Die Spanier von Caustic sind bereits seit dem Jahre 1992 unterwegs und lassen Spanien erzittern, aber nur teilweise und dann nicht so oft, denn mit Veröffentlichungen haben sie es nicht so. Nach einem Demo im Jahre 1995 folgte 1999 noch das Debüt und dann musste man schon sechs Jahre warten, bevor das zweite Album erschienen ist. 2007 dann noch ein Demo und nun dachte man, es geht wieder so richtig weiter, aber Album Nummer drei erschien dann erst im Jahre 2015. Dann wurde es ganz ruhig um die Band. Da Sänger Roger, Basser Xavi und Gitarrist José auch noch bei Handle With Hate aktiv sind, dachte man bestimmt, man könne auch mit Caustic weitermachen. 2023 kam der zweite Gitarrist Ismael, der wiederum mit Xavi zusammen bei Kreyl zockt, dazu und 2025 komplementierte Drummer Pol das Quintett. Ab in die Katakomben, neue Songs schreiben und fertig. Ein Deal mit Horror Pain Gore Death Productions wurde eingetütet und so knallt man uns nun das vierte Album namens Inner Deflagration um den Hals.
Dead Mind Job ballert gleich los, als gäbe es kein Morgen. Im feinsten old schooligen Uptempo rasiert man einem den Schädel und liefert einen kongenialen Ritt auf Messers Scheide, da das Riffing auch ziemlich Spaß macht. Man wechselt ins Midtempo und tobt sich da auch so richtig aus. Auch hier kann das Riffing überzeugen. Noch einmal Uptempo, um dann einen groovigen Part für sich sprechen zu lassen. Ein Solo muss folgen, gefolgt wieder vom Midtempo und einem längeren Solo. Dann wird es wieder groovig, aber eben im old schooligen Sinne und dann wechselt man zwischen Geballer und langsamen Einheiten hin und her. Starker Einstieg.
Caustic sind weit davon entfernt, stumpf zu klingen. Das Gitarrenspiel ist schon sehr technisch, wie man bei Sleeping On Adrenaline hören kann. Der Song ballert auch gleich wieder drauflos und verteilt aufgrund der Mischung einen guten Cannibal-Corpse-Vibe. Breaks und Geballer geben sich hier die Klinke in die Hand und liefern ein rundes Gesamtbild. Die Growls und die auf alt, aber fett getrimmte Produktion erledigen dann den Rest. Nach der Attacke liefert man dann erst einmal wieder ein verspieltes Solo und verschleppt dann das Tempo, während eine Gitarre das Solo quasi weiterspielt. Dann wieder das Tempo aufgenommen und geholzt. Einige Quietscher und Verzögerungen schleichen sich mit ein und dann ist auch schon Ende.
Diese treibenden Momente, wie bei A Vortex Darkly, machen das Ganze absolut interessant, auch wenn man natürlich nichts Neues bekommt. Auch hier arbeitet man wieder mit technischen Stilmitteln, bleibt aber immer auf der Spur und nachvollziehbar. Diese Verschleppung des Tempos hat es immer in sich und dann wieder der Wechsel zum Geballer. Jo, das macht Laune, da man mit recht fetten Riffs arbeitet und sehr viel Wechsel innehat, sowohl im Rhythmus als auch im Tempobereich. Das Solo wird erst alleine vorgetragen und dann einfach niedergeballert. Break und ab in den Keller. Langsam und druckvoll agiert man nie und bewegt sich weit weg vom Geslamme. Man denkt, der Song ist vorbei, aber da hat man die Rechnung nicht mit den Spaniern gemacht. Gitarren vorweg und dann noch einmal voll auf die Zwölf. Am Ende baut man noch einen vertrackten Part ein, der mich aber nicht so überzeugen kann.
Dass die Burschen schon seit Längerem im Business dabei sind, hört man an allen Ecken und Kanten. Auch wenn man hier und da mal kurze Anleihen von Progressivität innehat, wie beim Song Inner Deflagration, werden moderne Klänge eher außen vorgelassen. Aber eben nicht ganz. Auch hier arbeitet man mit einem vertrackten Part, der ein wenig dissonant klingt. Mir persönlich ist das dann ein wenig zu viel, auch wenn hier ansonsten natürlich auch das old schoolige Geballer am Start ist. Mit einem Outro lässt man den Song enden und fängt quasi direkt an mit Mato En Mi Tiempo Libre. Hier ist man wieder ein wenig straighter unterwegs, hat aber immer dieses technische Gitarrenspiel dabei, besonders, wenn man mit Breaks arbeitet. Im Midtempo klingt das dann richtig fett und natürlich ist auch hier wieder ein Solo am Start. Dieses wird eingebunden und ausgearbeitet. Das mögen sie recht gern und das ist auch gut so. Auch hier kann man den Einfluss von Cannibal Corpse und Konsorten gut hören.
Wenn sie einfach den Knüppel aus dem Sack lassen und dazu ein geiles Riff raushauen und nicht ganz so verspielt agieren, gefallen sie mir am besten, wie z. B. beim Song Stab It Until You Make It. Oder so ein geiles, langgezogenes Riff wie bei Speak Of The Dead. Schockt!
Gutes Ding, an einigen Stellen vielleicht etwas zu viel.
Hoffen wir mal, dass sie jetzt am Ball bleiben!
Hier geht es für weitere Informationen zu Caustic – Inner Deflagration in unserem Time For Metal Release-Kalender.



