Benediction – Scriptures

Old School Death Metal eines Urgesteins aus England

Artist: Benediction

Herkunft: Birmingham, England

Album: Scriptures

Spiellänge: 46:50 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 16.10.2020

Label: Nuclear Blast / Rough Trade

Link: https://www.facebook.com/Benedictionband/

Bandmitglieder:

Gesang – Dave Ingram
Gitarre – Peter Rew
Gitarre – Darren Brookes
Bassgitarre – Dan Bate
Schlagzeug – Giovanni Durst

Tracklist:

  1. Iterations Of I
  2. Scriptures In Scarlet
  3. The Crooked Man
  4. Stormcrow
  5. Progenitors Of A New Paradigm
  6. Rabid Carnality
  7. In Our Hands, The Scars
  8. Tear Off These Wings
  9. Embrace The Kill
  10. Neverwhen
  11. The Blight At The End
  12. We Are Legion

Eine der wohl dienstältesten Death Metal Bands liefert 2020 ihr achtes Studiowerk in 31 Dienstjahren aus. 1989 gegründet, kreierten die Herren vor allem in den 90ern einige Werke, die heute wohl durchaus als richtungsweisend gelten. Subconscious Terror (1990), The Grand Leveller (1991) und Transcend The Rubicon (1993) sind alte Klassiker des Death Metal. Im Wettbewerb war man mit der aus Coventry, und damit ebenfalls aus den West-Midlands stammenden Band Bolt Thrower nicht nur um Releases, sondern auch um Musiker. So war Dave Ingram von 1998 – 2004 bei Bolt Thrower am Mikrofon. Der Ausstieg damals erfolgte aus gesundheitlichen Gründen. Seit 2019 ist Dave nun wieder bei Benediction, allerdings musste zu Beginn des Jahres bereits eine Tour wegen Krankheit von Dave abgesagt werden. Man sah das Quintett in den letzten Jahren auf der einen oder anderen Festivalbühne, nur mit Studiowerken tat man sich schwer. Ein Grund war sicher, dass der Vorgänger von Dave Ingram, Dave Hunt, mit Anaal Nathrakh einige Werke auf den Markt brachte und nebenbei noch Medizin studierte. Mit der Rückkehr von Dave Ingram ist der Sänger wieder am Mikrofon, welcher bei den alten Klassikern der 90er-Jahre auch aktiv war. Von den Gründungsmitgliedern sind nur noch die beiden Gitarristen Darren Brookes und Peter Rewinski Rew mit dabei.

Soweit vorab ein paar Infos zu dem Quintett. Produziert wurde die Scheibe von Scott Atkins in den Grindstone Studio in England. Der Opener Iterations Of I macht die Richtung von den ersten Riffs klar. Feuer frei ohne technischen Firlefanz gibt es Old School Death Metal, der auch mal thrashige Einflüsse, gerade Richtung Ende, hat. Dave klingt etwas, aber nicht wirklich großartig anders als auf den Releases der 90er, eine Nummer die durchaus zu gefallen weiß. Scriptures In Scarlet besitzt insgesamt noch etwas mehr Speed als sein Vorgänger. The Crooked Man wird stark vom Gesang dominiert, bietet ansonsten die klassischen Benediction Trademarks mit schnellem Death Metal, welche der potenzielle Hörer erwartet. Stormcrow lässt die Gitarren wieder mehr los, Progenitors Of A New Paradigm reiht sich in das bisher Gesagte ein, es gibt den einen oder anderen Rhythmuswechsel, was dem Track durchaus guttut. Heftiges Gemetzel liefert Rabid Carnality: knappe drei Minuten Todesbleifuß. In Our Hands, The Scars ist eine harte, aber mit mehr Abwechslung ausgestattete Nummer, die mir besser gefällt, als das reine Geknüppel wie bei Rabid Carnality. Tear Off These Wings geht in die gleiche Richtung, der Rhythmus wird ab und wann mal variiert und macht so das Ganze interessant. Embrace The Kill drückt das Gaspedal wieder mehr durch, Neverwhen knüpft an Tear Off These Wings an und liefert sogar mal ein kleines Gitarrensolo. The Blight At The End holt etwas mehr den Knüppel raus, bevor We Are Legion den Hörer aus dem Werk begleitet und einen schon fast modernen Death/Thrash Metal liefert. Ich will nicht sagen, dass Benediction sich Richtung Schweden ausrichten, aber das Teil ist ein ziemlicher Nackenbrecher und ein weiteres Highlight auf der Scheibe.

Benediction – Scriptures
Fazit
Benediction liefern ein interessantes Album 2020 aus. Es gibt reichlich Old School Death Metal. Es wird aber nicht nur der Knüppel geschwungen - der eine oder andere Nackenbrecher im neuen Zeitgewand ist auch zu finden, welcher eher an schwedische Produktionen erinnert. Dass die Herren das Rad neu erfinden, war nicht zu erwarten und eigentlich vorher klar. Für Anhänger des 90er-Jahre Death Metals ein absolutes „must have“, aber auch die Anhänger von Death Metal im neuen Jahrtausend sollten mal ein Ohr riskieren. Da wird bestimmt nicht alles gefallen, aber der eine oder andere Song könnte etwas für die Playlist sein.

Anspieltipps: Iterations Of I, Progenitors Of A New Paradigm, In Our Hands, The Scars und We Are Legion
Jürgen F.
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