Triumpher aus Athen tauchten 2023 erstmalig auf der Bildfläche auf. Storming The Walls wurde wohlwollend aufgenommen und die Truppe vor allem mit Manowar-Worshipping in Verbindung gebracht. Das zweite Album Spirit Invictus folgte bereits ein Jahr später, auf dem sich Triumpher schon mehr an eigene Ansätze trauen. Klar bleiben Manowar oder Virgin Steele unverkennbare Einflüsse. Sänger Mars Triumph und seine Mannen spielten aber bereits eigene Trümpfe aus, sodass eine gewisse Triumpher-Handschrift durchschimmert. 2026 folgt Piercing The Heart Of The World, selbstverständlich erneut über No Remorse Records. Gibt es Manowar-Worshipping oder treten Triumpher aus dem großen Schatten heraus?
Piercing The Heart Of The World: davon träumen DeMaio und Co.
Wer die Outputs von Manowar der vergangenen circa 20 Jahre kennt, der wird sehr schnell feststellen, dass Triumpher ihren Vorbildern schon lange die Rücklichter gezeigt haben. Über die Outputs von David DeFeis und Virgin Steele ab 2010 legen wir besser gleich den Mantel des Schweigens. Schon der Auftakt Black Blood liefert schreddernde Gitarren, epische Hymnen und wechselnde Rhythmik. Dazu singt und kreischt Triumph selbst einen Eric Adams in Grund und Boden.
Der Destroyer kombiniert temporeichen Metal mit dem epischen Ansatz. Verschiedene Stimmfarben, teilweise etwas chaotisch, aber immer rasant und fesselnd, legen Triumpher ein Stück Musik auf den Tisch, bei dem sich ein mutiges Songwriting und eine deutliche Triumpher-Handschrift zeigen. Zum Ende gibt es die bekannten spitzen Eric-Adams-Schreie, mit denen Triumph seinem Vorbild huldigt. Himmlische Epen der Marke The Mountain Throne treffen zum Ende auf rasende Gitarren. Spätestens jetzt spielen Triumpher ihren eigenen epischen Metal, bei dem ganz andere Einflüsse zu finden sind als immer nur die Altvorderen aus den 80ern. Wenn Mars Triumph noch etwas mehr keifen würde, wäre ein Quervergleich zu Bathory, Ereb Altor oder ähnlichen Vertretern des episch-melodischen Schwarzmetalls nicht grundsätzlich falsch.
Triumpher haben andere Einflüsse als nur die Altvorderen aus den 80ern
Dass auch Atlantean Kodex und die Überscheibe The White Goddess in Griechenland auf dem Plattenteller lagen, lässt sich vor allem bei Ithaca (Return Of The Eternal King) heraushören. Das langegezogene Intro, der stampfende Rhythmus und der eindringliche Gesang erinnern an die bayerischen Epic-Metaller. Ein zweiminütiges Intro leitet zum Schlachtenepos The Flaming Sword über, das genau das liefert, was Epic-Metal-Fans von einem derartigen Titel erwarten. Mit dem flammenden Schwert stampft die Truppe erhaben durch die Landschaft und zeigt, dass die Band an die Tür der größeren Bühnen und Festivals anklopft. Das Ding dürfte live perfekt funktionieren und die Kuttenträger dieser Welt in Bewegung bringen.
Erneut rasende Gitarren eröffnen Erinyes, wobei die Triumpher ihre Vorliebe für schnelle Saitenarbeit mit epischen Elementen kombinieren. Das Ding wirkt an der einen oder anderen Stelle etwas chaotisch, aber auch mutig und eigenständig. Der Schlusspunkt sind fast zehn Minuten Naus Apidalia. Das Stück liefert keine neuen Akzente und bleibt gegenüber zum Beispiel Ithaca (Return Of The Eternal King) oder The Mountain Throne etwas im Hintergrund. Von schlecht kann aber keine Rede sein. Im hinteren Teil packen Triumpher nochmals ein Epos aus, das mit dem kombinierten Sprechgesang nicht so mitreißt, wie andere Tracks auf der Platte.
Hier geht es für weitere Informationen zu Triumpher – Piercing The Heart Of The World in unserem Time For Metal Release-Kalender.



