Cryptex – Once Upon A Time

Progressive Musik aus Niedersachsen

Artist: Cryptex

Herkunft: Salzgitter / Hannover, Deutschland

Album: Once Upon A Time

Spiellänge: 43:43 Minuten

Genre: Progressive Rock, Art Rock, Progressive Folk Rock

Release: 08.05.2020

Label: Steamhammer / SPV

Links: https://de-de.facebook.com/cryptex.band/
http://www.cryptexmusic.com/website-de/

Bandmitglieder:

Gesang und Keyboard – Simon Moskon
Gitarre – André Jean Henri Mertens
Bassgitarre – Marc Andrejkovits

Gastmusiker:
Schlagzeug – Simon Schröder

Tracklist:

  1. Once Upon A Time
  2. Because The Reason Is You
  3. Bloodmoon
  4. Body Language
  5. Two Horned Crown
  6. Haunted
  7. Reptiles
  8. I Don’t Know Why
  9. The Promise Keeper
  10. I See It In Your Eyes
  11. A Mo(u)rning
  12. Leaving

Cryptex ist eine Band aus Niedersachsen, welche laut eigenen Angaben im progresssive Rock bzw. Art Rock zu Hause ist. Seit 2008 existent, wurden bereits eine EP (Even Nature Will Be Thrilled, 2008), sowie zwei Langeisen (Good Morning, How Did You Live?, 2011 und Madeleine Effect, 2015) auf den Markt geworfen. Man war als Support u.a. für Pain Of Salvation oder Threshold unterwegs. Seit 2014 ist das Line-Up der Niedersachsen stabil und die Herren wechselten das Label von SAOL zu Steamhammer/SPV. So erscheint nun im Mai 2020 das dritte Werk.

Soweit einmal die kurze Geschichte des Trios. Offiziell besteht Cryptex aus drei Bandmitgliedern. Der Drummer hat den Status eines Gastmusikers. Warum das so ist, wird nur einer der Bandmitglieder beantworten können.

Was haben die Herren denn so aus dem Studio rausgelassen? Der Opener ist gleich der Titeltrack und startet mit einem Orchesterintro. Die Nummer ist ein Mix zwischen Art Rock und Pop mit einigen experimentellen Ansätzen. Auf der einen Seite wird das Teil dadurch recht glatt, hat aber trotzdem noch einige progressive Elemente mit drin. Gewöhnungsbedürftig, mein Geschmacksnerv wird nicht getroffen. Because The Reason Is You ist dann schon ein schnulziger, recht kitschiger, in den Pop abdriftender Song. Nicht mein Ding. Bloodmoon ist leider auch nicht besser. Viel Piano und Orchester, poppige Passagen wechseln mit Art Rock und dazu kommen dann auch mal ein paar kernige Gitarrenriffs. Eine klare Linie, wo der Hörer sich dran orientieren kann, ist nicht wirklich erkennbar. Es wirkt etwas zusammengemixt. Body Language klingt genauso wie sein Vorgänger. Hier hat man aber eine erkennbare Linie und der Song baut sich bis zum Refrain vernünftig auf. Mir zu sehr Art Rock und zu wenig progressiv – aber das ist ja bekanntlich Geschmackssache. Two Horned Crown legt noch eine kleine Schippe drauf und ist etwas intensiver als Body Language. Etwas weniger Piano in den Vordergrund und das Ding wäre ein guter progressiver Rock bzw. Metaltrack. So wird der möglichen Power, welche der Track entfalten könnte, der Wind aus den Segeln genommen. Haunted ist für mich in der ersten Hälfte ein langweiliger poppiger Singsang mit viel zu viel Piano. In der zweiten Hälfte dreht man in den progressiven Bereich mit reichlich Bombast als Sound. Reptiles kommt von den Gitarren etwas stärker aus den Boxen, allerdings sind die Pianoklänge nach wie vor recht dominant. Trotzdem gehört der Song eindeutig zu den Besseren auf der Scheibe. Es folgt mit I Don’t Know Why ein Werk zwischen Pop und Art Rock, welches meinen Geschmack voll und ganz verfehlt. The Promise Keeper kommt etwas rockiger um die Ecke. Gemixt mit dem einen oder anderen Art Rock Break, ist der Track gewöhnungsbedürftig, aber besser als viele andere Titel auf der Scheibe. I See It In Your Eyes ist dann die noch fehlende Ballade, richtig schnulzig poppig mit Bombast dazu – nix für mich. A Mo(u)rning ist ein Interlude mit gut 90 Sekunden dominantem Pianosound. Der Rausschmeißer heißt recht passend Leaving und baut auf dem Interlude auf. Sprechgesang mit Piano über 90 Sekunden, danach folgen einige Sekunden Bombast zum Schluss und so endet Werk Nummer drei des Trios aus Niedersachsen.

Cryptex – Once Upon A Time
Fazit
Das Trio aus Niedersachsen legt ein mutiges Werk auf den Tisch und versucht einen Spagat zwischen eingängig sein und progressiv bleiben. Das gelingt meines Erachtens jedoch nicht wirklich gut. Einige Nummern wirken kitschig, andere überfrachtet. Dazu spielt das Piano fast immer die dominante Rolle. Es ist kein ganz schlechtes Langeisen und zeigt einiges an Kreativität der Musiker. Den Vergleich mit anderen progressiven Rockalben, die ebenfalls in 2020 erschienen sind, verlieren Cryptex jedoch klar und deutlich.

Anspieltipps: The Promise Keeper, Two Horned Crown und Reptiles
Jürgen F.
5.5
Leser Bewertung22 Bewertungen
8.6
5.5
Punkte
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