Event: The Plague That Burns The Sky Tour
Bands: Brainstorm, Arion, Stranger Vision
Datum: 06.03.2025
Genres:, Power Metal, Progressive Power Metal
Besucher: ca. 400 – 450
Ort: Im Wizemann, Club
Veranstalter: SKS Michael Russ GmbH
Kosten: VVK 39,95 EUR
Setlisten:
1. Strive
2. Nothing Really Matters
3. Wasteland
4. Look Into Your Eyes
5. Carpe Diem
7. Bright Eyes
8. Desolate Sea
1. The Light That Burns The Sky
2. I’m Here To Save You
3. Punish You
4. I Don‘t Fear You
5. Wildfire
6. Bloodline
7. From An Empire To A Fall
8. Burning In The Skies
9. You’re My Melody
10. In The Name Of Love
11. Wings Of Twilight
12. Phoenix
13. Unforgivable
14. At The Break Of Dawn
Intro: Barry White, Let The Music Play
1. Worlds Are Coming Through
2. Devil’s Eye
3. Shivas Tears
4. The Sheppard Girl
5. Highs Without Lows
6. Turn Off The Light
7. All Those Words
8. Glory Disappears
9. Garuda
10. Where Ravens Fly
11. Beyond Enemy Lines
12. Crawling
13. Ravenous Minds
Outro: ABBA, Thank You For The Music
Brainstorm und Arion besuchen am letzten Tag ihrer The Plague That Burns The Sky Co-Headliner-Tour den Wizemann in Stuttgart. Mit im Gepäck haben sie ihre am 28.02.2025 erschienenen Alben Plaque Of Rats (Brainstorm) und The Light That Burns The Sky (Arion). Unterstützung erhalten sie dabei von Stranger Vision.
Vor dem Eingang hat sich bei unserer Ankunft bereits eine lange Schlange gebildet. Der Wizemann liegt für uns von Norden kommend eigentlich ideal, da wir nicht durch die gesamte Stadt fahren müssen. Trotzdem brauchen wir aufgrund des Verkehrs innerhalb der Stadt genauso lang wie von unserer Wohnung bis zum Ortsschild Stuttgart. Mit ca. zehn Minuten Verspätung öffnen sich gegen 18:40 Uhr die Türen und die Besucher strömen in den „Barbereich“ des Wizemanns. Hier ist auch der Merchstand der Bands aufgebaut.

Pünktlich um 19:00 Uhr beginnen Stranger Vision aus Italien mit ihrem Set vor den ca. 100 Leuten im Club. Viele der Gäste sind noch im Vorraum oder haben den Weg noch nicht durch den zähen Stuttgarter Verkehr in den Club gefunden. Die vier Mannen aus Casalgrande stimmen mit ihrem Prog-Power-Metal die Audienz auf den weiteren Abend ein. Im November 2024 hatten sie ihr drittes Studioalbum Faust – Act I Prelude To Darkness veröffentlicht und nutzen die Tour, um auch außerhalb Italiens eine größere Fangemeinde zu erreichen. Vom ersten Song an gibt Sänger Ivan Adami mächtig Gas. Seine energetische und leicht kratzige Stimme verleiht den Songs eine gewisse Rauheit. Speziell bei Carpe Diem erinnern mich seine Vocals teilweise an Mr. Lordi. Der Club füllt sich langsam und das Publikum lässt sich von den Liedern der Italiener mitreißen. Spätestens als Stranger Vision ihre Version von Blind Guardians Bright Eyes, als Hommage an die sie inspirierende deutsche Metalmusik ihrer Jugend performen, haben sie die Herzen der Zuhörer erreicht und verabschieden sich nach 40 Minuten von der Bühne.

Nach einer 20-minütigen Umbaupause ist es Zeit für den ersten Headliner. Arion aus Finnland stürmen auf die Bühne und legen mit ihrem schnellen Album-Titeltrack The Light That Burns The Sky die Richtung für den restlichen Abend fest. Die fünf Jungs sind für Stuttgart keine Unbekannten, hatten sie doch vor zwei Jahren die Ehre, den Opener für Dream Theater in der Liederhalle zu geben. Der schnelle Powermetal gefällt dem Publikum und so ist es ein Leichtes für Frontmann Lassi Vääränen, die Menge zum Mitmachen zu bewegen. Neben ihren neuen Songs haben Arion aber auch ihre älteren Stücke nicht vergessen und hauen mit Punish You und I Don’t Fear You gleich die nächsten Powersongs aus den Boxen. Das 70-minütige Set lädt die Musiker auch zu verschiedenen Soli ein, und so lässt erst Saitenhexer Iivo Kaipainen seine flinken Finger zur stilisierten Nationalhymne Deutschlands über seine Klampfe fliegen, während zwei Songs später Keyboarder Arttu Vauhkonen sanfte Pianoklänge aus seinem Instrument zaubert, welche einen gekonnten Übergang in das grandiose You’re My Melody bilden, eine der schönsten Balladen, die ich kenne. Nach elf Liedern verabschieden sich die Jungs aus Helsinki aus dem Rampenlicht, um kurz darauf noch eine Zugabe von drei Songs zu spielen. Für das weibliche Publikum beschränkt sich diese Zugabe jedoch nicht nur auf auditive Stimulierung, entledigt sich Sänger Lassi doch für die letzten zwei Songs seines sowieso schon recht luftigen Tanktops und präsentiert seinen wohldefinierten Körper. „Mann“, sieht bei einigen Damen die Kinnlade nach unten klappen. Arion haben nach diesem Abend definitiv einige neue Fans gewonnen. 😀 In der Umbaupause hören wir von sehr vielen Besuchern, wie geil dieser Auftritt gewesen sei. Wir hoffen, dass es nicht wieder zwei Jahre dauert, bis die sympathischen Finnen erneut durch Deutschland touren.

Um 21:30 Uhr ist es so weit: Aus den Boxen erschallt Barry Whites’ Let The Music Play und die Lokalmatadoren von Brainstorm erobern die Bretter, die die Welt bedeuten. Nach dem geskripteten Verrutschen der Plattennadel hämmern Brainstorm direkt mit Worlds Are Coming Through energisch gegen unsere Trommelfelle und die Halle beginnt sich im Takt zu bewegen. Nach dem nicht weniger energiegeladenen Devil’s Eye, bei dem auch das Publikum wieder frenetisch mitsingt, erklingen wohlbekannte indische Klänge und jedem ist sofort klar, dass mit Shiva’s Tears der nächste Kracher folgt. Brainstorm geben vom ersten Song an alles, und so wird das Publikum „erst“ nach vier Liedern begrüßt. Man merkt den Schwaben an, dass die Konzerte in Stuttgart etwas Besonderes für sie und ihr Publikum sind. Sänger Andy B. Franck freut sich, dass er hier einfach wieder normal (schwäbisch) sprechen kann und jeder ihn versteht. Teile des Publikums skandieren daraufhin lauthals Fangesänge des VfB Stuttgart, sodass der sympathische Fronter sie kurz wieder einfangen und auf das Weiterführen des Konzerts verweisen muss. Die Stimmung ist dauerhaft am Anschlag, die Fan-Nähe der Mannen aus Gerstetten zeigt sich immer wieder, sei es dadurch, dass Andy sich in den Bühnengraben begibt oder sich das Handy eines Fans geben lässt, um damit sich und seine Mitstreiter auf der Bühne aus der Nähe zu filmen. Ein ganz besonderes Andenken für besagten Fan.

Nach dem grandios epischen Glory Disappears leiten Brainstorm zu ihrem erfolgreichsten Video auf YouTube um. Garuda hat sich trotz des jungen Alters bereits dazu gemausert. Die fünf Powermetaller geben bei jedem Song Vollgas, das Publikum bekommt keine Verschnaufpause, und wir lieben sie dafür. Für die letzten beiden Stücke hat Andy noch eine Überraschung parat und stürmt im VfB-Trikot auf die Bühne, frenetisch gefeiert von den Fans. Als das Outro Thank You For The Music von ABBA ertönt, haben sich sowohl die Band als auch das Publikum verausgabt und verlassen glücklich den Saal, um sich im gemütlichen Barbereich des Wizemanns am Merch mit dem einen oder anderen Fanartikel einzudecken und den Abend ausklingen zu lassen.
Ich habe Brainstorm bereits im Jahr 2004 das erste Mal live erleben dürfen und war damals schon geplättet von ihrer Energie. Heute, 20 Jahre und insgesamt 14 Alben später, haben sie nichts von dieser Power eingebüßt und sollten meines Erachtens bei jedem, der Powermetal liebt, auf dem Zettel stehen. Es war ein grandioser Abend und wir können die nächsten Auftritte kaum erwarten.































