W.E.T. – Retransmission

Das ist AOR vom Allerfeinsten

Artist: W.E.T.

Herkunft: USA und Schweden

Album: Retransmission

Spiellänge: 42:51 Minuten

Genre: Melodic Rock, AOR

Release: 22.01.2021

Label: Frontiers Records

Link: https://www.facebook.com/wetofficialpage/

Bandmitglieder:

Gesang – Jeff Scott Soto
Rhythmusgitarre, Keyboard und Backgroundgesang – Erik Mårtensson
Gitarre und Keyboard – Robert Säll
Leadgitarre – Magnus Henriksson
Bassgitarre – Andreas Passmark
Schlagzeug – Robban Bäck

Tracklist:

  1. Big Boys Don’t Cry
  2. The Moment Of Truth
  3. The Call Of The Wild
  4. Got To Be About Love
  5. Beautiful Game
  6. How Far To Babylon
  7. Coming Home
  8. What Are You Waiting For
  9. You Better Believe It
  10. How Do I Know
  11. One Final Kiss

Manchmal verliere ich in unserem Reviewpool tatsächlich ein wenig die Übersicht. So war es mir leider entgangen, dass W.E.T. bereits am 22.01. ihr viertes Studioalbum Retransmission veröffentlicht haben. Nachdem sich ihr selbst betiteltes Debütalbum aus 2009 noch in meiner Sammlung befindet, sind die Männer irgendwie von meinem Radar verschwunden und nur ab und zu als ziemlich weit entfernter Punkt wieder aufgetaucht. Für alle, denen es ähnlich geht, oder die von W.E.T. bislang noch gar nichts gehört haben: Bei W.E.T. handelt es sich um eine der diversen Supergroups – ich mag diese Bezeichnung überhaupt nicht, aber das ist ein anderes Thema –, die die Musikwelt mittlerweile bevölkern. Die drei Buchstaben stehen dabei für die Anfangsbuchstaben der Bands, in denen die Gründungsmitglieder Säll, Mårtensson und Soto vorher aktiv waren: Work Of Art, Eclipse und Talisman. Manche Musiker wechseln in ein anderes Genre, wenn sie sich außerhalb ihrer eigenen Bands bewegen, aber die drei sind nach dem Motto „Schuster, bleib‘ bei deinen Leisten“ vorgegangen und haben damit alles richtig gemacht.

Bei vielen Alben ist es ja so, dass bestimmte Songs sofort für Begeisterung sorgen, andere Songs dafür länger brauchen und bei wieder anderen Songs der Finger über der Skip-Taste schwebt. Ich hatte mir vor dem Review die drei zum Album veröffentlichten Videos angeschaut, und da hatte es mir das zum Song Got To Be About Love sofort angetan. Auch Big Boys Don’t Cry wusste auf Anhieb zu überzeugen, und bei One Final Kiss (eine herrliche Generalabrechnung mit der Ex-Freundin) kriegte ich das Grinsen nicht aus dem Gesicht. Aber W.E.T. bzw. das Label Frontiers Records hätten auch zu jedem anderen Song von Retransmission ein Video drehen können, denn auf das Album trifft „all killer, no filler“ zu 100% zu. Das ist unterhaltsamer und für gute Laune sorgender AOR, der manchmal ein wenig 80er Vibe versprüht, direkt zum Mitsingen und Tanzen auffordert und besser kaum noch geht.

Es fängt schon damit an, dass das Gründer- und Songwriting-Trio die Songs natürlich passgenau für W.E.T. schreiben kann, denn die Männer wissen nach den über zehn Jahren, die es W.E.T. schon gibt, natürlich sehr genau, wo ihre Stärken liegen. Da sitzen dann jedes Riff, jede Hookline, jeder Bassakkord, jeder Keyboardton und jeder Schlag auf die Trommelfelle und die Becken. Dazu der exzellente Gesang von Jeff Scott Soto, der sein außergewöhnliches Talent ja schon in vielen anderen Konstellationen unter Beweis gestellt hat. Da schwebt dann auch mein Finger bei der Ballade What Are You Waiting For oder dem Downtempo-Track How Do I Know nicht über der Skip-Taste, auch wenn ich weiterhin eine mehr oder weniger konsequente Balladenverweigerin bin. W.E.T. schaffen es aber, dass tatsächlich jede Sekunde von Retransmission ein Hörgenuss vom Allerfeinsten ist. Die Entscheidung für einen Favoriten oder Anspieltipps könnte morgen schon wieder anders aussehen, wobei ich mich speziell an dem großartigen How Far To Babylon schon ein wenig festgebissen habe. Dazu gibt es kein Video, also hier das zu meinem aktuell zweiten Favoriten, Got To Be About Love.

W.E.T. – Retransmission
Fazit
Der Zeitpunkt der Veröffentlichung fiel noch in die dunkle Jahreszeit. Die geht, zumindest kalendarisch, mittlerweile dem Ende entgegen. Aber mit Retransmission haben W.E.T. schon im Januar für einen wirklich strahlend hellen Lichtblick gesorgt. Ich kriegte gleich beim ersten Hören von Retransmission gute Laune, die noch lange vorhält, und so wird es sicherlich sehr vielen Menschen gehen. Ein ganz heißer Anwärter auf einen Platz in meinen Top 5 des Jahres 2021.

Anspieltipps: Big Boys Don't Cry, Got To Be About Love und How Far To Babylon
Heike L.
9.5
Leser Bewertung0 Bewertungen
0
9.5
Punkte
Weitere Beiträge
Cirith Ungol – Half Past Human (EP)