Borknagar – Winter Thrice

“Episch in allen Belangen“

Artist: Borknagar

Herkunft: Bergen + Oslo, Norwegen

Album: Winter Thrice

Spiellänge: 49:39 Minuten

Genre: Epic Metal, Black Metal, Folk Metal, Progressive Metal

Release: 22.01.2016

Label: Century Media Records

Link: https://www.facebook.com/borknagarofficial und http://borknagar.com/

Produktion: Fascination Street Studios, Örebro von Jens Bogren

Bandmitglieder:

Harscher Gesang, Klargesang und Chor – Andreas „Vintersorg“ Hedlund
Leadgitarre – Jens F. Ryland
Gitarre – Øystein Garnes Brun
Bassgitarre, Klargesang und Chor – ICS Vortex
Keyboard, Klargesang und Chor – Lars „Lazare“ Nedland
Schlagzeug – Baard Kolstad

Tracklist:

  1. The Rhymes Of The Mountain
  2. Winter Thrice
  3. Cold Runs The River
  4. Panorama
  5. When Chaos Calls
  6. Erodent
  7. Noctilucent
  8. Terminus

Borknagar - Winter Thrice

Ihr 20jähriges Jubiläum feiert die Band Borknagar mit der Veröffentlichung ihres zehnten Studioalbums Winter Thrice, das am 22.01.2016 über Century Media veröffentlicht wird. Øystein Garnes Brun hat zu diesem Album angemerkt, dass er immer versucht, Dinge voranzubringen und mit jedem Album einen Schritt weiter zu gehen. Dabei will er aber nie die ursprünglichen Wurzeln seines Schaffens vergessen. Daher könne es durchaus sein, dass man in den neuen Songs auch einige Referenzen zu alten Songs entdeckt. Das kann ich alles nicht beurteilen, denn dies ist das erste Album, das ich von Borknagar höre. Aber damit habe ich definitiv eine sehr gute Wahl getan.

Das Lyric-Video zum ersten Song The Rhymes Of The Mountain hat mich überhaupt dazu gebracht, mir dieses Album zum Review zu nehmen. Die epischen Parts mit dem schönen Klargesang, teilweise hinterlegt mit harschem Gesang, erinnern mich streckenweise an While Heaven Wept oder auch Fir Bolg. Gar nichts mit diesen beiden Bands haben dann die Black Metal-Passagen zu tun, in denen es dann nur harschen Gesang auf die Ohren gibt, die aber nicht weniger episch sind. Ein großartiger Beginn!!

Beim folgenden Titeltrack Winter Thrice, wie auch beim letzten Song Terminus, gibt es auch den Originalsänger Kristoffer Rygg (a.k.a. Garm) zu hören, der die Band nach dem Album The Olden Domain verlassen hatte. Zu diesem Gastauftritt führt Øystein Garnes Brun aus, dass er in Anbetracht des anstehenden 20jährigen Jubiläums Garm kontaktiert und ihn gefragt habe, ob er einige Gesangslinien beisteuern wolle. Von dem Ergebnis war Øystein Garnes Brun dann sehr angetan, auch wenn der Gesang bei Winter Thrice wohl nicht das sei, was die Leute erwarten würden. Kann ich nicht beurteilen, ich kenne den Gesang von Kristoffer Rygg bislang nicht. Da dieser Song aber ähnlich dem ersten ist, muss ich mich langsam am Tisch festkrallen, um bei diesem sehr genialen Wechsel zwischen Epic Metal und Epic Black Metal (gibt es das überhaupt?) nicht vor Begeisterung abzuheben. Sehr schön auch die leicht progressiv gehaltenen Passagen.

Das Gitarrenspiel und die danach einsetzenden Black Metal-Raserei bei Cold Runs The River lassen die Zimmertemperatur dann wirklich gleich mal gefühlt um einige Grade sinken und vor meinem geistigen Auge einen fast gefrorenen Fluss in einer weiten, tief verschneiten Winterlandschaft auftauchen. Dieser Song folgt noch der Marschroute der ersten beiden, das ändert sich aber mit Panorama. Zum einen gibt es hier keinen harschen Gesang, zum anderen kommt dieser Song sehr progressiv und mit sehr vielen Keyboardeinlagen daher. Wenig episch, fast schon in sich gekehrt, und auf jeden Fall ein starker Kontrast. Den nächsten gibt es dann mit When Chaos Calls, wo der Name aber nicht wirklich Programm ist. Selbst den Parts mit Black Metal-Geschreddere wird durch den vorwiegend eingesetzten Klargesang die Härte genommen. Auch hier wieder eine sehr progressive Ausrichtung mit vielen Rhythmus- und Tempowechseln. Diese Beschreibung könnte man auch für Erodent nehmen. Sehr gelungen aber auch hier, die Black Metal-Passagen mit Klargesang und die ruhigeren Stellen mit harschem Gesang zu besetzen. Der kürzeste Song Noctilucent, was übrigens selbstleuchtend oder auch nachtleuchtend bedeutet, ist ein sehr ruhiger, der fast so vor sich hin wabert, wie die Polarlichter am unendlichen Himmel.

Terminus greift dann wieder den Stil der ersten drei Songs auf, somit nach einem großartigen Beginn auch ein großartiges Ende. Nuff said! 😀

Fazit: Ich hatte zugegebenermaßen die Band Borknagar bislang in eine ganz andere Schublade gesteckt, darum war sie bislang leider vollkommen an mir vorbeigegangen. Jetzt werde ich wohl meinen Urlaub dazu nutzen, mich so weit wie möglich durch die komplette Discographie zu hören. 😀 Wer auf episches Liedgut steht, bei dem automatisch sofort das Kopfkino angeht, aber auch nichts gegen harschen Gesang und einige Black Metal-Einlagen hat, liegt mit diesem Album komplett richtig.

Anspieltipps: The Rhymes Of The Mountain, Winter Thrice, Cold Runs The River und Terminus
Heike L.
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