Whitechapel – The Valley

Whitechapel liefern mit The Valley einen Meilenstein des Genres

Artist: Whitechapel

Herkunft: Knoxville, Tennessee

Album: The Valley

Spiellänge: 40:00 Minuten

Genre: Deathcore, Modern Death Metal

Release: 29.03.2019

Label: Metal Blade Records

Link: https://www.whitechapelband.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Phil Bozeman
Gitarre – Ben Savage
Gitarre – Zach Householder
Gitarre – Alex Wade
Bassgitarre – Gabe Crisp
Schlagzeug – Navene Koperweis

Tracklist:

  1. When A Demon Defiles A Witch
  2. Forgiveness Is Weakness
  3. Brimstone
  4. Hickory Creek
  5. Black Bear
  6. We Are One
  7. The Other Side
  8. Third Depth
  9. Lovelace
  10. Doom Woods

Düster, melancholisch und mit einer Attitude, dass man meint, in einem Splatter-Film dabei zu sein, das sind nur ein paar der Gefühle, die Whitechapel mit Album Nummer acht nahezu perfekt auf den Punkt bringen. Und somit gehen die Jungs aus Knoxville auf The Valley den Weg der Weiterentwicklung weiter, in dem nicht nur textlich die erschreckende Wahrheit wiedergegeben wird, mit der sich Frontmann Phil Bozeman in seiner Kindheit auseinandersetzen musste, sondern auch musikalisch vieles in eine etwas andere Richtung geht, als auf den Werken zuvor.

Und so startet When A Demon Defiles A Witch erst mal wie von Whitechapel gewohnt, brachial und aggressiv. Doch spätestens ab der Mitte entfaltet sich der Song zu einem emotionalen Meisterwerk, welches es, abgesehen von Bring Me Home, in der Form von Whitechapel noch nie zuvor gegeben hat!

Forgiveness Is Weakness setzt dann aber wieder mehr auf Härte, statt auf Melodie, und entpuppt sich zu einem Modern Death Metal Stück der Extraklasse. Mit derben Riffs und fetten Growles (High & Low) sagt das Sextett allen Genrekollegen den Kampf an und zaubert mir ein fettes Lächeln ins Gesicht, bevor es dann mit Brimstone mindestens genauso brachial weitergeht. Allein das Gebrüll am Anfang ist schon ein absoluter Kaufgrund und zeigt, warum Bozeman nach wie vor an der unangefochtenen Spitze der Szene steht. Ansonsten sind mit Brimstone und Black Bear die wahrscheinlich Whitechapel-typischsten Songs auf dem Album vertreten, die auch problemlos vom Vorgänger Mark Of The Blade stammen könnten.

Die jedoch wohl größte Überraschung auf The Valley bekommt man auf Hickory Creek zu hören. Hier begrenzt sich Phil ausnahmsweise „nur“ auf seinen zuvor bereits angedeuteten Klargesang, was die Vielfältigkeit des Albums noch einmal fett unterstreicht. Gefühlvolle Akustikklänge zu Beginn eines Whitechapel Songs hätte man vor ein paar Jahren noch für unvorstellbar gehalten, doch nichts könnte zu Hickory Creek besser passen, als eben genau das! Hut ab!!!

Whitechapel machen ihren Job einfach verdammt gut, indem sie den Spagat zwischen kompromissloser Härte, Melodie und tiefen Gefühlen nicht besser hätten meistern können. So folgen mit We Are One und The Other Side gleich wieder zwei absolute Banger. Third Depth knüpft dann wieder etwas mehr an den ruhigen Momenten von When A Demon Defiles A Witch und Hickory Greek an und rundet die Sache etwas ab. Am Ende möchte ich Doom Woods noch etwas in den Vordergrund stellen – der Song baut sich langsam auf und entpuppt sich dann als eins der melodischsten Kompositionen auf The Valley und das ganz ohne Phils wunderbare Cleans.

Fazit
The Valley ist für mich persönlich, wie wahrscheinlich auch für die Band selbst, eine wahre Revolution, wenn nicht sogar ein Meilenstein des modernen Death-Metal und zeigt, was mit Mut, Herzblut und der über die Jahre gesammelten Erfahrung alles möglich ist. Wo sich die meisten anderen Bands nur auf ein Steckenpferd beschränken, setzen Whitechapel gekonnt Aggressivität und Melodie zusammen und sind dadurch so abwechslungsreich wie nie zuvor.

Anspieltipps: Forgivness Is Weakness, Hickory Creek und Doom Woods
Julian N.9
Leser Bewertung1 Bewertung9.1
9
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