Withering Eternity – Misexistence Mankind

„Haudrauf“ trifft auf „glasklar“

Artist: Withering Eternity

Album: Misexistence Mankind

Spiellänge: 50:07 Minuten

Genre: Melodic Death Metal

Release: 2010

Label: Eigenproduktion

Link: www.myspace.com/witheringeternity

Klingt wie: Across The Sun & Cause For Confusion

Band Mitglieder:

Gesang – Benni Smyrek
Gitarre – Stefan „Steve“ Holtkämper
Zweite Gitarre – Benni Smyrek
Bass – Kaspar Janczyk
Schlagzeug – Florian „Joe“ Wodtke

Tracklist:

  1. Vitreous Creation
  2. Unappeasable Addiction
  3. Hypocrite
  4. Once Reduced To Silence
  5. Next Chapter
  6. Pour Out Upon The Fire
  7. Mistexistence Mankind
  8. Insi[ght]de
  9. Born Into The Void

Nach ca. 14 Tagen in meinem Regal hole ich den Silberling der Band Withering Eternity hervor, um ihn auf Herz und Nieren zu prüfen. Misexistence Mankind schimpfen sie ihr erstes „Full-Length-Album“, welches als Demo-CD 2010 in eigener Produktion erschienen ist.

Das Cover ist sehr düster gehalten und zeigt eine Stadt, die von einer Stadtmauer umgeben ist. In der Mitte der Stadt ragt ein himmelhoher Turm empor, welcher im Schriftzug der Band endet. Das Cover ist für die erste Platte echt gelungen. Ich habe bei Weitem schon unspektakulärere Debüt-CD-Cover gesehen. Wer bereits andere Reviews von mir gelesen hat, der weiß, dass nach erster Vorstellung der Band und des Albumcovers die Analyse der eigentlichen Musik beginnt.

Withering Eternity starten sehr ruhig mit dem Lied Vitreous Creation. Das Lied ist orchestralisch gehalten und mir, im Vergleich zum Rest des Albums, zu ruhig. Doch zeigt es, dass die Band aus dem provinziellen Lippe/NRW genretechnisch nicht festgefahren ist.

Mit dem zweiten Lied zeigen die vier Musiker dann doch was sie können. Satte sechs Minuten kracht es aus meinen Boxen. Neben denn Shouts von Sänger (Benni Smyrek) ist die Mischung aus Gitarrenriffs und Schlagzeug echt gut gelungen. Jeder Ton klingt so, als wäre er an der richtigen Stelle.

Leider holt mich beim Lied Hypocrite das Schlagzeug aus dem Schwelgen heraus. Eigentlich ist das Lied auch sehr gut gelungen, doch klingen die klar gesungenen Parts nicht so richtig platziert und das Schlagzeug wirkt zum Teil etwas disharmonisch. Aber noch ist ja nicht aller Tage Abend und Misexistence Mankind hat zum Glück mehr als nur drei Lieder zu bieten.

Basslastig startet Once Reduced To Silence und nach ein paar melodischen Einspielern folgt die Doublebass. Das Lied bleibt im MidTempo, wechselt jedoch passagenartig in die schnelleren Teile. Es ist wie ein Hoch und Runter am Pitch-Regler. Sehr abwechslungsreich, mit leichten Schwächen in der klaren Stimme, was dem Lied aber nicht schadet, denn das Gitarrensolo und die extrem krassen Wechsel, holen das locker wieder raus.

„Das ist keine schöne Musik“, höre ich von meiner rechten Seite. Meine Freundin hört gerade den krassen 32tel/64tel-Schlagzeugpart von Next Chapter, den ich leider auch nur als Krach bezeichnen kann. Der Rest bleibt solide, bringt aber keine wirkliche Überraschung mehr.

Und das Geschepper geht weiter. Als hätte die Band die Melodie vergessen, wechselt alles, was ich bis jetzt so gut fand in einen „Hau-Drauf“-Stil. Das Genre ist nicht mehr dem melodischen Death Metal einzuordnen, sondern klingt eher nach Metalcore und Thrash Metal. Aber was ist das? Pour Out Upon The Fire überrascht mit einem sehr krassem Breakdown und wechselt in einen ruhigen und langsamen Part mit popartigem Gesang, um danach wieder mit der „Hau-Drauf“-Tour weiterzumachen.

Der zweitletzte Song startet mit einem Streicherspiel und Schallplattengeknister. Der passende Start für eine Ballade. Mich überrascht die Stimme des Sängers, die ich so oft kritisiert habe. Doch in Insi[ght]de, dem einzigen akustisch gehaltenen Song, passt die Stimme echt prima.

Als Abschluss für Misexistence Mankind bringen Withering Eternity nach einem extrem ruhigen Start wieder ein „Hau Drauf“-Song. Das Schlagzeug knallt blechern einen sehr schnellen, jedoch nicht wirklich abwechslungsreichen, Rhythmus. Ansonsten ist das Lied solide neben den anderen Songs des Albums und fällt nicht weiter auf.

Fazit: Wer ein Album in Eigenproduktion herstellt, hat mit Einigem zu kämpfen. Die Kosten für die Band sind viel höher als für eine Band, die alles unter Anleitung mit einem Plattenlabel produziert. Leider merkt man der Platte an ein paar Stellen an, dass sie in Eigenproduktion hergestellt ist. Das Schlagzeug klingt für meine verwöhnten Ohren in manchen Teilen viel zu blechern und die Stimme ist nicht mit einer Software nachgezogen. Somit hört man jeden auch so kleinen Schnitzer, der bei "großen" Bands nicht mehr auftritt. Das Album ist extrem abwechslungsreich und auch wenn ich viel gemeckert habe, hörenswert. Wer eine breite Palette an Musikgenres mag (Melodic Death Metal, Metalcore, Thrash Metal), der hat mit Withering Eternity eine Band gefunden, die all diese Genres abgreift. Für einen Reviewschreiber ist eine solche Palette eher schwer einzuordnen, da man ja die Lieder miteinander vergleichen muss. Also schiebe ich es wie so oft auf die Geschmackssache und gebe... 7,5 Punkte! Anspieltipps: Unappeasable Addiction & Born Into The Void
Kai R.
7.5
7.5
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