Andreas Schmidt und das FördeBlut – Lesung in Leck am 26.02.2026

Nahezu ausverkaufte Premierenlesung zum dritten FördeKrimi

Eventname: FördeBlut – Lesung in Leck

Headliner: Andreas Schmidt

Ort: Leck-Hus, Leck, Schleswig-Holstein, Deutschland

Datum: 26.02.2026

Eintrittspreis: VVK/AK 10,00 €

Link: https://www.mordundtotschlag.com/

Verlag: GmeinerVerlag https://www.gmeiner-verlag.de

Besucher: ca. 45

Der in Wuppertal geborene Autor Andreas Schmidt hat seine literarische Heimat längst im hohen Norden gefunden, auch wenn er seiner bergischen Herkunft bis heute treu geblieben ist. Während er weiterhin im Rheinland lebt, zieht es ihn für seine Geschichten regelmäßig nach Schleswig-Holstein. Besonders die Küstenregionen zwischen Nord- und Ostsee haben es dem Krimiautor angetan. Seine frühen regionalen Krimis spielten noch rund um Wuppertal sowie entlang von Rhein und Mosel, später verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend an die Nordseeküste rund um Husum. Inzwischen hat Schmidt seinen Fokus weiter nach Osten verschoben: Aus den erfolgreichen Wattenkrimis entwickelte sich die aktuelle Förde-Reihe, die atmosphärisch an der Ostsee zwischen Eckernförde und Flensburg angesiedelt ist.

Andreas Schmidt 2026 Leck; Foto: Norbert Czybulka

Seinen Einstieg ins professionelle Schreiben fand Schmidt in der Heftromanwelt. Für die traditionsreiche Krimiserie Jerry Cotton verfasste er zahlreiche Geschichten und sammelte dort das Handwerkszeug für spannungsgetriebenes Erzählen. Parallel dazu veröffentlichte er Werke in unterschiedlichen Genres. Historische Stoffe erscheinen unter dem Pseudonym Susanne von Berg, während seine Kriminalromane konsequent unter eigenem Namen publiziert werden. Allen Büchern gemeinsam ist eine intensive Recherchearbeit, in der reale Schauplätze, nachvollziehbare Ermittlungsarbeit und regionale Authentizität im Mittelpunkt seines Schreibens stehen.

Nachdem bereits die ersten beiden Fördekrimis DeichSühne und FördeGrauen auf positive Resonanz bei Lesern und Rezensenten wie mich gestoßen waren, durfte nun auch der dritte Band FördeBlut vorab gelesen werden, verbunden mit einer Einladung zur Premierenlesung. Pressevertreter sind hier selten vertreten, was der Veranstaltung eine fast persönliche Atmosphäre verleiht.

Andreas Schmidt 2026 Leck; Foto: Norbert Czybulka

Im Mittelpunkt der Reihe steht die Flensburger Kommissarin Kristin Voss, die gemeinsam mit ihrem Kollegen Lars Reimers erneut einem Täter auf der Spur ist. Voss, einst aus dem ostfriesischen Leer zur Kriminalpolizei nach Flensburg gewechselt, sieht sich diesmal mit einem besonders beunruhigenden Fall konfrontiert: Ein Mord geschieht mitten in der Nacht in einem Waldgebiet nahe Elsdorf-Westermühlen bei Rendsburg. Der Täter agiert öffentlich und ohne erkennbare Hemmschwelle, der Ermittlungsdruck steigt entsprechend schnell.

Die Lesung im Leck-Hus wird dabei selbst zum inszenierten Erlebnis. Schmidt beschränkt sich nicht auf klassisches Vorlesen, sondern verbindet einzelne Kapitel mit einem atmosphärischen Sounddesign. Dezente Musik, Schritte im Dunkeln oder aufheulende Motorengeräusche verstärken die Spannung und erinnern bewusst an die Hörspieltradition populärer Reihen wie Die Drei ??? oder TKKG. Die abgedunkelte Bühne verwandelt den Saal zeitweise in einen akustischen Tatort.

Andreas Schmidt 2026 Leck; Foto: Norbert Czybulka

Zwischen den Lesepassagen berichtet der Autor immer wieder von seinen Recherchereisen durch Schleswig-Holstein, für ihn „das liebste Bundesland der Welt“. Alle der im Roman beschriebenen Orte existieren tatsächlich, was den Geschichten einen hohen Wiedererkennungswert verleiht und besonders bei regionalem Publikum für zusätzliche Spannung sorgt.

Rund neunzig unterhaltsame Minuten bietet der Abend Einblicke in Entstehung, Recherche und Figurenentwicklung des neuen Romans. Bemerkenswert bleibt dabei auch die Nähe zum Publikum: Für lediglich zehn Euro Eintritt erhalten Besucher nicht nur eine aufwendig gestaltete Lesung, sondern auch Gelegenheit zu Gesprächen, Fotos und Signaturen. Schmidt nimmt sich in der Pause sowie nach der Veranstaltung ausführlich Zeit für seine Leser, unabhängig davon, ob das Buch vor Ort gekauft oder bereits mitgebracht wurde.

Bemerkenswert ist zudem das Erscheinungstempo der Reihe: Zwischen den bisherigen Bänden lagen jeweils nur rund elf Monate. Eine Geschwindigkeit, die Erwartungen weckt. Denn nach FördeBlut stellt sich unweigerlich die Frage, wie es mit Kommissarin Kristin Voss weitergeht. Die Fans dürften sich einig sein: Bitte weiterschreiben, Herr Schmidt – wir kehren gern wieder an den nächsten Tatort zurück. Oder an so geschichtsträchtige wie heute. Das Leck-Hus ist nur knapp vier Kilometer von Rio Reisers ehemaligem Hof in Fresenhagen entfernt, mit dem ich persönlich etwas verbinde.