Beatsteaks: veröffentlichen „Die Wohnzimmer-EP“ auf LP und digital

Nach fast 20 Jahren erscheint Die Wohnzimmer EP der Beatsteaks erstmals auf Vinyl. Ab sofort bereits als Stream verfügbar!

20 Jahre nach ihrem ursprünglichen Erscheinen als Geschenk an die Besucher des Wohnzimmerkonzertes am 22.02.2002 in der Berliner Columbiahalle, haben sie die Beatsteaks sich entschlossen Die Wohnzimmer EP erstmals auf Vinyl zu veröffentlichen.
Die EP erscheint mit wunderschönem Cover für zum Aufklappen und bedruckter Innenhülle auf 1000 Stück limitiert am 1. Mai 2021 exklusiv im Webshop der Band und ist ab sofort vorbestellbar.
Als Stream ist die EP ab heute auf allen gängigen Plattformen zu finden.

Darauf zu finden sind sechs Coverversionen (Cheap Trick, Bobby Fuller, Gripstheater, The Cure, NIN und Steve Miller Band) plus ein Jam mit dem viel zu früh verstorbenen Demba Nabé (Seeed) am Mikrofon. „Was?“ fragt Ihr euch?Die Wohnzimmer EP, davon weiß ich ja gar nix!!!???“
Gemach, gemach, lasst euch von einem, der dabei war, erzählen, was und wie es sich zutrug:

„‚Tonight, Tonight‘ tönt es aus den Boxen und ich bin augenblicklich wieder aufgeregt. Arnims durch schlichtes rhythmisches Ein- und Ausatmen gespielte Mundharmonika setzt ein, die Kapelle kommt dazu und kurz danach höre ich Demba Nabes Stimme wie sie unverwechselbar announct, was den Hörer nun erwartet. Ich muss tief Luft holen und ein fetter Kloß sitzt im Hals. Mir wird bewusst, wie prägend und wichtig diese Zeit für unsere kleine Band war und wie schnell alles geht und deswegen schreibe ich es lieber auf, bevor es wieder weg ist.

Zu dem Plan, Die Wohnzimmer EP nach all den Jahren als Schallplatte zu veröffentlichen, gehört notwendigerweise dazu, ein Vinyl-Master von den Aufnahmen anfertigen zu lassen. Da unser lieber Freund Dennis Kern die Gerätschaften sowie das „Gewusst-Wie“ dafür hat, versuchte er sein Glück und ließ unsere Aufnahmen schließlich in noch besserem Licht dastehen, als es damals in grauer Vorzeit überhaupt möglich schien. Vor knapp 20 Jahren haben wir diese Aufnahmen gemacht und das Ergebnis beim Wohnzimmerkonzert am 21.12.2002 in der Columbiahalle zu Berlin jedem zahlenden Gast als CD beim Eintritt in die Hand gedrückt. Produziert by Moses Schneider.
Arnim hatte Moses damals auf unseren Radar geholt, indem er uns von diesem Typen vorschwärmte, der so gut klingende Sachen produzieren würde und mit dem wir unbedingt mal was aufnehmen sollten. So was Unverfängliches – was zum Kennenlernen, ohne viel Druck – Die Wohnzimmer EP. Fakt ist, dass Moses Schneider zu einer der wichtigsten Bekanntschaften unserer Bandgeschichte wurde. Er hat uns bei unserem ersten Aufeinandertreffen in Erinnerung gerufen, dass es für uns nur eine Art aufzunehmen geben konnte, nämlich die LIVE Aufnahme. Alle spielen zusammen zur selben Zeit in einem Raum. Vorbei waren die Tage der Sandwich Technik, vorbei die Tage des Metronoms im Ohr des Schlagzeugers, vorbei die Zeit, in der die Gitarrenbox in einem anderen Raum stand, um die Signale so sauber wie möglich zu halten. Nein, alle spielten in einem nicht allzu großen Raum, nämlich dem Mamasweed Studio, Proberaum und Studio der gleichnamigen Berliner Band. Das Studio befand sich in einem Hinterhofkeller in Kreuzberg, direkt gegenüber der von uns geliebten Ankerklause, direkt am Kanal. Genauer gesagt am Paul-Lincke-Ufer, wo wir mit Moses und der Hilfe von Torsten Otto und den Mamasweed Jungs unsere Coverversionen aufnahmen. Was gut aussah, klang gut, dissen war out, die Laune war hervorragend und die Performance wichtiger als die Technik. Die Wohnzimmer EP war für uns und Moses sozusagen der Beginn einer wunderbaren Freundschaft.

Die Atmosphäre in diesen Tagen war, sagen wir mal, positiv aufgeladen. Thomas war aufgeregt, ob sein bis dato längstes Drum-Intro überhaupt spielbar war. Torsten war aufgeregt, weil er „Der Neue“ und Moses auch noch Bassist war. Ich war aufgeregt, weil ich bestmöglich klingend mit Bernd zusammen Gitarre spielen wollte und Arnim war aufgeregt, weil seine Hauptarbeit immer erst anfängt, wenn alle schon fertig sind, kurz – alle wollten ihr Bestes geben. Pfeffer auf allen Kanälen, sozusagen. Jedes Lied, das wir in Angriff genommen haben, wurde zu einem eigenen kleinen Schatz. Jeder, der schon mal glaubwürdig eines seiner Lieblingslieder selber nachgespielt hat, kennt das Gefühl. Zumindest wenn es gut war. Dieses Gefühl hatten wir täglich. Ich wollte die Lieder immer und immer wieder hören. Ich fand, dass sogar die Gitarren gut klangen und laut genug waren, und das ist eigentlich nie der Fall, wenn man Gitarristen fragt. Ich konnte es kaum abwarten, die Versionen endlich vorzuspielen. Arnims Gesang war auf dem Höhepunkt und transportiert ganz viel von dem, was ich heute noch so toll finde daran. Ich hätte mir nie träumen lassen, mal in einer Band zu spielen, die so klingen kann und sich nicht zu schade ist, ihre Lieblingslieder zu covern. So fühlt sich das an, wenn Arbeit keine Arbeit ist.

Moses hat uns währen der Aufnahmen immer im richtigen Maße gefordert oder wenn nötig, aufgebaut. Die Gesangsaufnahme, die er mit mir später im Transporterraum (Moses Studio) zu Hey Du gemacht hat, werde ich nicht vergessen. Ich liebe dieses Lied so sehr und ich war dementsprechend aufgeregt, vor allem, weil ich eher zufällig zu der Ehre kam, es zu singen und ich mich normalerweise in der zweiten Reihe viel wohler fühle. Moses hat mir jedenfalls das Selbstvertrauen gegeben, das man wohl für Gesangsaufnahmen braucht. Es war einer dieser Momente, die darüber entscheiden, wie es weitergeht und ob sich eine Tür öffnet oder ob sie zu bleibt. Er hat diese Tür für mich in jeden Fall aufgemacht und ich bin mir sicher, dass für jeden von uns die eine oder andere, kleine oder große Tür dabei war. Als dann, zum Kompott, auch noch Farin Urlaub (aka Kill-Kill-Gaskrieg) unsere Bitte erhörte und zu den Gesangsaufnahmen vorbeikam, um die Chöre für Hey Du einzusingen, hatte ich als Ärzte Fan der ersten Stunde aus dem unfreien Teil Berlins, große Mühe, mich einigermaßen vernünftig zu benehmen und mir meine Aufgeregtheit nicht allzu sehr anmerken zu lassen. Die Art und Weise wie er die Chöre geschichtet hat und wie strukturiert, freundlich und professionell er „gearbeitet“ hat, war sehr beeindruckend. Mit einem Teechen in der Hand machte er immer neue tonale Angebote und der Fakt, seine Stimme auf unserer Musik zu hören, war für mich fast schon ein kleines bisschen zu viel des Guten. Diese Stimme war mir von all den auswendig gelernten Liedern meiner Jugend wohlbekannt – sehr verrückte Welt. Es gibt sicher noch mehr wichtige Momente, die ich hier leider gerade vergesse aufzuzählen, aber es sollte ja auch eigentlich nur eine kurze Auffrischung meiner Erinnerung sein – sonst wird es echt zu gefühlsduselig.“
(Gänzlich subjektiv by Peter Baumann)

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