Bands: Astral Kompakt, Grin, Der Neue Planet
Ort: Odonien, Hornstraße 85, 50823 Köln
Datum: 18.07.2025
Kosten: kostenlos, auf Spendenbasis
Genre: Stoner Rock, Psychedelic Rock, Dom, Psychedelic Doom, Instrumental Rock, Post Rock
Veranstalter: Odonien, Die Bands
Link: https://www.facebook.com/odonien
Heute Abend geht es nach Köln ins Odonien. Mit dem Odonien werden vlt. einige von außerhalb nichts anfangen können, auch ich bin das erste Mal hier. Das Odonien in Köln ist ein einzigartiger Ort, der als Kunst- und Kulturzentrum bekannt ist. Das Gelände ist geprägt von skurrilen Skulpturen, Installationen und einer besonderen Atmosphäre, die zum Entdecken und Staunen einlädt. Heute treffen sich im Odonien Menschen, die gleich drei kreative Bands Open Air erleben wollen.

Zusammen mit meinem Kollegen Ansgar komme ich in der Hornstraße, die für das Pascha, das wohl größte Bordell in Europa, bekannt ist, an. Gleich schräg gegenüber, neben einem weiteren Bordell, befindet sich das Odonien. Bei bestem Open-Air-Wetter betreten wir das Gelände. Wir beide sind zum ersten Mal hier und sind vom Ambiente der Skulpturen und dem Ort insgesamt schon sehr beeindruckt.
Direkt neben/hinter der Bühne treffe ich schon Mitveranstalter Roniel von Astral Kompakt und auch meine Berliner Lieblingsmenschen Sabine und Jan von Grin. Unzählige Freunde und Bekannte, wie zum Beispiel Rainer und Caspar, die Veranstalter des Hoflärms und Volker vom Freak Valley, treffen wir an. Diese Liste könnte ich jetzt ausufernd erweitern …
Pünktlich geht es mit den Kölnern Der Neue Planet los, mit denen es jetzt richtig galaktisch wird. Für mich persönlich ist es mein Livedebüt mit der Band, zu deren letzten Album Schwerkraft Für Anfänger (erschienen auf Tonzonen) ich ein Review machen konnte. Das Quartett Der Neue Planet betritt die Bühne und stellt sofort mit seinen instrumentalen, psychedelischen Rockklängen die Schwerkraft auf die Probe. Ramin Moozeh und Tim Descher an den Gitarren, Claudius Pleiß am Schlagzeug und Sören Böttger am Bass entführen das Publikum in ihre Soundgalaxien und lassen die Zeit wie im Flug vergehen.

Die Band präsentiert eine beeindruckende Mischung aus kraftvollen Riffs und zarten, fragilen Passagen. Es fühlt sich an, als würde man Douglas Adams’ Anhalter durch die Galaxis reisen – nur live und hautnah! Die Band spielt Stücke, die im Post-Rock verwurzelt sind, aber auch mit rhythmischen Spielereien und überraschenden Wendungen begeistern. Allerdings gibt es auch Songs mit einem wilden Ritt aus Stonerrock-Riffs. Das Publikum schwebt förmlich vor Freude, während die Band die Grenzen der Schwerkraft auslotet. Es ist ein Abend voller galaktischer Klänge, der zeigt, wie praktisch und gut es ist, sich auf eine musikalische Reise zu begeben, die so schön schwerelos ist. Ein unvergessliches Erlebnis im Odonien, schon jetzt!

Nach der Umbauphase erleben wir die kraftvolle Energie des Berliner Duos Grin, das in der Stoner-Szene längst einen festen Platz hat. Sabine steht vorne auf der Bühne, einsam und doch so präsent, wie eine Hexe, die mit ihrer Bassgitarre magisch den Raum erfüllt. Jan im Hintergrund treibt das Schlagzeug mit voller Wucht, während seine Vocals über die Bühne fließen und die Atmosphäre aufladen. Das Duo, bekannt für ihre intensiven Live-Auftritte auf Festivals wie dem Freak Valley oder dem Hoflärm, präsentiert heute sein hochgelobtes Album Acid Gods, das dieses Jahr über The Lasting Dose Records erschienen ist. Grin präsentieren sich heavier denn je, voller roher Kraft und unverfälschtem Sound. Während der Performance erklingen Songs wie Drag Me Down, Nocturno, Black Dye und das abschließende Heavy Dew – alles Stücke des neuen Albums, die die Zuhörer in eine dunkle, schwere Welt eintauchen lassen. Grin verzichten auf Soundsamples und setzen stattdessen auf pure, raue Energie, die direkt ins Herz trifft. Die Performance ist ein echtes Highlight, das die rohe Kraft und die unverfälschte Leidenschaft dieses Berliner Heavy-Psych-Doom-Duos spürbar macht. Intensiver Klänge, die noch lange nachhallen!

Nach dem Umbau folgt mit Astral Kompakt ein Trio, das längst nicht nur bei der Kölner Stonergemeinde bekannt ist. Marc Faßbender am Bass, Julian Wolff am Schlagzeug und Roniel Müller an der Gitarre bringen eine kraftvolle Energie auf die Bühne, die sofort spürbar ist. Mit Support für hochkarätige Bands und Auftritten auf Festivals wie dem Hoflärm oder dem Ripplefest, haben sie sich bereits einen festen Platz in der Szene erarbeitet. Gerade erst im November 2024 haben Astral Kompakt ihr hochgelobtes Album Goldader veröffentlicht, das über Tonzonen erschienen ist. Der Sound der Band ist erstklassig, klar und voller Tiefe – ein echtes Highlight, welches das Odienen erfüllt. Doch nicht nur der Sound ist bemerkenswert. Die Entwicklung von Astral Kompakt ist wirklich beeindruckend. Begonnen hat alles 2020 mit der Eigenproduktion der EP Obacht mit fünf Songs. Nach einer kurzen Pause, in der sie die Tracks noch einmal auf Vinyl veröffentlichten – inklusive der zusätzlichen Stücke Auszeit und Khatastros – ist nun das Album Goldader da. Heute Abend hören wir die Songs Pirsch, das Titelstück Goldader, Welwitschie, Batavitsche Träne I & II, Ruin und Levitas – und noch viel mehr! Gegen Ende hin wird es von der Zeit her knapp, denn im Anschluss wird hier noch eine Technoparty stattfinden. Der Soundmann signalisiert: Ihr könnt das Set noch zu Ende spielen! Die Jungs haben sich rasant weiterentwickelt, und es ist ein echtes Erlebnis, sie hier so live zu erleben. Ein glanzvoller Abschluss des heutigen Abends, der noch lange in Erinnerung bleiben wird!

Es bleibt noch etwas Zeit nach dem Gig, um sich zu unterhalten, das gerade Erlebte richtig einzuordnen und sich bei einer Menge Freunden und Bekannten zu verabschieden. Viele der Anwesenden wird man nächsten Monat auf dem Hoflärm wiedersehen. Auch Sabine und Jan Oberg, die die letzten Jahre dort immer auf der Bühne waren. In diesem Jahr sind sie einfach nur vor der Bühne und zum Feiern da! Wir freuen uns auf ein Wiedersehen!

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