Blodtåke – Nativity Of Ashes

Der Sommer kommt tiefschwarz daher

Artist: Blodtåke

Herkunft: Ruhrgebiet, Deutschland

Album: Nativity Of Ashes

Spiellänge: 41:04 Minuten

Genre: Blackened Death Metal, Melodic Black Metal, Death Metal, Melodic Death Metal, Progressive Death Metal, Doom Metal

Release: 15.06.2019

Label: Eigenproduktion

Link: https://www.facebook.com/Blodtake/

Produktion: Stage One Studio von Andy Classen

Bandmitglieder:

Gesang – Scather
Gitarre – Gråven
Gitarre – Ereškigal
Bassgitarre – Thylraz
Schlagzeug – Scriostóir

Tracklist:

  1. Bleak Is The Light
  2. Of Me End You
  3. Lys I Morket
  4. Absolution Denied
  5. Follower
  6. Hope
  7. Discarded
  8. Elapsed

 

Es ist tatsächlich schon fast anderthalb Jahre her, dass ich den ersten Auftritt überhaupt von Blodtåke miterleben durfte. Da war ich mal wieder bei einer Undergroundshow unterwegs und hatte keine Ahnung, was mich erwarten würde, als die fünf sich auf der Bühne aufbauten. Zwei der Bandmitglieder kannte ich von ihren anderen Bands, das war’s. Und dann legte Scather mit seinem wahnsinnig kraftvollen Gesang los, und Blodtåke legten mit ihrer grandiosen Show das Helvete in Oberhausen in Schutt und Asche. Nach einigen weiteren Shows wurde es erst einmal still, dann schlugen die ersten Posts auf, dass man fleißig am Debütalbum werkeln würde. Dem durfte ich am 24.05. gemeinsam mit Adam vom Waldhalla – Das Grüne Metalmag in einer Pre-Listening-Session lauschen. Kurz danach wurde ich dann auch mit den Songs und allen Infos versorgt, also Lautstärkeregler hoch, und los geht’s.

Die Ruhe vor dem Sturm dauert bei Bleak Is The Light ungefähr eine Minute, dann prasseln sämtliche Urgewalten hernieder. Dass sich Blodtåke stilistisch nicht festlegen lassen wollen, beweisen sie mit diesem Track, der in seinen schnelleren Passagen weit in den Black Metal hineinwächst, seine Wurzeln aber tief im (Melodic) Death Metal hat. Anders sieht das bei meinem ersten Anspieltipp, dem pfeilschnellen Of Me End You, aus, da steht dann tatsächlich der Black Metal im Vordergrund. Der kraftvolle Gesangsstil von Scather ist nicht festzunageln, lässt mich aber eher an Melodic Death Metal-Bands, und hier speziell an Niilo Sevänen (Insomnium), denken.

Sehr abwechslungsreich geht es auch weiter, Lys I Morket steigt auf die Bremse, kann aber mit einem mächtigen Groove aufwarten, gepflegtes Kopfnicken ist angesagt. Absolution Denied war schon bei den Shows von Blodtåke mein absoluter Lieblingstrack, und der kommt jetzt auch. Der Song wütet im Death Metal genauso wie im Black Metal, und als Schlagzeugfan begeistern mich natürlich besonders die immer wieder aufbrausenden Doublebase-Passagen.

Die erste Hälfte von Nativity Of Ashes ist tatsächlich schon vorbei, Hälfte zwei startet mit dem doomigen Follower, der seine ganz besondere Stimmung auch von dem mehrstimmigen Gitarrenspiel in Kombination mit Thylraz‚ grandioser Arbeit am Bass verliehen bekommt. Nicht mein Genre, aber das ist natürlich subjektiv. Beim längsten Track des Albums, Hope, bin ich auch ein wenig hin- und hergerissen. Der kommt überwiegend auch eher balladenartig daher, kann mit einem schönen Gitarrenspiel aufwarten, mäandert mir aber ein wenig unentschlossen durch unwegsames Gelände.

Beim Midtempo-Track Discarded haben Blodtåke dann ein Melodic Death Metal-Blatt auf der Hand, können aber auch hier immer wieder mit der Black Metal-Karte auftrumpfen. Tatsächlich ein sehr gelungener Cocktail, dessen einzige Nachwirkung darin besteht, dass man die Songs nicht mehr aus dem Hirn kriegt! Mit Elapsed ist dann tatsächlich auch schon der letzte Song am Start. Ähnlich wie beim ersten Track wiegt einen das sehr melodische Intro, hier mal mit Schlagzeug, zunächst in Sicherheit, aber Blodtåke beschwören einen letzten Sturm herauf, bevor sie die Welt in Dunkelheit versinken lassen.

Meinen absoluten Lieblingstrack findet man zwar auch auf YouTube, das ist aber „nur“ eine Demoversion, die ein wenig dumpf klingt. Darum hier das Video zu Discarded:

https://www.youtube.com/watch?v=M7QTaqCFBcc

Blodtåke – Nativity Of Ashes
Fazit
Auch Blodtåke ist wieder eine dieser Underground-Bands, die den etablierten und mit zigtausenden Fans gesegneten Bands in kaum etwas, um nicht zu sagen in nichts nachsteht. Fünf grandiose Musiker machen das, worauf sie Bock haben und lassen sich dabei von Niemandem reinreden. Dazu investieren sie eine Menge Herzblut, Enthusiasmus, Zeit und natürlich auch Geld. Heraus kommt dann solch' ein geiles Album, das ich eigentlich allen Metalfans empfehlen kann, die gern mal hören, was es abseits der so oft begangenen musikalischen Pfade noch so zu entdecken gibt. Man sollte allerdings Melodic Death Metal mögen und auch dem Black Metal zumindest nicht abgeneigt sein. Auch live unbedingt empfehlenswert. Also am 15.06. auf zur Releaseshow ins Helvete nach Oberhausen, oder zu einer der anderen Shows, die in diesem Jahr noch gespielt werden!

Anspieltipps: Of Me End You, Absolution Denied und Discarded
Heike L.
8.5
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Pro
Contra
8.5
Punkte
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