Avatar – 08.08.2020 – Metal Festival Alliance Livestream 2020

Zwischen live und Platte liegen mindestens zwei Welten

Eventname: Metal Festival Alliance Livestream 2020

Band: Avatar

Ort: Online (Alcatraz Festival, ARTmania Festival, Bloodstock Festival, Brutal Assault, Dynamo Metalfest, Into The Grave, Leyendas Del Rock, MetalDays, Midgardsblot, Motocultor Festival, Party.San Metal Open Air, Resurrection Fest und Summer Breeze)

Datum: 08.08.2020

Genres: Rock, Metal, Heavy Metal, Groove Metal, Modern Metal, Melodic Death Metal

Setlist:

  1. A Statue Of The King
  2. Hail The Apocalypse
  3. Paint Me Red
  4. King’s Harvest
  5. Bloody Angel
  6. The Eagle Has Landed
  7. For The Swarm
  8. Ready For The Ride
  9. Get In Line
  10. Tower
  11. Puppet Show
  12. Let It Burn
  13. King After King
  14. Smells Like A Freakshow
  15. The King Welcomes You to Avatar Country

Pyrotechnik ebnet Avatar den Weg in die Freak Show. Mit LED-beleuchtetem Bandnamen und wenigen Bühnenverzierung fahren die Schweden groß auf und fungieren am heutigen Samstag als Headliner auf dem Metal Festival Alliance Livestream 2020. Gut, live ist die Session wie ein paar andere nicht, dafür bekommt der zahlende Zuschauer eine 90 Minuten starke Show, die mit diversen Höhepunkten gespickt wurde. Ihr Melodic Death Metal driftet in viele Subgenres ab und kreuzt immer wieder moderne Atmosphären. Rockig, mit einem deftigen Groove bringen sie jeden Besucher zum Mitmachen. Egal ob mitgesungen wird, gehüpft oder die Pommesgabel durch die Luft fliegt – bei Avatar kommen alle auf ihre Kosten.

Für mich persönlich ist es der erste (Live)Kontakt zu den Skandinaviern, auch wenn nur aufgenommen. An diesem Freitag brachten sie ihr neues Werk Hunter Gatherer heraus, welches in diesem Stream selbstverständlich keine Rolle spielt. Das ältere Material macht nicht nur das Publikum glücklich, auch die Protagonisten sehen sehr zufrieden aus. Die Dompteure mit verzierten Gesichtern und schicken Roben spielen ihre Rolle bis ins letzte Detail aus. Die beiden Gitarristen Kungen und Tim Öhrström suchen immer wieder die Nähe zum Publikum. Hauptblickfang bleibt der Frontmann Johannes Michael Gustaf Eckerström, der mit verschiedensten Grimassen den Wahnsinn noch mal verdeutlicht. Was viele nicht wissen: 2001 wurden die Band zunächst als Lost Souls gegründet. A Statue Of The King bringt den Stein zum Rollen. Der freche Start sucht weitere Highlights und findet sie mit Hail The Apocalypse, Paint Me Red und King’s Harvest. Die bereits angebrochene Nacht verstärkt die diversen Lichteffekte und sorgen für eine sehr rund laufende Performance. Den Originalauftritt auf dem Alcatraz Festival im letzten Jahr hätte ich tatsächlich erben können, wenn mir der Reisestress zwischen dem Party.San und Reload Festival nicht zu groß gewesen wäre, um noch einen Abstecher nach Belgien zu machen. Das Ambiente bestätigt jedoch den Wunsch noch mal das Alcatraz Festival zu besuchen! Avatar wären es an jenem Abend definitiv wert gewesen. Ready For The Ride bricht weitere Zacken aus der Krone. Dass die Göteburger zu den ganz Großen der Szene gehören könnten, beweisen sie des Weiteren mit Get In Line und Tower. Gewöhnungsbedürftig dürfte die Breite der Kunst bleiben. Reine Melodic Death Metal Jünger haben hier und da ihre Probleme mit den rockigen Groove Passagen, die nicht selten mal den gesamten Schwung auf null herunterziehen. Zum Ende hin gibt es noch einen kleinen Hitmarathon in Form von King After King, Smells Like A Freakshow und The King Welcomes You to Avatar Country. Abschließend bleibt festzuhalten, dass Avatar auf den Brettern dieser Welt für mehr Blitzlichtgewitter sorgen, als auf einer schlichten Platte in der Anlage. Eine ganz klare Liveband, die ihre Stücke vor Headbangern erst zur hundertprozentigen Entfaltung in eine andere Liga pushen können.

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