Wolvennest – Void

                                 “Durchwachsenes atmosphärisches Klangbild!“

Artist: Wolvennest

Herkunft: Belgien

Album: Void

Spiellänge: 68:07 Minuten

Genre: Dark Ambient, Psychedelic Black Metal

Release: 15.05.2018

Label: Ván Records

Link: https://wolvennest.bandcamp.com/

Bandmitglieder:

Gesang – Shazzula
Gitarre – M. Kirby
Gitarre – M. De Backer
Gitarre – C. Von Burtle
Bass – J. Marx
Schlagzeug – J. Van Gulick

Tracklist:

1. Silure
2. Ritual Lovers
3. Void
4. L`Heure Noire
5. The Gatest
6. La Mort

Mit Void haben Wolvennest Mitte dieses Jahres ein weiteres Album herausgebracht. Ihren Stil haben sie auf diesem Album erheblich verbessert, was an der gewagten Experimentierfreude liegen könnte.

Einleitend für das Album ist auf dem ersten Titel Silure das Plätschern von Regentropfen zu vernehmen, welches mit der Zeit von diversen Tönen begleitet wird und eine mystische Stimmung aufbaut. Diese scheint anfangs noch eine entspannende Wirkung zu haben, was sich aber ab Minute drei des Liedes schlagartig ändert, da an diesem Abschnitt die Instrumente der Band eine schwerfällige und melancholische Melodie anstimmen. Die Musik scheint sich aufzubauen und intensiver, durchdringender zu werden, was die anfängliche Entspannung vollends verdrängt und den Anschein erweckt, dass der Song sich mit jedem weiteren Ton einen Schritt in ein unbehagliches Stimmungsfeld vorwagt. Der Sound der Band ist auf diesem wie auf folgenden Titeln sehr experimentell, aber nicht fehl am Platz. So schafft es die Band im weiteren Verlauf des Liedes in das tiefschwarze Klangbild sogar orientalische Passagen mit einfließen zu lassen, ohne, dass es negativ auffällt.

Ritual Lovers ist ein ähnlich konzipiertes Lied, welches sich genau wie der vorangegangene Track Stück für Stück aufzubauen scheint, was den Hörer allerdings, sofern er es nicht geschafft hat, komplett in die Musik einzutauchen, ungeduldig werden lässt. Auch hier wird eine dunkle und mystische Stimmung aufgebaut, unterstützt vom Gesang Shazzulas, welcher in den meisten Fällen aus mit ordentlich Hall versetztem, gesprochenem Text besteht. Highlight des Liedes ist allerdings das technisch solide Gitarrensolo, welches nicht allzu lang ist und mit der verzerrten Akustik gut das vorherrschende Klangbild abrundet.

Void startet schneller, als die bisherigen Songs und ist vermutlich das experimentellste Stück auf dem gesamten Album. Manchmal kommt es so vor, als seien einzelne Tonsequenzen wahllos in das Lied eingefügt worden, was sich zum Glück nur positiv auf den Sound auswirkt. Auch hier werden die Vocals in Form von gesprochenen Worten abgeliefert. Hier entfachen sie auch die bisher größte Wirkung. Die imposante Präsenz von Shazzulas weiblicher Stimme hat gleichermaßen etwas Hypnotisierendes sowie Angst einflößendes, was während des Hörens mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit Gänsehaut auslöst. Ein weiteres Solo im Stil des Ersten ist zu vernehmen, wonach der Song auch schon leise ausklingt.

Es folgt L`Heure Noire, ein Lied, welches teilweise geschmückt scheint mit alten „Horrorsounds“, welche alle bekannt vorkommen und so eins zu eins aus einer Geisterbahn stammen könnten. Als dann mit einiger Verzögerung die Instrumente anfangen zu spielen, passiert das ziemlich plötzlich, als würde eine Welle losbrechen und das Intro überfluten. Der Gesang wird in diesem Lied größtenteils von einer männlichen Stimme übernommen, allerdings wird weiterhin mehr gesprochen. Doch einige Minuten später überrascht das Lied mit einem Chor aus einigen Stimmen, welche möglicherweise etwas zu friedlich klingen.

Neue Höhepunkte lassen sich ab diesem Punkt auf dem Album nicht mehr finden. The Gatest und La Mort haben die gleiche dunkle Atmosphäre und fassen noch einmal ganz gut zusammen, was vorher aufgefallen ist. Noch anzumerken sei vielleicht, dass auch, wenn alle Lieder dieses Gesamtwerkes überdurchschnittlich lang sind, La Mort mit siebzehn Minuten gemessen an der Länge deutlich hervorsticht.

Fazit: Void ist ein unglaublich atmosphärisches Album, für das man sich Zeit nehmen muss, damit es seine komplette Wirkung entfalten kann. Auch, wenn es an einigen Stellen eintönig wirken mag, haben Wolvennest es doch geschafft, langwierigen Passagen durch experimentelle Sequenzen die Eintönigkeit zu nehmen.

Anspieltipps: Ritual Lovers, L`Heure Noire
Manuel B.9.2
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9.2

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