Anniversary Warm-Up zum 20. Baden In Blut Open Air am 17.07.2025 in Weil am Rhein

Geburtstagsfeier im kleinen Kreise

Event: Baden In Blut Open Air

Bands: Destination:Hell, Fallen Yggdrasil, Bitterness, Hellripper, Harakiri For The Sky, Non Est Deus

Datum: 17.07.2025

Ort: Dreiländergarten, Weil Am Rhein

Veranstalter: Metal Maniacs Markgräflerland e.V.

Link: https://www.metal-maniacs.eu/

2025 ist ein ganz besonderes Jahr für die Metal Maniacs Markgräflerland. Vor 20 Jahren haben sie damals das erste Baden In Blut ausgerichtet, damals noch im Lörracher Grütt, wo das Festival bis zum Umzug nach Weil am Rhein stattfand. Um das Jubiläum in diesem Jahr richtig zu feiern, haben sich die Maniacs dazu entschlossen, eine Warm-Up-Party am Donnerstag zu veranstalten. Angelehnt an die frühen Jahre, hat man nicht nur die Besucherzahl klein gehalten, sondern auch musikalisch an das Gründungsjahr erinnert. Da ich mir das nicht entgehen lassen wollte, habe ich direkt nach Ankündigung dieses Warm-Ups die Hotelbuchung um einen Tag verlängert.

Meine Anfahrt am Morgen verläuft ohne große Komplikationen und ich erreiche den Parkplatz um die Mittagszeit. Da treffe ich direkt meine Freunde René und Bastian auf ein hopfenhaltiges Begrüßungsgetränk (evtl. waren es auch zwei 😉 ), bevor ich im Hotel einchecke und mir erst mal eine Stärkung in der Innenstadt gönne. Wieder zurück am Parkplatz treffen weitere Freunde von uns ein, die wir ebenfalls mit einem Bierchen begrüßen, ehe wir uns auf den Weg Richtung Infield machen.

Destination:Hell

Musikalisch wird das 20. Baden In Blut Open Air von der Band eröffnet, die vorab nur als Very Special Guest angekündigt wurde und die bereits die erste Ausgabe im Grütt eröffnet hat. Die Rede ist von Destination:Hell. Die aus Lörrach stammenden Opener sind eigentlich seit über zehn Jahren nicht mehr aktiv, haben sich jedoch extra für die Geburtstagsfeier des BiB noch mal im Proberaum zusammengefunden, um etwas Nostalgie aufleben zu lassen.

Auch Fallen Yggdrasil sind eigentlich schon längst nicht mehr aktiv. Doch die Tübinger standen ebenfalls schon bei der Erstausgabe auf der Bühne und haben es sich nicht nehmen lassen, erneut die Festivalbretter zu besteigen und die Nostalgie der Anfangstage nach Weil am Rhein zu bringen. Dass die Band eine Art Legendenstatus innehält, zeigen die vielen fliegenden Mähnen vor der Bühne, während die Männer ihren Death Metal auf die Meute abfeuern.

Bitterness

Bitterness sind die Dritten im Bunde derer, die bereits 2005 im Grütt auf der Bühne standen. Mit ihrem kompromisslosen Thrash Metal entfachen sie den ersten Circle Pit vor der Bühne, während von oben die Sonne brennt. Die Veranstalter haben die aus Steel Tormentor hervorgegangene Band als langjährige Freunde angekündigt und es scheint fast so, dass genau wegen dieses Back-To-Roots-Openings schon viele der Karteninhaber bereits im Infield sind. Die ersten drei Bands können zumindest nicht behaupten, einen leeren Platz vor der Bühne vorgefunden zu haben, auch wenn die Gästezahl hier bewusst gering gehalten wurde.

Nach diesem großartigen Nostalgietrip wird es nun Zeit für eine recht junge Band. Hellripper halten das Tempo hoch und feuern voller Freude ihren Black/Speed Metal auf das Publikum. 2014 als Ein-Mann-Projekt gegründet, wurde aus Hellripper mittlerweile eine vollwertige Band, die live unglaublich viel Spaß macht. Im Zentrum steht James McBain, der die Band gegründet hat und auch auf der Bühne sowohl Gesang als auch eine Gitarre übernimmt. Dabei versprüht der Musiker sichtlich gute Laune, was sich auch auf die Fans abfärbt und das Infield in einen einzigen Mosh-Zirkel verwandelt.

Harakiri For The Sky

So langsam nähert sich die Sonne dem Horizont und nach dem ganzen High-Speed-Geballer wird es Zeit für etwas Melancholie. Harakiri For The Sky sorgen für etwas atmosphärische Abwechslung an diesem Warm-Up-Donnerstag. Die Österreicher waren bereits 2017 schon einmal zu Gast auf dem Baden In Blut, doch seitdem sind J.J. und M.S. nicht untätig gewesen. Erst im Januar haben die Herren ihren neusten Longplayer Scorched Earth veröffentlicht, welches auch den größten Teil ihres Sets einnimmt. Funeral Dreams und Lungs Filled With Water, die man schon fast als Klassiker bezeichnen kann, reihen sich direkt dahinter ein und komplettieren die Setlist.

Non Est Deus

Mittlerweile hat die Nacht Einzug genommen und Non Est Deus setzen alles daran, die Dunkelheit zu durchdringen. Mit meterhohen Flammen setzen sie die Baden In Blut Bühne in Brand, während sie ihren kompromisslosen Black Metal auf die Gäste abfeuern. Die Musiker stehen maskiert in Mönchgewandung auf der Bühne und Kreuze zieren das Bühnenbild. Alles wirkt stimmig, denn das Projekt kennt nur eine Thematik: Religion! Und das nicht im positiven Sinne. Mastermind Noise, der sich auch für Kanonenfieber verantwortlich zeigt, kritisiert in seinen Texten eben jene als Wurzel von Gewalt und Ausgrenzung, während er eine brennende Bibel in der Hand hält oder sich selbst geißelt.

Ein rundum gelungener Auftritt des Headliners, der die Warm-Up-Party des Baden In Blutes nicht besser hätte abschließen können!