Burning Q Festival 2025 am 25.07. und 26.07.2025 in Freißenbüttel (Samstag)

Bestes Festivalwetter, starke Headliner und krachende Überraschungen

Festivalname: Burning Q Festival 2025

Bands: Benediction, Night Demon, Bloodfang, Ghost Bath, High Paradise, Iron Priest, Kabila, Rockzanne, Stallion, Svartkonst, Iron Walrus, The Void’s Embrace, Game Over, Yoth Iria, Master Boot Record, Stallion, Incarceration, Hiraes, Sulphur Aeon, Terrible Sickness, Unlocked, Midnight, Thy Light, Sarcator, Galactic Superlords, The Crown, Morpheus, Spitfire, Vulture Industries, Clear Sky Nailstorm, Karloff, Attic, Thus und Rise Of Kronos

Ort: Freißenbüttel, Osterholz-Scharmbeck

Datum: 25.07.2025 – 26.07.2025

Kosten: Zwei-Tages-Ticket 79,90 € plus VVK-Gebühren (Ausverkauft) + Frühanreise Donnerstag: 10,00 €

Genre: Metal, Death Metal, Heavy Metal, Thrash Metal

Besucher: 1000 Besucher

Veranstalter: Burning Q Project e.V.

Link: https://www.burningq.de/

Bericht von: René W. und Juergen S.

René W.: Der erste Tag auf dem Burning Q Festival ist wie im Fluge vergangen (hier nachzulesen), und heute steht schon der abschließende zweite Open-Air-Tag auf dem Programm. Im Zelt eröffnen Clear Sky Nailstorm den Samstag. Die lokalen Haudegen aus Bremen und Niedersachsen bringen das neue Material ihrer aktuellen Scheibe Problem Solved auf die Bretter. Heimatverbunden, mit den Bremer Stadtmusikanten im Herzen, zimmern sie einen bissigen Mix aus Thrash und Death Metal. Als früher Opener spielen sie nicht in einem verwaisten Zelt, sondern dürfen sich über die Frühaufsteher freuen. Das nutzen Clear Sky Nailstorm für den ersten festen Tritt in den Arsch.

Game Over – Burning Q 2025

Die Italiener Game Over aus Ferrara werden in unserer Redaktion seit dem letzten Longplayer Face The End gehypt. Doch können die fünf jungen Thrasher die Power auch live abspulen? Als
Opener der Mainstage bekommen sie auch kein leeres Schlachtfest vorgelegt. Natürlich ist es nicht so voll wie noch am gestrigen Abend. Die Thrash-Metal-Fans haben sich dennoch zahlreich versammelt, um zu erblicken, was Sänger Danny Schiavina und sein Gefolge schon auf die bebenden Bohlen zaubern können. Ca. 200 Headbanger bewegen sich im Takt. Der Mitte des Neunziger-Genres steht den Jungs gut zu Gesicht. Nicht zu hohe als auch nicht zu tiefe Vocals von Danny stimmen die Tracks an. Ein guter Auftakt unter freiem Himmel.

Jürgen S.: In der Matrix spielt nun Morpheus … Nein sorry, auf der Tentstage stehen nun Morpheus. Morpheus sind eine aus Belgien stammende Alternativ-Rock-Band, bei der nicht nur die rothaarige Frontfrau Nina Hermans mit ihrer Stimme zu gefallen weiß. Mit ihrem Song Magnetic zieht das Quintett die noch recht übersichtliche Schar an Fans ins Zelt. Bei den Temperaturen ist es echt eine besondere Leistung, im Zelt zu spielen. Morpheus meistern das allerdings richtig gut.

Sarcator – Burning Q 2025

René W.: Mit Sarcator steht die nächste junge Truppe auf dem Programm. Ähnlich wie die Italiener Game Over zieht es die Schweden in die Thrash-Metal-Schiene. Ein kleiner Unterschied ist die pechschwarze Strähne, die sich durch ihre Kompositionen zieht. Die Skandinavier drücken Swarming Angels & Flies aus den Lautsprechern. Mateo Tervonen, Sänger und Gitarrist, hat schon eine starke Bühnenpräsenz. Wem beim Namen Tervonen was klingelt, liegt richtig. Marko Tervonen ist sein Vater und Gitarrist der schwedischen Todesblei-Formation The Crown, die wenig später dieselbe Bühne entern wird. Bis dahin schieben Sarcator ihr Set flink und agil übers Burning-Q-Gelände. Das schnörkellose Old-School-Klangbild kommt gut an, ein Newcomer mit Perspektive. Sehr kompromisslos und mit einem klaren Finale zum Ende.

Unlocked aus Eindhoven bringen Death Metal Hooks mit Brutal Riffs ins Rennen. Etwas verhaltener als gestern werden alle Bands in Empfang genommen. Das liegt an der hohen Intensität am Vorabend und an der drückenden Sommerluft. Die Luftfeuchtigkeit ist hoch und das bei über 20 Grad lässt den Schweiß schnell in Strömen rinnen, da hilft nur kühles Pils. Unlocked geben Gas und lassen ihre brachialen Tracks auf die Zuhörer herunterregnen. Im vorderen Bereich ist noch gut Platz im Zelt. Beißen tun die Niederländer nicht, maximal mit ihrem Kettensägensound. Presslufthammer-Beats und harte Slam-Growls zementieren das Klangbild, das keine Gefangenen nimmt. Im engen Korsett haben sie eine klare Fahrweise, die wenig Platz zur Seite zulässt und durch die Bank weg nach vorne prescht.

Vulture Industries – Burning Q 2025

Jürgen S.: Mit Vulture Industries kommt nun eine Band auf die Mainstage, die sich durch ihre einzigartige Mischung aus avantgardistischem Metal, dunklen Klängen und künstlerischer Vielseitigkeit einen besonderen Platz in der Szene erobert hat. Die norwegische Formation betritt die Bühne mit einer Präsenz, die die Blicke auf sich zieht. Sänger und Multi-Instrumentalist Bjørnar E. Nilsen führt die Band mit einer faszinierenden Mischung aus charismatischer Ausstrahlung und musikalischer Vielseitigkeit an. Der Sound von Vulture Industries ist schwer zu fassen – eine dichte, atmosphärische Klangwelt, die Elemente aus Progressive Metal, Gothic, Industrial und experimentellen Klängen vereint. Damit zieht die Band das Publikum in ihren Bann. Die Songs sind durch komplexe Arrangements, kraftvolle Riffs und Nilsens markante Stimme geprägt. Der Frontmann selbst springt von der Bühne und über den Fotograben und zieht die Fans mit in das Geschehen ein. Die Band ist sehr interessant, ich denke, im Abend- / Nachtlicht käme die Band noch einmal anders rüber. Aber auch so sind die Fans sehr angetan von Vulture Industries.

René W.: Mit einer kürzeren Anreise aus Osnabrück haben Iron Walrus ein indirektes Heimspiel. Der Doom Sludge Noise Metal füllt das Zelt heute erstmals richtig gut. Selbst im Außenbereich schieben sich die Besucher zu den pechschwarzen Walrossen. Schleppend, groovend, mit einem charismatischen Sänger Aufi, der die Bühne permanent beackert, liefert die tierische Rasselbande eine unterkühlte Show. In diesem Fall ist die frostige Stimmung positiv zu bewerten. Nach dem erdrückenden Start mit X Dimensions und I Hate People lassen die Niedersachsen nicht nach. Es folgen im weiteren Verlauf Dead Spot und Take Care. Die Stimmung könnte nicht besser sein und das aufgeheizte Zelt platzt aus allen Nähten. Mit Blessed schlägt das neun Song lange Set mit einem lauten Knall die Iron-Walrus-Türe zu.

Attic – Burning Q 2025

Nach der drückenden Iron-Walrus-Session springen wir in ein deutlich anderes Genre zurück zur Mainstage. Attic kommen mit drei Alben in den Norden. Das neueste Studioalbum Return Of The Witchfinder wurde im letzten Jahr über Ván Records veröffentlicht. Auch Attic ziehen eine Messe auf und drehen okkulte Kreise. Der geschminkte Meister Cagliostro als Frontmann der Truppe bringt hohe Gesangsfarben zum Tragen. Der Rest der Formation wurde mit Sonnenbrillen ausgestattet und spielt zufrieden grinsend dem warmen Sommerabend entgegen. Die extrem hohen Gesangspassagen von Meister Cagliostro gehen an die Grenzen des Machbaren und wirken teilweise befremdlich. Hat man sich einmal reingehört, geht die okkulte Sause einwandfrei ins Ohr. Nebelwerfer, Kerzen und alte Kirchengeländer sorgen für ein schauriges Ambiente. Join The Coven und Azrael bleiben als Höhepunkte im Gedächtnis.

The Crown – Burning Q 2025

The Void’s Embrace ersetzen kurzfristig Thorn. Ein Musiker der Band hatte sich am Wochenende vor dem Festival so schwer verletzt, dass er heute nicht spielen kann. Dafür richten es jetzt The Void’s Embrace aus Gelsenkirchen, die vor zwei Jahren bei der Schlammschlacht von Freißenbüttel mit dabei waren. Ein schwerer Nebelteppich verhängt die Bühne. Mit Dawn Of A Stillborn Sun Material drehen sie die Regler nach rechts und agieren selber mit einem Aushilfsgitarristen, der einen wirklich guten Job macht. Der Titeltrack der Debütplatte eröffnet und bekommt von The Day You Fail Gesellschaft. Mit bislang nur einer Scheibe bleibt die Auswahl auch limitiert, dafür aber hochwertig. So schließen ebenfalls von der ersten und einzigen Veröffentlichung Crimson Bloom und Ultimate Me den Liveauftritt ab.

Es zieht mit The Crown ein Death-Metal-Gewitter aus Schweden auf. Die Jungs von Sarcator schauen gespannt zu. Dichte Reihen bis zum Mischpult werden flink gefüllt. The Crown sind noch da, und wie ich finde, zum Glück nicht vergessen. Ein lautes „Deutschland, wir sind zurück“ hallt über den Platz. Die Jungs von The Crown haben richtig Bock, bei dem wirklich beachtlich hohen Interesse kein Wunder, immer wieder zieht es Sänger Johan Lindstrand und die Musiker auf die Boxen im Bühnengraben, um noch näher an den Fans zu sein. An den Seiten zaubern Marko Tervonen und Robert Österberg feinen Todesblei. Old but Gold. Die Neunziger-Schweden-Death-Metal-Handschrift wurde von The Crown mitgeformt. Oft unterschätzt und von Kennern vergöttert, lassen die Männer aus Trollhättan nichts anbrennen und legen die Messlatte hoch.

Yoth Iria – Burning Q 2025

Die Abrissbirne des Festivals hat einen Namen, Yoth Iria. Die Griechen sind von der ersten Sekunde an nicht mehr einzufangen. Für viele die Überraschung und Überflieger des Wochenendes. Sänger Orestis Oikonomopoulos ist ein Monster und das liegt nicht am Corpsepaint. Er wälzt sich emotional über die Bühne. Theatralisch geht er ans Limit. Klettert die Bühnenbeleuchtung hoch, springt in den Graben und in die Menge. Dazu zieht es ihn immer wieder zur ersten Reihe, in der er nach den Händen der Besucher greift. Der diabolische wie düstere Black Metal lebt von einer kristallisierenden Atmosphäre, die durch Orestis Oikonomopoulos ein menschlichenähnliches Gesicht bekommt. Nach dem Blazing Inferno bleibt einem die Spucke weg. In The Tongue Of Birds zieht weite Kreise und nach Hermetic Code fragt man sich ganz bewusst, ob das alles gerade wirklich passiert ist. Viel zu früh ist mit dem Rotting Christ-Cover Non Serviam Schluss. Im Herbst kommen Yoth Iria zurück nach Deutschland und werden Nailed To Obscurity auf ihrer Headlinertour begleiten.

Jürgen S.: Night Demon nehmen eigentlich jeden Gig mit. Sie sind eine geile Liveband. Ich habe sie selbst bereits mehrmals gesehen. Das erste Mal im legendären Underground in Köln, zusammen mit Nervosa und Crowbar und danach noch mehrmals. Auch heute Abend gelingt es ihnen erneut, das Publikum vom ersten Ton an mitzunehmen. Direkt der zweite Song ist ein Black Sabbath-Cover (ich glaube, es ist Into The Void, aber nagelt mich bitte nicht darauf fest) und damit ein Ozzy-Tribute. Night Demon aus Kalifornien sind eine der Bands, die den New Wave of British Heavy Metal erfolgreich wiederbeleben. Ungestüme, aber jederzeit eingängige Songs, die für Traditionalisten keine Wünsche offenlassen. Welcome To The Night, Curse Of The Damned oder auch Screams In The Night heißt es nun und das geniale Night Demon ist allgegenwärtig! Eine wahnsinnige Performance des Trios oben auf der Bühne, wie es das Publikum hier auf dem Burning Q auch bereits 2023 erlebt hat. Wir sehen die Band anschließend noch an unserem Autogrammstand. Brian Wilson (Drums), Jarvis Leatherby (Bass/Vocals) und Armand John Anthony (Guitar) sind echt klasse Jungs.

Thy Light – Burning Q 2025

Es ist ein besonderer Moment, als die brasilianische depressive Black Metal Band They Light um ihre Hauptprotagonisten Paolo Bruno und Alex Witchfinder die Bühne betritt. Die Atmosphäre ist bereits vor ihrem Auftritt von einer tiefen Melancholie durchdrungen, die perfekt zu ihrer düsteren Musik passt. Die Bühne ist in dunklen Rottönen gehalten, welche gespenstische Schatten werfen. Dazu zieht die Band mit einer ruhigen, fast zerbrechlichen Präsenz die Menge in ihren Bann. Atmosphärische und langsame Klänge erzeugen eine besondere Stimmung im dunklen Zelt. Die Musik ist geprägt von schleppenden Riffs, melancholischen Melodien und einer emotionalen Tiefe, die den Zuhörer tief berührt und fast erstarrt zurücklässt. Die Fans reagieren still und respektvoll, lassen sich von den tiefgründigen Klängen mitreißen und zeigen ihre Anteilnahme durch leises Nicken und aufmerksames Zuhören. Mit ihrer tiefgründigen Musik beweisen Thy Light, dass Black Metal viel mehr sein kann als nur aggressive Energie.

Zum Abschluss auf der Mainstage erleben wir ein echtes Highlight: Die Black/Speed Metal Band Midnight betritt die Bühne kurz vor Mitternacht, genau im dunklen, mystischen Moment, der perfekt zu ihrer düsteren und kraftvollen Musik passt. Die Musik der Band, mit ihren typisch (mit Säcken) maskierten Gesichtern, zieht mit ihrer unbarmherzigen Präsenz die Menge in ihren Bann. Der Frontmann Athenar und seine Mitstreiter fallen durch eine äußerst aggressive Spielweise und eine unerschütterliche Energie auf. Die Riffs sind roh, schnell und voller Energie, während das Schlagzeug mit donnernden Passagen das Infield erfüllt. Wie sagt es Athenar treffend: „This Cleveland‘s fucking Metal.“ Die Atmosphäre ist knisternd, Midnight schaffen es, die dunkle, aggressive Stimmung des Black/Speed Metals perfekt einzufangen. Mit ihrer kompromisslosen Haltung und ihrer kraftvollen Musik beweisen Midnight, warum sie zu den wichtigsten Vertretern des Black/Speed Metals gehören. Ein absolutes Highlight, das für mich noch lange nachwirkt!

Ghost Bath – Burning Q 2025

René W.: Ghost Bath – bei den Klängen zum Abschluss des Festivals kommen Emotionen hoch, da sieht man teilweise sogar feuchte Augen. Das liegt nicht nur daran, dass nach dem Gig Schluss ist, sondern der zerstörerischer Black Metal reißt Gefühlswunden mit aller Macht auf und nimmt dabei keine Rücksicht. Zur späten Stunde eine depressive Lehrstunde der amerikanischen Black-Metal-Hochleistung unter dem Deckmantel von Ghost Bath. Mastermind Dennis „Nameless“ Mikula zieht die letzte Energie beim finalen Punch. Der Strick baumelt am Mikrofonständer, für ungeerdete Personen ein Auftritt, den man meiden sollte. Genie und Wahnsinn – dazwischen liegt nur der Tod. Rose Thorn Necklace, der Titeltrack der aktuellen Scheibe, drückt die Kehle zu. Der Spaß ist vorbei, die Hölle schließt sich langsam in Freißenbüttel und nimmt alles mit in ihr Fegefeuer. Nichts für schwache Nerven, dafür für alle, die den Tag durchgehalten haben, ein Erlebnis zum Abschluss des Burning Q Festivals.

Unser Fazit fällt einmal mehr sehr positiv aus. Das Burning Q Festival ist ein familiäres Open Air, auf das man immer gerne wieder kommt. Das gilt nicht nur für uns, sondern auch für alle Besucher, deren Gesichter man meist schon in den Vorjahren gesehen hat. Die Qualität der Bands, der super professionelle Ablauf, und das bei einem 1000-Seelen-Event, ist oberste Güteklasse. Beste Foodtrucks und faire Preise – was will man da mehr? Nächstes Jahr zieht es die deutsche Heavy-Metal-Legende Grave Digger nach Osterholz-Scharmbeck. Das Burning Q Festival dürfte somit auch 2026 zum vierten Mal in Folge schnell ausverkauft sein. Der Donnerstag wird zudem mit seinem Warm-Up fester Bestandteil der Veranstaltung. Ebenfalls für 2026 bestätigt sind schon Immolation, Crypt Sermon, Megaton Sword, Nephylim, Phantom Spell und Rană.