dem Track ein Video rauszuhauen, auch.

Waren die ersten beiden Tracks noch eher im Midtempo, drückt Renegade zumindest in den Strophen ordentlich aufs Gaspedal, sehr geil! Hier gibt es dann auch den ersten von zwei Gastauftritten, mit denen Dark Rails aufwarten kann. Jay Kucera von der britisch/tschechischen Band Skywalker nimmt hier das Mikro in der Hand, so nehmen jetzt also vier Sänger die Herausforderung an, gegen die Instrumentenfraktion zu bestehen. Die lässt sich aber natürlich nicht unterkriegen, und ich würde mal sagen, man spielt friedlich auf ein Unentschieden.

Gar nicht durchschnittlich ist Average. Hier darf sich tatsächlich mal der Bass ein wenig in den Vordergrund spielen. Während die temporeichen Strophen noch ziemlich aggressiv auftreten, zeigen sich The Narrator im Chorus mit den tollen Clean Vocals – die fast schon im großen Chor auftreten – wieder melodisch-versöhnlich.

Den zweiten Gastauftritt gibt es beim – leider schon – letzten Track Dark. Die ebenfalls aus dieser Gegend, genauer gesagt aus dem Rheinland, stammende Band Callejon hat auch ein neues Album am Start und konnte mal kurz auf ihren Gitarristen Christoph Koterzina verzichten. Der schreddert hier aber nicht über die Saiten sondern steuert tolle Clean Vocals bei, die den sehr eingängigen Chorus noch bereichern können. Auf einen Breakdown mag man aber trotzdem nicht verzichten, und der beschließt das Album dann auch.

Zu einem meiner Anspieltipps haben The Narrator gerade ein Video rausgehauen, wir hatten ja schon darüber berichtet. Hier also Rails:

Gern an dieser Stelle auch noch einmal der Hinweis, dass die Veröffentlichung von Dark Rails natürlich auch mit einer Releaseshow gefeiert wird. Neben The Narrator werden am 27.09. noch The Pariah und Never Grown Up auf der Bühne des Hüweg in Essen stehen. Hier ist der Link zur Facebook-Veranstaltung: https://www.facebook.com/events/725140891270543/

The Narrator – Dark Rails (EP)
Fazit
Normalerweise ist Hardcore eher nicht so mein Ding, aber The Narrator gehören zu den Bands, die es schaffen, genau die richtige Spur an Melodie einfließen zu lassen. Clean Vocals sind ja immer wieder ein Thema, ich mag sie, vor allem, wenn sie so gut sind, wie die hier. Abwechslung wird auf Dark Rails auch reichlich geboten, da verfliegt dann die sowieso schon sehr kurze Spielzeit tatsächlich wie im Flug, und ich habe mittlerweile mein CarPlay schon auf Repeat gestellt, damit ich nicht immer die Rewind-Taste am Lenkrad nutzen muss 😀 Daumen hoch, da darf gern noch mehr kommen!

Anspieltipps: Rails, Renegade und Dark
Heike L.
9
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Pro
Contra
9
Punkte
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