Crummer – Deathwards

Death Metal Victory

Artist: Crummer

Herkunft: Spanien

Album: Deathwards

Spiellänge: 37:10 Minuten

Genre: Death Metal

Release: 01.04.2021

Label: Pathological Explicit Recordings

Link: https://www.facebook.com/CrummerBand

Bandmitglieder:

Gesang – Abel Suárez
Gitarre, Bassgitarre, Keyboards – Lalo

Tracklist:

  1. Funerarium Ritual
  2. You Are Dead
  3. The Silence Of Death
  4. Echoes Among The Tombstones
  5. Drowned In A Sea Of Solitude
  6. The Chosen Ones
  7. Deathwards Into Unlight
  8. Sacks Of Bones
  9. Iced Gardens Of Remembrance
  10. Era Of Obscurity

Das Duo Lalo und Abel aus Asturias / Spanien dürfte wohl den wenigsten bekannt sein. Lalo ist fest bei Legacy Of Brutality und Abel als Livemusiker dort tätig und beide sind noch bei Cathexia beschäftigt. Diese Bands kennen aber wohl nur die Eingefleischten. Zumindest scheinen die beiden ein eingespieltes Team zu sein. Crummer gibt es seit 2020 und nach zwei Singelauskopplungen in 2020 und 2021 wurde es Zeit für ein Full Length.

Funerarium Ritual läutet das Geschehen schon einmal sehr dramatisch und gruselig ein. Sehr geil gemacht, mit Kirchenglocken, Windböen etc.. Willkommen auf dem Todesacker.

Der Part aus dem Intro wird bei You Are Dead übernommen und langsam beginnt das Todesspiel. Mit fettem Sound und einer kleinen Melodie legt man los. Schleppend und groovend. Dann Break, Vorspieler und Uptempo. Dazu begleitet die Burschen ein geiles melodisches Lead, welches auch wiederholt wird. Das Drumming ist druckvoll und schockt. Das Tempo wird wieder rausgenommen und weiter geht es. Dann wird doomig fortgefahren, wie quasi zu Beginn und man wechselt ins Midtempo. Das melodische Lead wird wieder ausgepackt und runtergebetet. Das Tempo wieder ins Midtempo runtergedrückt und das Anfangsriff wieder verwendet. Ja, das riecht nach Moder und es klingt nach Old School Death Metal. Der Sänger geht in Richtung Tardy (Obituary). Kommt geil. Macht Laune.

The Silence Of Death setzt diese Art des Death fort. Ein drückender Midtempopart schallt einem entgegen und das Tempo wird ein wenig verschärft. Ja, geil. Klingen irgendwie wie die alten Morgoth. Total fett. Vorspieler und Hallo, Uftata. So mag ich es. Genau mein Ding. Kleines melodisches Rumgespiele. Die Vocals sind echt geil. Wie auf dem ganzen Album. Eine fette Mischung aus Tardy, Greve und van Drunen. Der Song wartet dann mittendrin mit einer Art Sprechgesang auf, so wie man es von Grave her kennt. Schockt. Und zack ist auch schon Ende.

Uptempo und auf die zwölf. So lautet das Motto bei Echoes Among The Tombstones, zumindest zu Beginn. Das Tempo wird wieder runtergefahren. Ein groovender Midtempopart erklingt und dieser Spaß wird dann einmal komplett wiederholt. Break, langsame Vorspieler und ein melodiöser Part erklingt. Dieser geht nahtlos in ein verspieltes Solo über. Dieses lässt man ausklingen und groovt im Midtempo weiter, um am Ende noch einmal den Uptempopart zu wiederholen, inklusive langsamem Ende.

Drowned In A Sea Of Solitude kommt recht atmosphärisch aus den Boxen – hier grüßt man ganz klar von Spanien aus Richtung Schweden. Das Riffing kommt einem natürlich bekannt vor, macht aber so richtig Laune. Der Song wird richtig aufgebaut und beim Songwriting hat man sich ordentlich Mühe gegeben. Die vorgetragene Melodie kommt auch so richtig fett und setzt sich in den Gehörgängen fest.

So geht es weiter und weiter und das Album macht einfach nur Laune, ohne wirklich etwas Neues zu bieten. Von der ersten Sekunde an wird man aus der Gruft gegrüßt und dieses zieht das Duo gnadenlos durch. Dabei versuchen sie schon, die üblichen Trademarks zu verwenden, aber mischen diese innerhalb der Songs ganz geil, wie z.B. bei The Chosen Ones. Grüße gehen hier an Obituary und an Dismember.

Ich bin ja als Vocalist echt von dem Gesang begeistert, hehe. Was die Burschen auch draufhaben, sind Intros, hehe. Auch Deathwards Into Unlight, welches zwischendurch eingebaut wird, ist total friedhofskonform und läutet das kongeniale Stück Sacks Of Bones ein. Schleppend, gruselig, atmosphärische Melodie und dann geht es so richtig los. Drumming, alleine mit Gesang kombiniert. Lange nicht mehr gehört. Die Burschen wissen, was sie machen.

Ja, klar, in letzter Zeit kamen sehr viele Old School Death Metal Alben heraus und die meisten waren ja auch gut. Viele orientieren sich gerade wieder an die Schwedenschule. Crummer auch, allerdings kombinieren sie ihren Old School Death Metal und bieten eine Mischung aus Obituary, Asphyx, Morgoth, Grave, Entombed und Disemember und treffen damit genau meinen Nerv. Schön roh, trotzdem nicht stumpf und immer auf den Punkt gebracht. Die Gitarren sind runtergestimmt und der Bass brummt ordentlich. Das Drumming bietet alles, was man braucht. Ja, ein wirklich starkes Album. Death Metal Victory! Wer die Neunziger liebt, wird dieses Album lieben! Da hat wohl jemand den DeLorean DMC-12 benutzt! 😉

Crummer – Deathwards
Fazit
Das Fürstentum Asturien hat zwei Zeitgenossen am Start, die den old schooligen Death Metal der Neunziger im Blut haben. Sie quetschen sich den letzten Tropfen aus dem Körper und verarbeiten diese zu einem Todescocktail, der sich sehen und hören lassen kann. Eine Zeitreise in die Neunziger. Die Mischung aus Obituary, Asphyx, Morgoth, Grave, Entombed und Dismember macht todesmäßigen Spaß.

Anspieltipps: The Chosen Ones und Sacks Of Bones
Michael E.
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